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Rehling-Au

21.02.2021

Hobbybrauer Kai Schimmelpfennig stellt in Rehling kreative Bio-Biere her

Kai Schimmelpfennig, gebürtiger Franke, der seit langem in Affing wohnt, hat sich im Rehlinger Ortsteil Au seinen Traum von einer eigenen Brauerei erfüllt.
Bild: Josef Abt

Plus Kai Schimmelpfennig möchte sein Hobby zum Beruf machen. Wie seine kleine Brauerei im Rehlinger Ortsteil Au entstanden ist und welche besonderen Sorten er anbietet.

Ein schon länger gehegter Traum von einer eigenen kleinen Brauerei ist nun für den in Affing wohnenden Kai Schimmelpfennig in Erfüllung gegangen. Seit Ende vergangenen Jahres betreibt er eine kleine Brauerei im Rehlinger Ortsteil Au, unter dem Firmennamen „Die Genuss Brauer“. Es ist aber keine Brauerei im herkömmlichen Sinn, es soll vielmehr eine „Manufaktur für feine Bio-Biere“ sein.

2012 kam Bierliebhaber Kai Schimmelpfennig auf die Idee, selbst Bier zu brauen und spezielle Sorten zu kreieren. „Da ich schon immer gerne selbst gekocht und gebacken habe und Biere sehr gern mag, kam mir Bierbrauen sehr gelegen“, sagt er. Zusätzlich sollte es etwas nachhaltiges sein, deshalb setzte er von Beginn an auf Bio-Biere.

Der Hobbybrauer aus Affing ist gebürtiger Franke

Der 57-jährige Technische Betriebswirt, der ein gebürtiger Franke ist, hat sich im Selbststudium die erforderlichen Kenntnisse angeeignet. Das Vorhaben wurde anfangs noch zusammen mit drei weiteren Freunden in die Tat umgesetzt. Zuerst in der eigenen Garage in Affing und später dann in seinem Weinkeller. Dazu wurde eine kleine Brauanlage mit einer Kapazität von 50 Litern erworben. Dazu mussten zur weiteren Professionalisierung eine Wasserleitung verlegt, Keller gefliest und eine Lüftungsanlage eingebaut werden.

Bis August 2018 produzierte Schimmelpfennig auf dieser kleinen Anlage sein eigenes Bier. Dann legte er sich einen weiteren 50 Liter- Sudkessel zu, um mehr Ausstoß und unterschiedliche Biere zu produzieren. Getrunken wurde das Bier im privaten Bereich und mit engen Freunden, wie der Brauer erzählt. Dennoch erschien dem Hobbybrauer der Zeitaufwand, in zehn bis zwölf Stunden nur 90 Liter Bier herzustellen, zu hoch. In ihm reifte immer mehr der Gedanke, das Brauen weiter zu professionalisieren und ein eigenes Unternehmen zu verwirklichen.

Diese größere Brauanlage ließ sich schließlich in einem bestehenden, ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Gebäude des Schwagers im Rehlinger Ortsteil Au verwirklichen. Parallel zum Umbau in sechsstelliger Summe entstand das Firmenkonzept „Die Genuss Brauer – Manufaktur für feine Bio-Biere“.

Ein weiteres Ziel war, dass sich der Brauvorgang und die Gärung möglichst nah am ursprünglichen, handwerklichen Bierbrauen orientiert. Jetzt entstehen in Au klassische und kreative Craft-Biere in Bio-Qualität. Das erst kürzlich gebraute „Haunswieser Bio-Lagerbier“ soll ab Ende Februar trinkreif sein. Das Bier gibt es in zwei Versionen: malzig, süffig und fruchtig oder als kaltgehopfte Ausgabe.

Kai Schimmelpfennig präsentiert die so genannten Gäreier, also die Behälter, in denen das Bier nach dem Sud bei einer bestimmten Temperatur eine Woche lang gären muss, bevor es zur Abfüllung gelangt.
Bild: Josef Abt

In der modernen Brauanlage kann pro Sud im Maximum 450 Liter Bier hergestellt werden. Vergoren werden die Biere dort nicht im Drucktank sondern in besonderen, wie große Eier ovalgeformten Gärfässern. Die finale Vergärung und Reifung erfolgt dann auf der Flasche, ohne Filtration oder Sterilisation. So entsteht ein unfiltriertes, naturbelassenes Bio-Bier. Neben den klassischen Sorten wie Weißbier, Lagerbier, Pils, Helles oder Bockbier auch Varianten die kaltgehopft, mit Orangenschalen besonders fruchtig oder mit Hanfblättern besonders weich, leicht süßlich ausgebaut werden. Auch weitere Sorten mit Roh-Kakao oder anderen Gewürzen, sind so schon entstanden. Die Zugaben müssen laut Brauer stets unaufdringlich sein, damit das Bier ein Bier bleibt.

Beim Bierbrauen in Rehling ist Handarbeit gefragt

Diese speziellen Biere aus Au kosten etwas mehr als die herkömmlichen Biere aus den Großbrauereien. Nicht zuletzt wegen der fast doppelten Kosten für die Bio-Zutaten beim Hopfen und Malz und wegen der fast ausschließlichen Handarbeit beim Ansatz bis zur Abfüllung und Etikettierung.

Abgefüllt werden die Biere durchwegs in 0,33 Liter, bedruckten Mehrwegflaschen mit Bügelverschluss, die in Trägern mit zehn Flaschen gestapelt werden, was auch das Transportieren angenehmer machen soll. Einen besonderen Service bieten „Die Genuss Brauer“ für alle Interessenten, die für besondere Feste und Feierlichkeiten die gewünschten Biersorten auf Vorbestellung auch mit personalisierten Etiketten bestellen können. Der Affinger weiß, dass er angesichts der Corona-Pandemie eine ungünstige Zeit für eine Firmengründung erwischt hat, er hofft aber, dass seine speziellen Sorten insbesondere die Liebhaber von Genussbier ansprechen.

Selbst ist der Mann - auch beim Abfüllen steht Kai Schimmelpfennig selbst an der Sechs-Stutzen-Maschine. Zuvor müssen die Bügelverschlussflaschen intensiv gereinigt werden. Dabei steht ihm der ein oder andere Helfer zur Seite.
Bild: Josef Abt

Ziel des Hobbybrauers Schimmelpfennig ist es, das Brauen in ein paar Jahren zu seinem Beruf zu machen. Aktuell bleibt nur das Wochenende für das Brauen, Abfüllen, Flaschenreinigen, Etikettieren und die administrativen Aufgaben. Daher ist aktuell immer nur eine kleinere Auswahl an Biersorten verfügbar. Die Biere können derzeit bei der Brauerei in Au, Auer Bergstraße 5a abgeholt werden (Samstags von 8.30 bis 14.30 Uhr), zudem gibt es die Biere im Hofladen im Scheicherhof in Allmering. Weitere Partner sind in Planung. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.DieGenussBrauer.de.

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