Adelzhausen: Die Grundschule Adelzhausen hat viel zu wenig Platz: Was tun?
Adelzhausen
Die Grundschule Adelzhausen hat viel zu wenig Platz: Was tun?
Vor zehn Jahren kämpfte die Schule in Adelzhausen wegen Schülermangels ums Überleben, nun könnten gleich drei erste Klassen eingeschult werden. Was der Gemeinderat tun will.
Die Grundschule Adelzhausen platzt sprichwörtlich aus allen Nähten. Im Gemeinderat wurde jetzt über Konzepte diskutiert, um der Raumnot bis zum geplanten Anbau zu begegnen.Foto: Alice Lauria
Über 60 Kinder werden voraussichtlich im kommenden Schuljahr ab September 2021 in der Grundschule Adelzhausen eingeschult. Statt bisher zwei würde es dann drei erste Klassen geben. Ungewohnt offensiv diskutierte der Gemeinderat Adelzhausen , ob das von Bürgermeister Lorenz Braun favorisierte neue Schulkonzept eine Lösung für die Raumnot wäre.
Ein Anbau könnte die Raumnot an der Adelzhauser Grundschule wohl beenden.Foto: Susanne Klöpfer (Symbolfoto)
Kämpfte die Grundschule vor rund zehn Jahren noch wegen geringer Schülerzahlen gegen eine Schließung, so ist die Situation seit einigen Jahren eine völlig andere: Es gibt zu wenig Platz für die vielen Schüler. Um Abhilfe zu schaffen, stellte die Gemeinde für die Mittagsbetreuung bereits einen Container auf. Die Klassenräume der Erstklässler wurden in die alte Schule nach Tödtenried (Gemeinde Sielenbach) verlegt, die zum Schulverband Adelzhausen-Tödtenried gehört.
Mittelfristig soll ein Anbau an Grundschule Platz schaffen
Mittelfristig soll ein Anbau an der Grundschule Platz schaffen. Die Umsetzung des Bauprojekts hängt aber davon ab, wie schnell der neue Kindergarten fertig wird. Im Herbst 2022 soll er bezugsfertig sein. Dann könnte auch der Container vor dem Kindergarten, in dem jetzt aus Platzgründen eine Gruppe untergebracht ist, wieder abgebaut werden. Dadurch gäbe es Raum für einen Anbau an die Grundschule.
Aber schon für das kommende Schuljahr wird noch mehr Platz benötigt. 57 Erstklässler seien bereits angemeldet, teilte der Bürgermeister dem Gremium mit. Dazu kommen voraussichtlich weitere sechs Schüler, die im vergangen Jahr noch zurückgestellt worden waren. Die Konsequenz laut Braun: "Nächstes Jahr haben wir eventuell drei erste Klassen.“
Förderschulen 409 (Vorjahr: 408) Schüler in 34 (35) Klassen an zwei Schulen: Aichach (179 Schüler/15 Klassen, Vorjahr 181/16). Gastschüler: insgesamt 29 (30).
Schüler an Kreisschulen im Schuljahr 2020/2021
Realschulen Insgesamt 2766 Realschüler (Vorjahr: 2698) in 104 Klassen (102) an vier Schulen: Aichach (811 Schüler/30 Klassen, Vorjahr: 771/29), Affing-Bergen (519/19, 519/19), Gastschüler insgesamt: 395 (388). Aichach: 15 Gastschüler (Vorjahr: 15), in Bergen 204 (199).
Gymnasien 1997 Schüler (Vorjahr: 2007) und 89 Klassen (87) an drei Schulen. In Aichach werden 619 (667) Schüler in 28 (29) Klassen unterrichtet. Gastschüler insgesamt: 115 (107). Aichach: 9 (10).
Berufliche Oberschule An Fachober- und Berufsoberschule werden insgesamt 1035 Schüler (Vorjahr: 1021) in 43 Klassen (41) unterrichtet. Davon 39 FOS-Klassen (zwei Vorklassen, fünf FOS-13-Klassen) mit 956 Schülern (Vorjahr: 37 Klassen und 928 Schüler) und vier BOS-Klassen mit insgesamt 79 Schülern (vier Klassen/93 Schüler). In der neuen Ausbildungsrichtung Gesundheit sind es jetzt insgesamt zwölf Klassen (279 Schüler). Gastschüler: 474 (Vorjahr: 415), davon 438 (Vorjahr: 377) an der FOS.
Wirtschaftsschule 35 Schüler (Vorjahr: 38) in drei Klassen (8. bis 10.) in Pöttmes. Gastschüler: 5 (8).
Ganztagsschüler Offener Ganztag (206 Schüler in sechs Kreisschulen); gebundener Ganztag (268 Schüler, drei Kreisschulen).
Berufsschulen 1388 Schüler (Vorjahr: 1464) in 61 Klassen (67) an zwei Schulen: Aichach (636/31, Vorjahr: 647/33). 33 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz in zwei Klassen in Aichach. 61 (Vorjahr 77) junge Migranten werden in vier (Vorjahr: vier) Integrationsklassen berufsvorbereitend beschult. Gastschüler: 626 (660). Berufsfachschüler: 98 (Vorjahr: 93) in fünf (fünf) Klassen. Hauswirtschaftsschülerinnen: 13 (18).
Förderschulen 409 (Vorjahr: 408) Schüler in 34 (35) Klassen an zwei Schulen: Aichach (179 Schüler/15 Klassen, Vorjahr 181/16). Gastschüler: insgesamt 29 (30).
Auf die Schnelle werde es zwar keine optimale Lösung geben, "aber wir werden eine Lösung finden“, war sich der Bürgermeister sicher. Er will sich mit seinem Sielenbacher Kollegen Heinz Geiling wegen einer Möglichkeit in der Tödtenrieder Schule kurzschließen.
Neues Schulkonzept mit Lernlandschaften wird diskutiert.
Eine andere Alternative sah er in einem neuen Schulkonzept, das kürzlich Karin Doberer, Gründerin und Geschäftsführerin von LernLandSchaft, in der Grundschule vorgestellt hatte. Doberers Konzept sieht vor, Lernräume zu schaffen, die vielfältige und differenzierte Lernsituationen erlauben. Der große Vorteil: Es könnte laut Doberer in den vorhandenen Räumen umgesetzt werden.
Drei bis fünf Workshops seien notwendig, um in enger Zusammenarbeit mit Architekten, Bauherren, Fachplanern und Nutzern ein pädagogisches Raumfunktionsbuch zu erstellen, teilte Braun dem Gemeinderat mit. Das Buch ist der Leitfaden für die spätere Planung und Ausführung. Unter anderem wird mit ihm der Flächenbedarf abgeleitet und mit der Regierung die schulaufsichtliche Genehmigung und die Förderung abgestimmt. Die Kosten dafür liegen bei etwa 12.000 bis 15.000 Euro.
Die Geschäftsführerin soll ein Konzept vorstellen
Johann Treffler war skeptisch: "Wenn wir einen Neubau hätten, würde das für mich noch Sinn machen.“ In der Grundschule seien die Raumbedingungen jedoch vorgegeben. Treffler war der Meinung: "Ich brauche keine Konzepte, die ich theoretisch machen kann und die mit dem Grundriss nicht umsetzbar sind.“ Auch Anton Schieg hielt das für den falschen Ansatz: "Ich sehe nicht ein, dass wir jetzt Geld ausgeben für ein pädagogisches Konzept.“ Die Gemeinde solle sich zuerst Gedanken über die bauliche Umsetzung machen. Simon Konrad sah das anders: "Wir würden einen Fehler machen, wenn wir zuerst das Gebäude planen und dann kommt Frau Doberer.“ Seinem Vorschlag, dass die Geschäftsführerin ihr Konzept dem Gemeinderat kurz vorstellt, stimmte das Gremium schließlich zu.
Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.