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Aichach

22.12.2020

Der Aichacher Stadtrat verabschiedet Kämmerer Rottenkolber

Seine letzte Stadtratssitzung absolvierte Wilhelm Rottenkolber als Leiter der Finanzverwaltung, hier mit Bürgermeister Klaus Habermann (rechts).
Bild: Claudia Bammer

Plus Wilhelm Rottenkolber absolviert seine letzte Stadtratssitzung als Aichacher Kämmerer. Zu seinem Abschied haben Bürgermeister und Fraktionen einiges zu sagen.

Für Wilhelm Rottenkolber war die jüngste Stadtratssitzung in Aichach eine ganz besondere: Es war seine letzte als Leiter der Finanzverwaltung. Zum Jahresende geht der Kämmerer, der an diesem Tag auch noch Geburtstag hatte, in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Der Stadtrat war sich da völlig einig: Für die Stadt ist das ein großer Verlust.

Bürgermeister Klaus Habermann verhehlte nicht: Er sei "richtig traurig", dass sich der "Herr der Zahlen" verabschiedet. Als Kämmerer sei er absolut kompetent, integer, wenn nötig streitbar, manchmal auch knickrig ("wie es sich für einen Kämmerer gehört") gewesen. Für ihn und die ganze Verwaltung sei er "Mister Zuverlässig" gewesen, ein Problemlöser, kein Problemsucher. Habermann erwähnte explizit die Sanierung und Vermietung des Bahnhofsgebäudes oder die hochkomplizierten Verträge zum Interkommunalen Gewerbepark Acht300. "Er wird mir, er wird uns fehlen", sagte Habermann.

Für die SPD bescheinigte Kristina Kolb-Djoka dem Kämmerer hervorragende Arbeit, und zwar nicht nur fachlich, sondern auch immer mit Herz. Helmut Beck ( CSU) ergänzte, er habe die Entwicklung der Stadt maßgeblich und verantwortungsvoll mitgeprägt. Rottenkolber habe nicht nur ein "Gespür für Zahlen", sondern er habe sich auch politisch hineindenken können und Rückgrat bewiesen.

Dem Aichacher Kämmerer ist der Schuldenabbau an sich nicht wichtig

Marion Zott (Bündnis 90/Die Grünen) sagte zu Rottenkolbers Abschied zur Erheiterung der ganzen Runde: "Ich bin nach wie vor dagegen!" Für Georg Robert Jung von der Freien Wählergemeinschaft war Rottenkolber ein "zuverlässiger Finanzminister". Seiner Nachfolgerin Sandra Rauh-Carqueville, die im Februar antritt, wünschte Jung ein ebenso glückliches Händchen, wie es Rottenkolber immer hatte.

Der Vielgelobte selbst sagte, er habe immer versucht, wahre Zahlen vorzulegen. Wenn das gelungen sei, liege das auch an der "wahnsinnig gut aufgestellten Finanzverwaltung." Er dankte dem Bürgermeister und dem Stadtrat für deren Wohlwollen und ein "ehrliches und kommunikatives Miteinander". Der Kämmerer erinnerte unter anderem an die Finanzkrise, aus der die Stadt gestärkt hervorgegangen sei, und den Schuldenabbau trotz zahlreicher Investitionen von 18 Millionen Euro auf am Jahresende voraussichtlich 8,4 Millionen Euro. Ihm sei es aber nie um den Schuldenabbau an sich gegangen, sondern um die Generationengerechtigkeit. Er habe sich stets als Vertreter der Steuerzahler gesehen. Für Rottenkolber erhoben sich die Stadträte von ihren Plätzen und spendeten ihm einen langen Applaus.

Dank auch an den Aichacher Bürgermeister

Seine Jahresbilanz hielt Bürgermeister Klaus Habermann kurz. Trotz der Herausforderungen durch Corona habe sich die Stadt hervorragend präsentiert. Dafür dankte er dem Stadtrat und insbesondere der Verwaltung.

Kristina Kolb-Djoka (SPD) bescheinigte der Stadt und dem Bürgermeister, die schwierige Situation gut und vorausschauend gemeistert zu haben. 2021 müsse ein Jahr des persönlichen Miteinanders werden. Zweiter Bürgermeister Josef Dußmann (CSU) sagte mit Blick auf Habermanns Erfahrung: "Gerade in dieser Zeit braucht es ein gutes Team, und ein gutes Team braucht einen guten Kapitän." Er überreichte ihm ein Präsent, das den Feierabend versüßen sollte.

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