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Aindling

26.05.2020

Ex-Bürgermeister Tomas Zinnecker mischt weiter politisch mit

Zu den großen Projekten in Tomas Zinneckers Amtszeit zählte der Neubau des Aindlinger Rathauses, hier ein Foto vor dem Neubau im Jahr 2011.
Bild: Evelin Grauer

Plus Er war 18 Jahre lang Aindlinger Bürgermeister und hat in der Marktgemeinde einen Fluch gebrochen. Raus aus der Politik ist er noch nicht. Was der 61-Jährige bedauert.

Sie waren zum Teil Jahrzehnte im Amt und haben ihre Gemeinden geprägt. Zum 1. Mai haben gleich zehn von 16 Bürgermeistern im Aichacher Land aufgehört. In einer Serie verabschieden wir die langjährigen Bürgermeister.

So ganz angekommen im Ruhestand ist der langjährige Aindlinger Bürgermeister Tomas Zinnecker noch nicht. In den ersten Tagen nach der offiziellen Amtsübergabe an Nachfolgerin Gertrud Hitzler war er fast noch jeden Tag im Rathaus, um diese einzuweisen. Neben viele privaten Terminen standen für den CSU-Abgeordneten auch gleich wieder politische Sitzungen an, da Zinnecker weiterhin Mitglied im neuen Kreistag und im Bezirkstag ist. „Von 100 auf null aufhören wollte ich nicht. Man braucht ja schließlich noch ein bisschen eine Aufgabe“, sagt der 61-Jährige. Doch auch privat wird ihm so schnell nicht langweilig.

Zinnecker wird die Menschen im Rathaus in Aindling vermissen

Im vergangenen Jahr hat er mit seiner zweiten Frau ein neues Haus in Aindling bezogen. „Die Außenanlagen sind noch überhaupt nicht angelegt“, deutet er seine nächsten Ziele an. Und wenn nicht zu Hause gewerkelt wird, will er mit seiner Frau die Natur genießen und erkunden – mit dem Chopper, dem Rad oder zu Fuß. Zudem wartet das Wohnmobil auf Ausfahrten. Und auch seine beiden erwachsenen Kinder wohnen in der Nähe.

Ex-Bürgermeister Tomas Zinnecker mischt weiter politisch mit

Trotz aller privater Projekte wird Zinnecker insbesondere das Personal im Aindlinger Rathaus und im Bauhof vermissen. Es habe ihn sehr berührt, was sich die Mitarbeiter alles zu seiner Hochzeit und zu seinem 60. Geburtstag hatten einfallen lassen. Da wurde unter anderem gebastelt und gesungen. Der Bauhof baute einen Baum, und die Jugendfeuerwehr aus dem Ortsteil Stotzard führte eine Einlage auf. Auch mit den allermeisten Bürgern ist der gelernte Jurist immer gut klargekommen: „Es gab nie irgendwelche Angriffe oder Schmähschriften.“

Dreimal zum Bürgermeister gewählt

Schließlich haben ihn die Aindlinger auch dreimal zum Bürgermeister gewählt. Als er 2002 ins Amt gehoben wurde, setzte er sich überraschend gegen Amtsinhaber Josef Lentscher durch, der nach zwölf Jahren gehen musste. 2008 kam Zinnecker ohne Gegenkandidat auf fast 92 Prozent der Stimmen. 2014 hatte er dafür zwei Gegenkandidaten, aber setzte sich souverän mit fast 70 Prozent durch. Damit brach er auch den „Fluch“ der dritten Amtszeit, der den vorherigen Aindlinger Bürgermeistern der Sage nach zu schaffen machte.

Aindlings Bürgermeister Tomas Zinnecker vor dem Baugebiet "Am Erlberg", das einen herrlichen Blick auf den Aindlinger Ortskern bietet. Die Schaffung von Baugebieten gehörte zu den Schwerpunkten in Zinneckers dritter Amtszeit.
Bild: Evelin Grauer

Zinnecker sprach in seiner letzten Gemeinderatsitzung als Bürgermeister von „vielen, vielen schönen Jahren“. Die positiven Momente hätten die negativen bei Weitem übertroffen. Der 61-Jährige blickte kurz auf die großen Projekte seiner Amtszeit zurück und bezeichnete alle als sehr gelungen: die Ortsdurchfahrten Gaulzhofen und Aindling, das Aindlinger Rathaus, den Neubau der Kinderkrippe und die Sanierung der alten Schule mit dem Einbau des Horts. Zudem wurden viele neue Bauplätze geschaffen. Besonders stolz ist er darauf, dass es beim Rathausneubau keinerlei Widerstand der Bürger gab und der gesamte Gemeinderat an einem Strang zog. Das Ergebnis, findet Zinnecker, könne sich knapp zehn Jahre nach dem Einzug noch immer sehen lassen: „Das Rathaus ist toll.“

Aindling fehlt ein Bürgerzentrum

Dass das Projekt „Marktzentrum am Marktplatz“ mit Geschäften, Arztpraxen, Wohnungen und einem Café nicht umgesetzt werden konnte, bedauert Zinnecker. Er ist sich aber sicher, dass der Marktplatz früher oder später belebt werden wird. „Es wird wohl was Kleineres kommen“, glaubt er. Ansonsten wünscht er sich für Aindling – wie viele Bürger – eine Art Mehrzweckhalle als Bürgerzentrum.

Auch wenn Zinnecker einiges an seinem Bürgermeisterjob vermissen wird, die stetig zunehmende Bürokratie lässt er gerne zurück. Zudem hatten ihn auch gesundheitliche Probleme dazu bewogen, nach 18 Jahren nicht wieder zu kandidieren. Seiner Nachfolgerin Gertrud Hitzler brauche er keine guten Tipps zu geben, so Zinnecker. Aber sie habe seine Handynummer und könne ihn jederzeit anrufen.

Und so ergeht es der neuen Bürgermeisterin: Auf Hitzler warteten Rechnungen

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