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Aichach

15.11.2015

Kaputtes Bauteil einer Fotovoltaikanlage überführt Dieb

Ein 25-Jähriger klaute Module von Fotovoltaikanlagen im Wert von 20.000 Euro und verkaufte sie weiter.
Bild: Symbolbild: Florian Rußler

Vier Jahre fiel in einer Firma nicht auf, dass Modulen von Fotovoltaikanlagen für fast 20000 Euro fehlten. Dann wurde dem Dieb eine Kleinigkeit zum Verhängnis.

Aichach Vier Jahre ist es her, dass ein heute 25-Jähriger aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen bei seinem Arbeitgeber 24 Module für Fotovoltaikanlagen im Wert von fast 20000 Euro gestohlen hatte. Der Firma im Norden des Wittelsbacher Landes war das gar nicht aufgefallen. Erst ein Zufall hatte den Diebstahl ans Licht gebracht. So kam es zum Prozess.

Amtsrichter Walter Hell berücksichtigte in seinem Urteil, dass der Fall schon so lange zurückliegt. Allerdings war es nicht das einzige Mal, dass der Angeklagte seinen Arbeitgeber bestohlen hatte.

Was ihn damals geritten hat, konnte der 25-Jährige nicht mehr nachvollziehen. „Es war eine Kurzschlussreaktion“, sagte er vor Gericht. Er hatte vorher ganz regulär als Monteur zwei Fotovoltaikanlagen auf dem Dach des Kunden montiert. Rund 2600 Module seien es gewesen, erinnerte sich der Angeklagte. Ein paar mehr als benötigt hatte der Lastwagen angeliefert.

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Mitarbeiter bot Module einem Kunden auf eigene Rechnung an

Die überschüssigen 24 Module packte der 25-Jährige in einen Firmenanhänger und nahm sie mit nach Hause. Später bot er sie dem Kunden, bei dem er vorher die Anlagen montiert, an. Der kaufte sie dem Monteur in dem Glauben, dass er sie im Namen seines Arbeitgebers verkaufe, auch ab und baute eine weitere Fotovoltaikanlage daraus.

Vier Jahre lang lief die Anlage. Dann fiel ein Wechselrichter aus. Bis dahin hatte in der Firma im Landkreisnorden noch niemand bemerkt, dass die Module fehlten. Allerdings war der 25-Jährige dort inzwischen auch nicht mehr beschäftigt. Sein Arbeitgeber hatte ihn entlassen, weil er mehrere hochwertige Zähler gestohlen hatte. Wegen Diebstahls war er im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe von rund 8000 Euro verurteilt worden.

Erst heuer war dann die Sache mit den Modulen aufgekommen. Als der Kunde sich wegen des ausgefallenen Wechselrichters bei der Firma gemeldet hatte. Die Anlage sei ja gar nicht von ihnen, stellte ein Mitarbeiter fest. Eine Überprüfung der Seriennummern der Module ergab dann, dass zwar nicht die Anlage, sehr wohl aber die Module von der Firma kamen.

Angeklagter stahl insgesamt 24 Module

Rund 800 Euro sei ein Modul damals wert gewesen, sagte der Firmeninhaber vor Gericht aus. Bei 24 Modulen machte das also einen Wert von rund 19200 Euro aus. „Es handelt sich um einen sehr hohen Betrag“, stellte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft fest.

Zugunsten des Angeklagten wertete sie sowohl sein volles Geständnis als auch den langen Zeitraum, den der Diebstahl zurücklag. Sie forderte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr sowie eine Geldauflage von 1300 Euro.

Verteidiger Peter Gietl wies darauf hin, dass sich sein Mandant sehr schäme und sich bei seinem früheren Arbeitgeber auch entschuldigt habe. Außerdem hatte der 25-Jährige das Geld, das er damals für die Module bekommen hatte, seinem Anwalt übergeben. Ein gewerbsmäßiges Handeln, wie es die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vorgeworfen hatte, sah der Verteidiger nicht. „Das erfordert mehr als eine einmalige Handlung.“ Eine Bewährungsstrafe sei nicht zu umgehen, stimmte der Rechtsanwalt der Staatsanwaltschaft zu.

Richter Hell verurteilte den 25-Jährigen wegen Diebstahl zu einem Jahr auf Bewährung. Zugunsten des Angeklagten hatte er gewertet, dass die Tat schon lange her war. Auch glaubte der Richter dem 25-Jährigen, dass er die Tat bereue. „Sie haben nicht nur aus taktischen Gründen alles zugegeben, sondern Abstand genommen.“ Von einer Geldstrafe sah Hell ab.

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