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Schiltberg

21.11.2020

Kaum Platz: Bestatter wollen keine Särge mehr auf dem alten Friedhof in Schiltberg

Auf dem alten Friedhof rund um die Schiltberger Kirche geht es eng zu. Das macht die Arbeit für Bestatter schwerer.
Bild: Jens Büttner, dpa (Symbolfoto)

Plus Zwei Bestattungsunternehmen verweisen auf stark beengte Verhältnisse auf dem Schiltberger Friedhof an der Kirche. Für die Gemeinde aber sind Sargbestattungen nicht verzichtbar.

Auf etliche schlaflose Nächte blickt Schiltbergs Bürgermeister Fabian Streit zurück. Der Grund ist eine Stellungnahme der beiden hauptsächlich am Schiltberger Friedhof tätigen Bestattungsunternehmen. Die Unternehmen legten der Gemeinde nahe, im alten Friedhof nur noch Urnenbestattungen zuzulassen. Sie rieten von Sargbestattungen ab.

Auf dem alten Friedhof rund um die Schiltberger Kirche geht es eng zu. Das macht die Arbeit für Bestatter schwerer.
Bild: Helene Monzer (Archivbild)

Die Unternehmen begründeten das mit den teils stark beengten Verhältnissen. Diese würden aus berufsgenossenschaftlicher Sicht die Grabungsarbeiten für eine Sargbestattung nahezu unmöglich machen. Denn es müssten hier teilweise die Grabsteine der umliegenden Gräber untergraben werden. Das wiederum kann gefährlich werden.

Bürgermeister will Sargbestattungen nicht grundsätzlich ablehnen

Bürgermeister Streit erklärte dazu am Donnerstag im Gemeinderat: „Ich möchte es unseren Bürgern nicht antun, eine Sargbestattung von vornherein grundsätzlich abzulehnen.“ Michael Schmidberger teilte diese Meinung. „Der Wert und die Richtigkeit eines Friedhofes lässt sich nicht mit dem Meterstab beurteilen“, äußerte sich der Kreisheimatpfleger. Außerdem gebe es durchaus Bestattungsunternehmen, die über das nötige Equipment verfügten, um auch an engen Grabstellen arbeiten zu können, wie sie ja bei den alten Kirchenfriedhöfen oft der Fall seien. Bereits aufgegebene Grabstellen würden momentan ohnehin nicht wieder vergeben, argumentierte Schmidberger.

Gemeinde will den alten Friedhof Schiltberg weiter- betreiben

Bürgermeister Streit schlug vor: „Wenn die Lücken in ein paar Jahren zunehmen, dann können wir wieder neu darüber beraten.“ Aber vorrangig sei momentan, dass der alte Friedhof in jedem Fall weiterbetrieben werde. Darin waren sich die Gemeinderäte einig. Aus diesem Grund sahen sie davon ab, die Friedhofssatzung nach Wunsch der Bestattungsunternehmen zu ändern.

Sarg oder Urne? Geht es nach zwei Bestattungsunternehmen ist die Antwort für Bestattungen auf dem Schiltberger Friedhof eindeutig.
Bild: Schlickenrieder (Archiv)

Es wird künftig den Bürgern zwar eine Urnenbestattung nahegelegt. Sollten diese allerdings ein Bestattungsunternehmen engagieren, das trotz allem eine Sargbestattung durchführt, wird die Gemeinde dem keine Steine in den Weg legen. Des Weiteren soll ein im Jahr 2004 festgelegter Passus aus der Friedhofssatzung gestrichen werden. Dieser besagte, dass in den im alten Friedhof bestehenden Gräbern nur „Partner und alleinstehende Kinder“ bestattet werden dürften. Diese Richtlinie soll nun wieder gelockert werden.

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