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Lesung

21.10.2019

Ein spannender Abend mit Morden, Pest und Zauberei zwischen Buchdeckeln

Die Mitwirkenden des Abends: (von links) Robert Predasch, Ingrid Predasch, Wolfgang Manhart, Conny Metz, Richard Bauch, Bibliothekarin Susanne Lucas und Markus Schneider.
Bild: Alice Lauria

Schauspieler des Volkstheaters nehmen in der Aichacher Stadtbücherei mehr als 60 Zuhörer mit in längst vergangene Zeiten

Zum dritten Mal begeisterten die Schauspieler des Volkstheaters über 60 Zuhörer mit einer Lesung in der Stadtbücherei Aichach. Die Texte stammten aus sehr unterschiedlichen historischen Romanen. Der Titel des Abends „Von Zeiten und Menschen“ fasst die Sammlung zusammen. Seit April 2018 gibt es diese Lesungen in der Bibliothek, damals entstanden aus einer Idee von Susanne Lucas, Leiterin der Bücherei, und ihrer Kollegin Ursula Echsler, um den Aichachern Lust auf neuen Lesestoff zu machen. Nachdem es neuerdings in der Bücherei rollbare Bücherregale gibt, kann ausreichend Platz für die Zuhörer geschaffen werden. Chronologisch vom tiefsten Mittelalter des 14. Jahrhunderts bis in die Neuzeit um das Jahr 1821 wurden sechs historische Romane vorgestellt. Den Anfang machte Markus Schneider mit einem Buch der Britin Minette Walters „Die letzte Stunde“, dem ersten von zwei Bänden um Lady Anne, die alles in ihrer Macht Stehende tut, um ihr Anwesen und die Bewohner vor der ausgebrochenen Pest zu schützen. Sie opfert hierfür sogar ihren Ehemann. In derber, bildreicher Sprache entführt Walters den Leser in das Jahr 1348.

Gut hundert Jahre später ist der Roman „Der Spielmann“ vom Münchner Autor Oliver Pötzsch angesiedelt. Wolfgang Manhart vom Volkstheater gelang es meisterlich, die Zuhörer in den Bann des spannenden Buches zu ziehen: In der ruhigen Stadt Knittlingen taucht eines Tages ein Trupp Gaukler auf. Besonders ein weissagender Zauberer erweckt die Neugierde des achtjährigen Johann Georg, genannt Faustus. Hinter diesem Spitznamen und dem Geburtstag sowie der Herkunft des Kindes scheint der mystische Fremde eine schicksalhafte Bedeutung zu erkennen.

Robert Predasch stellte daraufhin „Wölfe“, den ersten Band der Tudor-Trilogie von Hilary Mantel vor. Zur Zeit Heinrich VIII. erzählt das Buch fesselnd die Geschichte des Thomas Cromwell und dessen Aufstieg in London ab den 1520-Jahren. Die Besucher des literarischen Abends waren begeistert.

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Bei selbst gemachten Knabbereien und ausreichend Wein lud die gemütliche Atmosphäre auch während der Pause und nach der Lesung zum Verweilen und Unterhalten ein. „Mir gefällt es sehr gut. Vorgelesen bekommen ist ja auch mal schön. Leider habe ich oft kaum Zeit für Romane, sondern lese mehr Zeitungen und Zeitschriften“, sagte Karsten Lentge, einer der Zuhörer. Ebenfalls begeistert war Ingrid Hildebrandt: „Dieser Abend macht Lust auf ein neues Buch. Letztes Jahr war ich leider zu spontan und hatte keine Karten mehr bekommen“.

Conny Metz trug aus dem in Augsburg angesiedelten Roman „Das Gold der Fugger“ vor. Ein 2018 erschienenes Werk des Augsburger Lehrers Peter Dempf rund um Agnes Bernthaler, die mit allen Mitteln versucht, die Unschuld ihres hingerichteten Vaters posthum zu beweisen. Dabei besticht ihre selbstbewusste Art in der von Männern dominierten Gesellschaft des sechzehnten Jahrhunderts.

Mit Ingrid Predasch tauchten die Zuschauer daraufhin in Bernard Cornwells „Narren und Sterbliche“ in die Welt William Shakespeares ein. Erzählt aus der Sicht seines Bruders Richard, der versucht, die Aufführung von „Der Sommernachtstraum“ zu retten im Gegenzug zu einem Versprechen seines Bruders, ihn endlich mal Männerrollen spielen zu lassen.

Das letzte Buch des Abends war „Grimms Morde“ von Tanja Kinkel. Geboren in Bamberg lebt die Autorin in München und beschreibt in ihrem Buch die Geschichte um einen Mord im Umfeld der Gebrüder Grimm. Richard Bauch begrüßte das Publikum zu Beginn seiner Lesung mit den Worten „es wird gruselig.“ In der Tat schaffte er es, dass man sich als Zuschauer die mit heißem Wachs getötete Frau nur zu bildlich vorstellen konnte. Gemeinsam versuchen die märchensammelnden Brüder und die Schwestern Droste-Hülshoff, dem rätselhaften Mord auf die Spur zu kommen.

Ein kurzweiliger Abend voller Geschichten aus vergangenen Zeiten, an dessen Ende das Aichacher Publikum begeistert Beifall klatschte und nach Zugaben verlangte. (lice)

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