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Auslandsstudium

28.05.2015

Ein Aichacher in Istanbul: Wie fühlt es sich an, in einer Millionenstadt zu leben?

Konstantin Schön, 21, aus Aichach studiert für ein Semester Architektur in Istanbul. Dort taucht er tief in die türkische Kultur ein und beherrscht die Sprache nach neun Monaten gut. Das ist auch nötig – die Dozenten in seiner Uni geben die Kurse meist auf Türkisch. Vom Essen und den Menschen ist Konstantin begeistert.
Bild: Melanie Nießl

Konstantin Schön aus Aichach wollte wissen, wie es ist, im Ausland zu leben. Für sein Studium zog er daher nach Istanbul. Wie es ihm gefällt und was er an seiner Heimat vermisst.

Das Fernweh vieler wird immer größer und so zieht es Jahr für Jahr immer mehr Jugendliche ins Ausland – ob für ein Auslandsstudium, zum Arbeiten oder einfach nur zum Reisen. Auch der 21-jährige Aichacher Konstantin Schön ging für sein Architekturstudium in die Türkei.

Istanbul gehörte nicht zu seinen Favoriten und eher durch Zufall landete Konstantin in der türkischen Großstadt. Konstantin erzählt: „In Istanbul war noch ein Platz frei und daraufhin dachte ich mir, dass sich das eigentlich auch richtig interessant anhört.“ Der 21-Jährige bereut seine Entscheidung keineswegs. Vergangenen September startete seine Reise in die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei. Bevor er diese antrat, nahm Konstantin auch schon an einem türkischen Sprachkurs teil, um ein paar Grundkenntnisse zu erlernen.

Bei seiner Ankunft in der Millionenstadt war Konstantin überrascht: „Es war richtig überwältigend und ein echter Kulturschock für mich. Ich habe zwar auch schon in München gewohnt, aber da merkt man erst, wie klein München eigentlich ist.“ Was Konstantin negativ aufgefallen war: Die Straßen sind dreckig und es gibt viel Lärm. Außerdem hätten manche Einheimische immer wieder versucht, ihn abzuzocken. Konstantin nimmt das gelassen: „Sowas nimmt man irgendwann hin und kommt damit klar. Es war trotzdem ein tolles Gefühl, in so einer großen Stadt zu wohnen.“

Schön wohnt in einer WG mit zwei anderen Studenten

In Istanbul lebt er mit zwei anderen Studenten, die er aus der Universität München kennt, in einer WG nahe des bekannten Taksim-Platzes. Von dort aus hat der junge Aichacher viele Möglichkeiten: In wenigen Minuten steht man in einer riesigen Einkaufsstraße. Auch der Weg zur Uni könnte nicht besser sein: „Mit der Wohnung hatte ich richtig Glück, da ich in einem liberaleren Viertel wohne und ich nur ein paar Minuten zu den Bars und zur Uni brauche.“ Nachdem er sich eingelebt hatte, war Konstantin von dem Leben dort begeistert: „Die türkische Kultur und die Leute gefallen mir – alle sind aufgeschlossen und nett.“ Auch das türkische Essen schmeckt Konstantin: „Ich war überrascht von der Vielfältigkeit der türkischen Küche“.

Dass ein blonder junger Mann aus Aichach mittlerweile gute türkische Kenntnisse hat, kommt super an: „Immer wenn ich in der Landessprache rede, freuen sich die Türken darüber. Auch wenn es nicht perfekt ist, versuche ich es wenigstens. Die Einheimischen helfen mir, mich zu verbessern.“ Dass er sein Türkisch aber nicht nur privat braucht, wurde dem Studenten schnell in der Uni klar: „An sich soll es eine der besten Unis in der Türkei sein. Sie werben auch damit, dass sie englischsprachige Kurse anbieten. Aber oftmals sprechen die Dozenten nur Türkisch. Entweder weil sie Englisch nicht können oder weil sie zu schlecht darin sind.“

Was Schön an Bayern und Aichach vermisst

Istanbul selbst bietet zahlreiche Möglichkeiten. Konstantin weiß das mittlerweile aus eigener Erfahrung: „Selbst wenn man schon neun bis zehn Monate hier lebt, entdeckt man immer wieder etwas Neues. Aber man geht natürlich auch immer öfter dahin, wo man schon weiß, dass es einem gefällt.“ Trotz der tollen Erfahrung und des überwältigenden Lebens in Istanbul vermisst Konstantin seine bayerische Heimat: „Gutes bayerisches Bier und bayerisches Essen fehlen mir.“ Auch die Freizeitgestaltung in seinem Auslandssemester unterscheidet sich von der in Deutschland: „Sport fehlt mir. Ich war zwar im Fitnessstudio, aber das war sehr teuer. Und den Teamsport vermisse ich, da ich eigentlich in Aichach Handball spiele.“

Konstantin hat sich in Istanbul mit Einheimischen angefreundet. Das rät er auch allen, die eine Weile in einem anderen Land verbringen möchten. Konstantin erzählt: „Wir haben einen kennengelernt, der hier lebt. Er hilft uns oft bei Kleinigkeiten, die wir nicht wissen können und mit sprachlichen Problemen zusammenhängen. Ich glaube auch, dass wir die Stadt durch ihn anders wahrgenommen haben.“

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