Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Interview: So geht es dem Kühbacher DJ Bartho während Corona

Aichach-Friedberg

30.07.2020

Interview: So geht es dem Kühbacher DJ Bartho während Corona

Corona macht erfinderisch: Statt des üblichen Brauereifests veranstalteten einige DJs dieses Jahr ein virtuelles Brauereifestival. DJ Bartho war auch mit dabei.
Bild: Fabian Bauch

Plus Roman Haberl aus Kühbach hat vor Corona als DJ Bartho neben seinem Studium aufgelegt. Was dem DJ am meisten Spaß macht und wie er die Corona-Zeit übersteht.

Roman Haberl aus Kühbach hat einen Nebenjob, den sich viele erträumen: Er legt unter dem Namen DJ Bartho in Klubs, bei Open Airs oder auf Geburtstags- und Firmenfeiern auf. Zumindest war das vor Corona so. Jetzt darf er kaum mehr arbeiten und versucht trotzdem, bei Fans in Erinnerung zu bleiben. Der 24-Jährige erzählt im Interview mit den Aichacher Nachrichten, wie er durch die Corona-Zeit kommt.

Wie lange bist du schon als DJ unterwegs?

Haberl: Seit ich so 14, 15 war, hab ich immer mal wieder auf Feiern Musik abgespielt. Damals noch mit meinem iPod. Meistens dann Charts.

Und wie bist du auf den Namen „DJ Bartho“ gekommen?

Haberl: Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Aber da ich damals schon einen Bart hatte, kamen meine Freunde irgendwie auf den Namen Bartho. Das fand ich ganz witzig und hab den Namen dann einfach behalten.

Wie hast du das Auflegen überhaupt gelernt?

Haberl: Ich hab’s einfach durch Zuschauen und viel selber ausprobieren gelernt. Ein Freund von mir hat vor mir schon angefangen, da hab ich immer viel zugeschaut. Und natürlich durch viel üben. Zum 16. Geburtstag hab ich dann von meinem Vater mein erstes Mischpult geschenkt bekommen.

Später wurden es dann ja immer Auftritte. Wie bereitest du dich vor?

Haberl: Es gibt immer ein Vorgespräch. Da wird geklärt, wo das Ganze stattfindet und welche Musik gewünscht ist. Pro Event brauch ich schon so drei Stunden, um die passende Musik rauszusuchen. Das wird natürlich auch weniger, weil ich ja immer mehr Musik schon hab.

Kühbacher DJ in Corona-Zeiten: Virtuelle Streams statt Live-Auftritten

Was machst du alles für Events?

Haberl: Private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstagsfeiern, aber auch Firmenfeiern, zum Beispiel Weihnachtsfeiern oder Sommerfeste. Und öffentliche Veranstaltungen wie Klubauftritte, zum Beispiel im M-Eins oder im Kenn i Di in Aichach oder Open Airs, wo dann so 500 bis 3000 Leute kommen.

Bist du hauptberuflich DJ?

Haberl: Momentan mach ich das nur nebenbei, als Hobby. Ich studiere gerade in Ingolstadt an der Hochschule Elektrotechnik und Elektromobilität.

Wobei momentan mit geschlossenen Klubs und wenigen Feiern wahrscheinlich nicht viel zu tun ist.

Haberl: Durch Corona war keine Party, keine Veranstaltung möglich. Wir hatten in einer DJ-Gruppe ein paar Streams, um bei unseren Fans in Erinnerung zu bleiben. Sonst hatte ich als DJ nicht viel zu tun.

Hat dich das in finanzielle Schwierigkeiten gebracht?

Haberl: Ich hab mir die letzten acht Jahre was ansparen können und habe auch einen weiteren Nebenjob beim Biergarten Kühbach. Außerdem lebe ich noch daheim, daher war es finanziell für mich nicht existenzbedrohend. Im Gegensatz zu Kollegen.

DJ Bartho aus Kühbach: Pause durch Corona war erst nicht schlecht

Hast du in den letzten Monaten deine Arbeit als DJ vermisst?

Haberl: Einerseits war die Pause ein oder zwei Monate lang nicht schlecht, andererseits fehlt es einem auch. Die Freude, die die Leute haben, wenn man spielt. Man hört das, man sieht das. Bei Streams lege ich Musik auf in die Kamera. Da merkt man einfach nicht, wie das ankommt, was man auflegt.

Wo macht es dir am meisten Spaß aufzulegen?

Haberl: Die Musik selbst macht mir Spaß, da kommt es gar nicht auf das Event an. Ich freu mich, wenn die Leut’ a Gaudi haben. Und da geht es dann gar nicht darum, dass alle die ganze Zeit tanzen. Sondern auch, dass sie bei den Feiern Zeit haben, zu ratschen und dabei gute Musik zu hören. Ich will einfach meinen Spaß an der Musik auf andere übertragen.

Aber es gibt sicherlich auch Dinge, die keinen Spaß machen.

Haberl: Die ganze Bürokratie, die einfach sehr viel Zeit kostet. Da muss man Angebote und Verträge schreiben, Bild- und Tonrechte klären. Oder bei Klubauftritten Werbung schalten. Zum Glück habe ich eine gute Community um mich herum, die mit mir zusammenarbeitet.

Was war die witzigste Erfahrung, die du bis jetzt gemacht hast?

Haberl: Da hab ich jetzt gar keine direkte Antwort. Kinder sind allgemein der Wahnsinn, zum Beispiel bei Faschingsfeiern. Denen ist nichts peinlich und die lassen sich superschnell animieren zu tanzen. Woran ich mich noch erinnern kann: Auf einer Privatfeier wollte ein Kind mal das Mischpult ausprobieren. Das hat sich super gefreut, als es da ein paar Knöpfe drücken durfte.

Vor Corona sahen Auftritte noch anders aus. Hier legt Roman Haberl im Aichacher Klub M-Eins auf.
Bild: Fabian Bauch (Archiv)

Was ist ein Ziel für dich, wo du auflegen möchtest?

Haberl: Im M-Eins aufzulegen war lange ein Wunsch. Der ist ja schon in Erfüllung gegangen. Allgemein würde ich gerne in den großen Klubs der Umgebung auflegen. Ein ganz großes Ziel wär irgendwann mal die Wiesn.

Was steht für dich jetzt als Nächstes an? Hast du trotz Corona Projekte?

Haberl: Am Samstag wäre ja das Stadtfest in Aichach, da veranstaltet Tio Pepe eine Weiße Nacht, bei der ich auflege. Außerdem bin ich im August wahrscheinlich im M-Eins Biergarten zu hören. Im August bin ich auch für zwei Hochzeiten gebucht. Für September und Oktober bin ich am planen, aber wer weiß, ob Corona uns da einen Strich durch die Rechnung macht.

Also im Moment normalisiert sich der Betrieb etwas.

Haberl: Ja, ich bekomme es auch von meinen Kollegen mit. Inzwischen haben sie kleinere Feiern, legen im Biergarten auf oder so. Es ist keine richtige Party, wie man es sonst kennt. Der DJ spielt stattdessen Unterhaltungsmusik für sitzende Gäste. Ich tippe, dass sich die Veranstaltungsbranche in den nächsten Jahren in die Richtung ändern wird. Aber ich hoffe, dass Veranstaltungen, die man so kennt, abgeändert durchgeführt werden können.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren