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Affing

12.02.2021

In Affing steigen die Gebühren für Wasser und Abwasser

Trinkwasser wird in Affing wohl erheblich teurer werden, ebenso das Abwasser. Das kam im Affinger Finanzausschuss zur Sprache.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Seit Jahren nimmt Affing mit Wasser und Abwasser viel zu wenig Geld ein. Wie es sonst um die Finanzen bestellt ist und warum der Leiter der Verwaltung schlecht schläft.

Wer im Bereich der Gemeinde Affing zu Hause ist, der muss sich auf wesentlich höhere Kosten im Bereich von Wasser und Abwasser einstellen. In der Sitzung am Mittwoch fasste der Finanzausschuss des Gemeinderats einen einstimmigen Empfehlungsbeschluss, demzufolge die Verwaltung unverzüglich ein Büro mit der Neukalkulation der Gebühren in diesen Bereichen beauftragen soll. Bürgermeister Markus Winklhofer betonte die Dringlichkeit des Themas: "Ich hoffe, dass der Gemeinderat dem Empfehlungsschreiben folgt."

Laut Beschlussvorlage kam von 2016 bis 2020 beim Wasser ein Defizit von insgesamt 770.000 Euro zustande, bei den Kosten für die Entwässerung belief sich das Minus in diesem Zeitraum auf 1,49 Millionen Euro. Seit dem 1. Januar 2016 haben die Affinger für den Kubikmeter Wasser 87 Cent zu zahlen, zuvor waren es 55 Cent. Und an Einleitungsgebühr waren seit dem 1. Januar 2009 2,20 Euro pro Kubikmeter zu entrichten; wurde in den Kanal nur Schmutzwasser eingeleitet, wurden 1,90 Euro in Rechnung gestellt. Bei Wasser und Abwasser zusammen plant die Kommune bislang mit Einnahmen von 900.000 Euro im Jahr.

Josef Tränkl äußerte sich so, nachdem er einen Blick auf die Zahlen geworfen hatte: "Irgendwas ist total aus dem Ruder gelaufen." Josef Schmid hatte sich darüber informiert, wie andere Kommunen ihre Bürger zur Kasse bitten: "Die Wasserpreise in den umliegenden Gemeinden sind doppelt so hoch." Er verlangte mit Nachdruck, diesmal ein anderes Büro zu engagieren.

Das Baugebiet in Mühlhausen kostet viel Geld

Über die aktuellen Finanzen der Gemeinde berichtete Jennifer Friedl aus der Kämmerei. Ende des vergangenen Jahres verfügte die Gemeinde Affing demnach über 2,1 Millionen Euro, im Januar verringerte sich dieser Betrag um rund eine Million Euro. Darin enthalten sind Personalkosten in einer Höhe von 272.000 Euro, eine Abschlagszahlung der Kreisumlage über 266.000 Euro sowie Überweisungen für verschiedene Bauarbeiten. Zum 15. Februar wurden Einnahmen von 950.000 Euro erwartet, zunächst war an dieser Stelle noch ein Betrag von 650.000 Euro zu lesen. "Die Liquidität ist für die nächste Zeit gesichert", erklärte Jennifer Friedl. Die Erschließung des Baugebiets am Weberanger werde aber zu einem Großauftrag.

Auf diesem Gelände entsteht das neue Baugebiet „Am Weberanger“ in Mühlhausen (im Hintergrund); rechts liegen die Friedberger Ach und die Staatsstraße, die nach Rehling weiterführt.
Foto: Archäologie-Zentrum Günzburg GmbH (Archiv)

Geschäftsleiter Bernhard Frank formulierte das Vorhaben so: "Ziel ist, ohne Neuverschuldung auszukommen." Gerhard Faltermeier betonte: "Das Ganze steht und fällt mit den Grundstücksverkäufen." Ob auf diese Weise bis Ende Juni ausreichend Geld in die Kasse gespült werden wird, diese Frage blieb freilich unbeantwortet. "Das ist es", so Frank, "was mich unruhig schlafen lässt."

Affing hat deutlich weniger Grundstücke verkauft als geplant

Weit über eine Stunde lang befasste sich der Ausschuss mit dem Finanzbericht für das abgelaufene Jahr und speziell das vierte Quartal. Am Ende fragte Josef Schmid, wann dieses Gremium die Möglichkeit erhalten könne, den Haushalt für 2021, der in Grundzügen bereits formuliert ist, vorzuberaten; die nächste reguläre Sitzung stehe erst am 11. Mai im Kalender. Winklhofer versicherte, man wolle vor Ostern eine zusätzliche Sitzung einberufen.

Ein wichtiges Thema war der Umgang mit den Haushaltsresten, die aufgelöst werden sollten. Georg Engelhard sparte hier nicht mit kritischen Worten, die ausdrücklich nicht an Jennifer Friedl und Bernhard Frank gerichtet waren: "Ein Durcheinander, das nicht Sie zu verantworten haben, sondern Ihre Vorgänger." Frank erklärte, er werde sich in diesem Zusammenhang von einem Fachmann im Landratsamt in Aichach beraten lassen.

Wiederholt wurde Klage darüber geführt, das im Haushalt an einigen Stellen vergleichsweise hohe Ausgaben vorgesehen waren, die aber dann nicht benötigt wurden. Beispielsweise deshalb, weil Schlussrechnungen bei Bauarbeiten erst verspätet eintrafen. Beim Verkauf von Grundstücken hatte Affing im vergangenen Jahr mit 4,7 Millionen Euro kalkuliert, am Ende lagen die Einnahmen aber lediglich bei 1,6 Millionen Euro. Der Schuldenstand am 31. Dezember 2020 belief sich auf 6,1 Millionen Euro.

Familien müssen weniger Kita-Beiträge zahlen

Wenn ein Kind im Januar oder Februar nicht mehr als fünf Tage in einer Notbetreuung der Gemeinde in Anspruch nimmt, dann zahlt der Freistaat 135 Euro pro Kind. Damit entlastet er wie bereits in den Monaten April bis Juni 2020 die Familien pauschal. Mit dieser Mitteilung beantwortete der Bürgermeister eine Anfrage von Gerhard Faltermeier.

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