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Corona-Ausbruch in der JVA: Die Herausforderung ist riesig

Kommentar Von Carmen Jung
22.11.2021

Lange konnte die JVA Aichach einen Corona-Ausbruch im Gefängnis verhindern. Die klaren Strukturen helfen in der Pandemie. Sie können aber auch Fluch sein.

Über eineinhalb Jahre hat die Justizvollzugsanstalt (JVA) Aichach durchgehalten. Über eineinhalb Jahre ist es ihr gelungen, das Coronavirus weitgehend vom Gefängnis fernzuhalten. Es gab lediglich hie und da mal einzelne Infektionsfälle. Das ist eine erstaunliche Leistung und zeigt, dass die Pandemiestrategie der Verantwortlichen gut funktioniert.

Mitte November trat dann der Fall ein, den Verantwortliche, Bedienstete und Gefangene von Anfang an gefürchtet haben dürften. Es gab einen Ausbruch. Insgesamt wurden sieben Inhaftierte einer Abteilung positiv getestet. Das hat sicherlich für Nervosität und Verunsicherung im ganzen Gefängnis gesorgt.

In der JVA lässt sich die Einhaltung von Corona-Regeln gut kontrollieren

Hinter Gittern gibt es klare Strukturen und Regeln. Der einzelne Insasse, die einzelne Insassin haben wenige Möglichkeiten ihnen zu entkommen. Das ist der Unterschied zur freien Welt draußen. Da lässt sich schwerlich kontrollieren, ob einer seine Quarantäne einhält. Hinter Gitter geht das spielend leicht. In der Pandemie-Bekämpfung ist das ein großer Vorteil. Es kann aber auch zum großen Nachteil werden. Denn wenn sich das Virus in einem Flügel ausbreitet, können rasch bis zu 100 Menschen infiziert werden.

Für die Gefangenen ist ein Corona-Ausbruch besonders schlimm

Der JVA ist es zum Glück gelungen, den Ausbruch in Schach zu halten. Er zeigt aber der Welt draußen, dass die Pandemie hinter Gittern eine riesige Herausforderung ist. Vermutlich eine noch größere als draußen. Vor allem für die Insassinnen und Insassen. Denn sie können nicht Reißaus nehmen, Gesellschaft vermeiden, sich ins Homeoffice zurückziehen, wenn ihnen danach ist. Und sie müssen im Fall der Fälle damit leben, dass sie im Gefängnis "eingesperrt" werden, um sich selbst oder andere zu schützen. Das ist - psychologisch gesehen - hinter Gittern noch einmal eine ganz andere Nummer als eine Quarantäne in den eigenen vier Wänden.

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