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Prozess

19.01.2017

Dieb im Wohnmobil auf frischer Tat ertappt

Symbolbild
Bild: Alexander Kaya

Ein 50-Jähriger stiehlt während eines Reitturniers bei Pöttmes Geld. Das war nicht das erste Mal

Aichach Der Dieb wurde auf frischer Tat ertappt. Der 50-Jährige aus dem Raum Rosenheim hatte während eines Reitturniers auf Gut Sedlbrunn bei Pöttmes im vergangenen Oktober ein Wohnmobil durchsucht und Geld gestohlen. Gestern musste er sich vor dem Aichacher Amtsgericht deshalb verantworten. Der Angeklagte gab die Vorwürfe zu. Amtsrichter Walter Hell sah trotzdem „wenig bis nichts“, das zu seinen Gunsten sprach.

Geplant habe er den Diebstahl nicht, sagte der 50-Jährige. „Ich sehe gerne bei Turnieren zu und wollte auch hier nur zusehen.“ In den Wohnmobilen wähnte er spontan die Chance, seine finanzielle Lage aufzubessern. Vor allem, als er bemerkte, dass eines nicht abgesperrt war. „Da habe ich mich verleiten lassen“, erklärte der Angeklagte.

Das allerdings war nicht der erste Diebstahl, den er beging. Bei seinen rund 30 Vorstrafen wechseln sich Diebstahl und Schwarzfahrten ab. Der Mann saß deswegen schon mehrmals im Gefängnis. Erst im Juli vergangenen Jahres war er entlassen worden. Im Oktober machte er auf Gut Sedlbrunn schon wieder lange Finger und nahm 85 Euro aus den Geldbeuteln, die die Besitzer in dem Gefährt gelassen hatten. Der Eigentümer ertappte den Dieb noch im Wohnmobil.

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Von Staatsanwältin Julia Mayer auf seine Zukunftspläne angesprochen, sagte der Angeklagte: „Ich werde mich beim Arbeitsamt melden oder mir einen Minijob suchen.“ Seit rund zehn Jahren lebt der 50-Jährige davon, an Probandenstudien teilzunehmen. Rund 10000 Euro verdiene er pro Jahr damit, sich als Versuchsperson für Medikamententests zur Verfügung zu stellen, sagte er aus. „Ich bin nicht mehr der Jüngste, ich muss irgendwann die Kurve kriegen“, erklärte der Angeklagte.

Staatsanwältin Mayer hatte ihre Zweifel, ob der 50-Jährige tatsächlich die Kurve kriegen und sein Leben ändern würde. Sie bezeichnete ihn als mental schwach und betonte: „Allein die Gelegenheit reicht schon, um einen Diebstahl zu begehen.“ Angesichts seiner langen und einschlägigen Vorstrafenliste forderte sie eine fünfmonatige Haftstrafe.

Verteidiger Reinhard Baade plädierte hingegen mit Blick auf den geringen Schaden für eine dreimonatige Bewährungsstrafe.

Amtsrichter Hell folgte in seinem Urteil der Staatsanwältin. Wenn man auf frischer Tat erwischt werde, sei ein Geständnis keine große Kunst, sagte er. Insgesamt fand er „wenig bis nichts“, das er zugunsten des Angeklagten werten konnte.

„Ich wage zu bezweifeln, dass das der letzte Diebstahl war“, erklärte Hell und verurteilte den 50-Jährigen zu einer fünfmonatigen Haftstrafe.

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