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Sielenbach

21.01.2021

Deswegen könnte das Baugebiet für Schafhausen scheitern

Zwischen der Ecknach (Vordergrund) und dem Iglbach ist im Südwesten von Schafhausen (Gemeinde Sielenbach) ein Baugebiet geplant.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Das geplante Baugebiet in Schafhausen steht wegen der Nähe zur Ecknach und zum Iglbach auf der Kippe. Wird es noch etwas mit den 14 Bauplätzen?

Das geplante Baugebiet im Sielenbacher Ortsteil Schafhausen steht auf der Kippe. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Ecknach und zum Iglbach und damit im Überschwemmungsbereich der beiden Gewässer. In der Sitzung am Mittwoch diskutierte der Gemeinderat, ob Geld in ein Bodengutachten für das Baugebiet "Unterschafhausen Süd-Ost" gesteckt werden soll.

Im Südosten von Schafhausen sind 14 Bauplätze geplant

Die Planungen für das Baugebiet laufen schon länger. Auf einer rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche im Südosten von Schafhausen könnten etwa 14 Bauplätze entstehen. Ein Wasserspiegelgutachten, das das Ingenieurbüro Mayr aus Aichach im Zuge der Planungen erstellt hat, sorgte im Gemeinderat für Diskussionen über das weitere Vorgehen.

Bürgermeister Heinz Geiling teilte dem Gemeinderat das Ergebnis mit. Demnach geht das Ingenieurbüro davon aus, dass die Lage im Überschwemmungsbereich zu einem Verlust an Retentionsraum führen würde. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich die Hochwassersituation auf den an den Iglbach angrenzenden Flächen verschlechtern könne. Um diese beiden Aspekte in den Griff zu bekommen, untersuchte das Ingenieurbüro mit dem Planungsbüro Opla zwei Varianten.

Eine Variante war eine Geländemodellierung in Form von Abgrabungen im östlichen Bereich. Dadurch ließe sich zwar der Verlust der Retentionsfläche reduzieren. An der Hochwassersituation auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen ändert sich jedoch nichts, weil sich beim Durchlass ein Rückstau bilden würde. Eine Vergrößerung des Durchlasses, wie das Planungsbüro in Variante zwei durchspielte, würde nur eine minimale Abweichung bringen.

Das Ingenieurbüro ging außerdem davon aus, dass der Boden entlang der Ecknach torfig sei. Dessen Entsorgung könnte im Rahmen der Schaffung von Retentionsraum einen beträchtlichen Kostenfaktor darstellen. Das Ingenieurbüro schätzte die Entsorgungskosten von rund 1200 Kubikmeter Torferde laut Geiling auf etwa 200.000 bis 300.000 Euro. Es empfahl der Gemeinde, als nächsten Schritt ein Bodengutachten zu Baugrundverhältnissen und Grundwasserstand einzuholen.

Explodieren die Kosten für das Baugebiet in Schafhausen?

Bedenken wegen explodierender Kosten hatte nicht nur Josef Kreppold. Die Konsequenz seien hohe Quadratmeterpreise für die Bauplätze, befürchteten die meisten Gemeinderäte. Martin Echter gefiel zwar nicht, dass "das Baugebiet im Wasser steht". Weil aber der Bedarf an Baugrund da sei, sprach er sich dafür aus, eine Lösung zu finden. Das sah auch Johann Finkenzeller so. Er sagte: "Wir sollten noch genauer herausfinden, was es uns kosten würde." Die Gemeinde habe schon eine Stange Geld für die Planungen ausgegeben, erklärte Josef Stocker. Vor einer endgültigen Entscheidung solle ein Bodengutachten erstellt werden.

Das Baugebiet greift in die Landschaft des Ecknachtals ein

Florian Bichler machte sich über eine mögliche Geländemodellierung Gedanken: "Den Eingriff ins Ecknachtal und seine Auswirkungen auf Stunzberg und Maria Birnbaum sehe ich kritisch." So ging es auch dem Bürgermeister. Er hatte bei der Naturschutzbehörde im Landratsamt vorgefühlt und dort erfahren, dass der torfige Boden ein natürlicher CO2-Speicher sei, den man belassen sollte. Auch das Wasserwirtschaftsamt hatte auf den naturschutzfachlichen Aspekt hingewiesen und erklärt, dass sich das Gelände "nicht sehr gut für eine Bebauung" eigne.

Rosa Lutz befürchtete, dass mit einem Bodengutachten Geld in den Sand gesetzt werde. Auch Kreppold sprach sich mit Blick auf den hohen Grundwasserstand grundsätzlich dagegen aus, noch mehr Geld zu investieren. Dem Vorschlag von Horst Pappenberger, zuerst Angebote für ein Bodengutachten und die weiteren Kosten einzuholen und dann zu entscheiden, stimmte der Gemeinderat zu.

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