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Abschied

25.07.2019

Die „Kaiserin der Grundschule“ geht

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Ursula Kaiser war begeistert von den vielen bunten Beiträgen.

Mit einem berührenden Programm verabschieden die Inchenhofener ihre Schulleiterin Ursula Kaiser

„Völlig losgelöst“ kann Ursula Kaiser künftig ihren Hobbys frönen. Die Leiterin der Grundschule Inchenhofen wurde gestern in die Freistellungsphase verabschiedet – der Vorstufe zum Ruhestand. Schüler und Lehrer hatten ein buntes Programm zusammengestellt. Ganz im Sinne von der „Kaiserin der Grundschule“, die Buntes liebt und für die das Wir-Gefühl immer im Vordergrund stand.

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„Eine Frau – noch dazu mit roten Haaren.“ So war vor rund 16 Jahren Monsignore German Fischer, dem damaligen Pfarrer von Inchenhofen, die neue Schulleiterin angekündigt worden. Das verriet ein schmunzelnder Dekan Stefan Gast bei der Abschlussfeier und fügte hinzu: „Wer sie kennt, weiß, dass sie es sehr gerne bunt mag.“ Ein bunter Alltag sei für eine kleine Schule wie Inchenhofen wichtig, sagte Gast. Er schätzte die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Schulleiterin.

Im Jahresbericht der Schule von vor 16 Jahren hatte Bürgermeister Karl Metzger geblättert. Dort waren den Schülern nicht nur die roten Haare und die bunte Kleidung Kaisers aufgefallen. Sie hatten dort auch notiert, dass sie ein ovales Gesicht habe und mit 1,79 Meter größer sei als ihr Vorgänger. Kaiser sei ein harmonisches Verhältnis zwischen der Schule und dem Träger immer wichtig gewesen, sagte Metzger. Er beschrieb sie als eine engagierte Rektorin. Als Beispiel nannte er die Kombiklasse, um deren Einführung es viele Diskussionen gegeben habe und die sich dann zu „einem Juwel“ entwickelt habe.

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Wenn eine Schule gut laufe, sei es vielen Stellen zu verdanken, sagte Schulrätin Carola Zankl. „An der wichtigsten Schaltstelle steht die Schulleitung.“ Kaiser habe im Schulalltag viele Rollen zu schaffen gehabt, sagte Zankl und nannte als Beispiele Organisatorin, Dompteuse oder Streitschlichter. Das alles habe Kaiser bestens unter einen Hut gebracht und auch noch eine Klasse unterrichtet. „Es war dir besonders wichtig, den Kindern das fachliche und menschliche Rüstzeug mitzugeben.“ Sie habe Kaiser immer als einen „herzlichen, unkomplizierten und zugewandten Menschen“ erlebt, sagte Zankl. „Sie hat die Schule mit Herzblut geleitet.“

Besonders durch einen Hauptgedanken habe Kaiser die Grundschule geprägt, sagte Marco Bichlmaier: „Es stand immer das Wir im Vordergrund.“ Der Schulleiterin sei es ganz wichtig gewesen, alle Klassen übergreifend mit einzubeziehen. Bichlmaier unterrichtet selbst als Lehrer an der Grundschule und wird ab dem kommenden Schuljahr der neue Leiter sein.

Für Kaiser beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, in dem Statistiken, morgendliche Konferenzen und Überlegungen zu neuen Konzepten keine Rolle mehr spielen. Die Schulfamilie hatte sich Gedanken gemacht, wie sie die Zeit füllen könne. Von den Erstklässlern bekam sie eine Tasse geschenkt, die für alle Gelegenheiten genutzt werden kann. Zum Grogtrinken genauso wie zum Aufbewahren von Pinseln oder Krimskrams.

Die Arbeitsgemeinschaft „Italienisch“ verabschiedete sich mit einem Gedicht von ihrer „Direktrice“, wie Schulleiterin auf Italienisch heißt. Sie sei wie ein Kapitän gewesen, hatten die Schüler gedichtet. Die Zweitklässler spielten nach, wie Kaiser mit ihrer Sekretärin darüber diskutiert, welches Gedicht zur Abschlussfeier passt. Die Dritt- und Viertklässler hatten einen bayerischen Tanz einstudiert. Per Video verabschiedeten sich ehemalige Schüler. Elternbeirat, Förderverein und Mittagsbetreuung überreichten ihr ein Geschenk und das Lehrerkollegium schickte sie mit dem Lied „Völlig losgelöst“ auf Europareise.

Sie habe es immer ganz wunderbar gefunden, die „Kaiserin der Grundschule“ zu sein, sagte eine sichtlich berührte Leiterin.

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