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Pöttmes

15.10.2017

Das lange Leben der Birkenallee in Pöttmes

Als ein markantes ökologisches Denkmal bezeichnete Hubert Weiger die Birkenallee am Seeanger. Der Vorsitzende des Bund Naturschutz Bayern und des Bund in Deutschland (BUND) war vor Kurzem vor Ort: (von links) Hubert und Gerda Weiger, Judith und Janos Soos-Schupfner.
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Als ein markantes ökologisches Denkmal bezeichnete Hubert Weiger die Birkenallee am Seeanger. Der Vorsitzende des Bund Naturschutz Bayern und des Bund in Deutschland (BUND) war vor Kurzem vor Ort: (von links) Hubert und Gerda Weiger, Judith und Janos Soos-Schupfner.
Bild: Janine Baumer

Am Seeanger in Pöttmes steht eine prächtige Birkenallee. Vor 30 Jahren erregten die Bäume die Gemüter. Der BN-Chef, damaliger Mitkämpfer gegen Asphaltierung, war zu Besuch

Sie sind in Würde gealtert. Die gut 30 Birken, die die Allee am Seeanger säumen, haben mittlerweile weit über 70 Jahre auf dem Buckel. Vor 30 Jahren sorgten sie in Pöttmes noch für erhebliche Turbulenzen. Damals im Clinch: Marktgemeinderat, Landratsamt und die Naturschützer. Die Flurbereinigung spielte in der Diskussion ebenfalls eine gewichtige Rolle.

Zur Debatte stand die umstrittene Asphaltierung des Seeanger-Weges. Eine derartige Versiegelung hätte langfristig die flachwurzelnden Birken in Mitleidenschaft gezogen. Zehn Jahre sollte der Konflikt dauern, in dem die gegensätzlichen Meinungen der damaligen politischen Entscheider und der Naturschützer aufeinander trafen. Statt den Seeanger-Weg am östlichen Ortsrand mit einer festen Asphaltdecke zu versehen, wofür der Gemeinderat 1987 mehrheitlich plädierte, wurde letztendlich eine wasserdurchlässige, gespritzte dünne Asphaltdecke angebracht. Ohne das Wurzelwerk im Untergrund zu beeinträchtigen, war die Maßnahme zudem der moorigen Geländeart angepasst. Dass diesem baumschonenden Vorschlag der Ortsgruppedes Bund Naturschutz nach langen Jahren des Hin und Her Folge geleistet wurde, war auch dem allmählich einsetzenden Sinneswandel in Sachen Ökologie und Naturschutz geschuldet. Den Bäumen ist es wohl bekommen. Bislang seien nur zwei bis drei Bäume ausgefallen, weiß Janos Soos-Schupfner, der mit zwei anderen Betrieben der einzige Anlieger am Seeanger ist.

Soos-Schupfner sagt: „In der Qualität gibt es im Donaumoos nicht noch einmal eine solche Birkenallee.“ Das bestätigte ihm vor Kurzem Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayern und des Bundes für Umwelt und Natur Deutschland (Bund). Der heute 70-jährige Weiger war von Beginn an mit der Problematik rund um die Birkenallee vertraut. Damals wie heute vertritt der Experte die Meinung, dass es sich um ein markantes, ökologisches Denkmal besonderer Güte handelt. Die Lebensdauer freistehender Birken kann 90 Jahre überschreiten. Die Birken bei Pöttmes erfreuen sich nach wie vor bester Gesundheit. Die Unterhaltskosten der Wegstrecke halten sich in Grenzen: In all den Jahren war nur einmal eine Sanierung erforderlich.

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