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Adelzhausen-Irschenhofen

25.08.2020

Irschenhofen im Porträt: Wo die Straße noch den Hühnern gehört

Das Federvieh der Familie Dempfle beansprucht diesen Abschnitt der Mühlstraße für sich. Hier herrscht reger Vogel-Verkehr. Dahinter sind die malerischen Wiesen und Böschungen entlang der Ecknach zu erkennen
Bild: Alice Lauria

Plus Irschenhofen ist Adelzhausens kleinster Ortsteil. Die Ecknach fließt idyllisch hindurch. In unserer Serie "Sommer In..." stellen wir den kleinen Ort vor.

Auch der Sommer daheim hat viele tolle Seiten. Wie die in den Gemeinden im AN-Verbreitungsgebiet aussehen, zeigen wir auch heuer in unserer Sommerserie „Sommer in …“. Heute sind wir im Adelzhausener Ortsteil Irschenhofen.

Mit deutlich unter 200 Einwohnern ist Irschenhofen der kleinste Ortsteil von Adelzhausen. Auf den ersten Blick wirkt er etwas verschlafen – aber das täuscht.

Spätestens, wenn man mit dem Auto um die Kurve vor dem Hof der Familie Dempfle fährt, muss man sich darauf gefasst machen, dass zahlreiche ganz spezielle „Fußgänger“ die Straße kreuzen. Sie schauen weder links noch rechts und haben keine Angst: Die Rede ist von den Hühnern, Gockeln, Enten und Gänsen der Familie. Sie überqueren die Straße mehrmals täglich, um auf die gegenüberliegende Wiese und hinunter zur vorbeifließenden Ecknach zu gelangen. Hier gönnen sich vor allem die Enten und Gänse mit Vorliebe ein erfrischendes Bad.

Anton Kopp, 76 Jahre alt und gebürtiger Irschenhofener, sagt: „Keiner überfährt die Tiere, weil hier jeder weiß, dass die dort laufen.“ Die 83-jährige Magdalena Dempfle sieht ihren 30 Hühnern, 20 Enten, zehn Gänsen und außerdem noch ein paar Katzen bei ihrem täglichen Treiben zu. Sie sitzt gerne draußen auf dem Hof, da sie gerade schlecht zu Fuß ist, wie sie erzählt.

Die Geschichte von Irschenhofen

Früher war der kleine Ort, der direkt an der Verbindungsstraße zwischen Sielenbach und Adelzhausen liegt, eine rein landwirtschaftliche Ansiedlung mit zwei Mühlen. Heute gibt es hier noch vier landwirtschaftliche Betriebe. Anstelle der Unteren Mühle läuft heute eine Turbine und erzeugt Strom.

Die Obere Mühle auf dem Hof der Familie Treffler gab es an der Stelle seit dem Jahr 1280. Bis ins Jahr 2010 hat Johann Treffler sie zum Mahlen von Korn betrieben. Als Modernisierungen notwendig geworden wären, rentierte sich der Betrieb für den Landwirt allerdings nicht mehr. Seither steht das Mühlrad still.

Die Obermühle auf dem Hof der Familie Treffler war eine klösterliche Schenkung im Jahr 1280 und blieb bis 2010 in Betrieb.
Bild: Alice Lauria

Anton Kopp fährt an diesem Nachmittag bei sengender Hitze mit seinem E-Bike durch Irschenhofen. Er will herausfinden, warum der Akku sich nicht zuschaltet, seit er von einem Fahrradausflug nach Eurasburg mit seiner Frau zurückgekehrt ist.

Sommer-Serie: So idyllisch ist Irschenhofen

Idyllisch fließt die Ecknach durch den kleinen lang gezogenen Ort, durch Wiesen und Böschungen. Isabel Schleipfer, Mutter von drei Kindern im Alter von neun, sechs und zwei Jahren, sagt über ihr Zuhause: „Die Kinder dürfen sich im Ort frei bewegen. Das ist was Besonderes und gibt es nicht mehr oft.“ Auffällig am Anwesen der Familie Schleipfer in Irschenhofen ist ein von Hand schön verzierter Zaun. Ihn zieren farbenfrohe Blumen und Tiere. Die Elternbeirätin an der Grundschule Adelzhausen hat ihn mit ihren Kindern gestaltet.

Neben dem Maibaum in der Ortsmitte findet man in Irschenhofen Marterl beziehungsweise Wegkreuze, aber keine Kirche oder Kapelle. Das liegt daran, dass Irschenhofen zur Pfarrgemeinde Heretshausen gehört.

Moritz und Katharina Schleipfer haben den Zaun ihres Gartens aufwendig mit bunten Figuren und Blumen verziert.
Bild: Alice Lauria

In dem Adelzhauser Ortsteil sind auch zwei Unternehmen ansässig: eine Installationsfirma und ein Kfz-Mechaniker. Wenn man an einem heißen Sonntagnachmittag durch Irschenhofen spaziert, kann es einem passieren, dass plötzlich ein auffälliger feuerwehrroter Ford F100 aus dem Jahr 1953 gemütlich an einem vorbeituckert. Auf seinem Heimweg von einem Oldtimertreffen treibt es Thomas aus Dasing mit seinem Beifahrer durch den angenehm ruhigen, aber keinesfalls verschlafenen Ort an der Ecknach. Die Hühner der Familie Dempfle staunen nicht schlecht ob des ungewöhnlichen Gefährts auf „ihrer“ Straße.

Lesen Sie weitere Teile der Serie:

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