Newsticker
Italien verschärft Corona-Maßnahmen in einigen Regionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Kosten steigen: Kreis gibt 20 Millionen für Personal aus

Aichach-Friedberg

08.01.2019

Kosten steigen: Kreis gibt 20 Millionen für Personal aus

Im Aichacher Landratsamt arbeitet nur ein Teil der Menschen, die beim Landkreis angestellt sind. Die Personalkosten belaufen sich auf etwa 20 Millionen Euro. Archivbild
Bild: Erich Echter

Der Landkreis Aichach-Friedberg gibt heuer rund 20 Millionen Euro für seine Mitarbeiter aus – fast doppelt so viel wie vor einem Jahrzehnt. Wofür noch Geld ausgegeben wird.

Vor drei Jahren stockte der Landkreis seinen Personalplan massiv um 35 Vollzeitstellen auf (das entsprach etwa 15 Prozent), um in der Flüchtlingskrise den Aufgaben gewachsen zu sein. Nicht alle dieser vom Kreistag genehmigten Stellen wurden 2016 dann auch besetzt, denn die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Deutschland und damit auch der dem Kreis zugewiesenen Menschen, hat sich seither deutlich verringert. Der Personalstand im Landratsamt liegt jetzt aber über dem Niveau von 2016. Ein Teil der Asyl-Stellen wurde in den vergangenen zwei Jahren wieder gestrichen, ein Teil umgewandelt für andere Aufgaben. 2019 soll der Personalstand gegenüber dem Vorjahr konstant bleiben: Es werden wieder Stellen für den Asylbereich aus dem Plan gekürzt. Im Gegenzug kommen insgesamt fünfeinhalb neue Stellen dazu. Für folgende Aufgaben: Datenschutz und Informationssicherheit, Tourismus (auch mit Hinblick auf die Landessausstellung 2020), Baukontrolle, Beteiligungsmanagement, Kindertagesstätten, Projekt Gesundheitsregion plus. In einer Sitzung des Kreisausschusses ist der Stellenplan vorgestellt und befürwortet worden.

Etwa jeder siebte Euro wird für Mitarbeiter ausgegeben

Was steigt, sind die Personalkosten. Für 2018 wurde mit rund 19Millionen Euro kalkuliert, laut Hochrechnung bleibt der Kreis aber mit 18,2 Millionen deutlich darunter. Für 2019 sind jetzt 20 Millionen Euro veranschlagt. Wird der Kostenersatz für Personal durch andere Behörden abgezogen, würden die Nettokosten des Landkreises um 5,8 Prozent steigen. Mit den 20 Millionen bezahlt der Kreis rund 380 Mitarbeiter der eigenen Verwaltung. Rund 80 Beamte und Beschäftigte, die am Amt hoheitliche Aufgaben übernehmen, finanziert der Freistaat. Die Personakosten steigen vor allem durch Tariferhöhungen und Höhergruppierungen von Angestellten. Die Personalquote, das Verhältnis zwischen Personalkosten und Gesamthaushalt, liegt 2019 bei rund 14 Prozent. Das bedeutet, in etwa jeder siebte Euro wird für Mitarbeiter ausgegeben. Diese Quote lag für Aichach-Friedberg 1991 noch bei 18,5 Prozent, ging dann nahezu kontinuierlich zurück bis auf 11,2 Prozent im Jahr 2014, seither geht es wieder nach oben. Dass die Quote nicht deutlicher klettert, hängt auch maßgeblich von den enormen Einnahmensteigerungen des Wittelsbacher Landes seit Ende der Bankenkrise ab. Die Steuerquelle sprudelt wie nie zuvor und das Haushaltsvolumen ist in zehn Jahren um rund 50 Prozent gewachsen. Die Personalkosten lagen 2008 bei 10,5 Millionen Euro. Gut zehn Jahre später sind es 2019 laut Planansatz mit 20 Millionen Euro fast doppelt so viel. Vor einem Jahrzehnt beschäftigte der Kreis insgesamt 370 Mitarbeiter, jetzt sind es 460.

Zahlen und Fakten aus der Personalstatistik Zahlen und Fakten aus der Personalstatistik

Arbeitgeber Der Öffentliche Dienst insgesamt, von der JVA Aichach über Polizei oder Schulen bis zum Vermessungsamt, ist mit Abstand größter Arbeitgeber im Wittelsbacher Land. Der Landkreis selbst beschäftigt über 1200 Menschen. Neben den rund 740 Mitarbeitern in den Kliniken sind es rund 460 Angestellte, Beamte und Arbeiter (entspricht in etwa 275 Vollzeitstellen) beim Landratsamt und den dazugehörigen Dienst- und Außenstellen.

Frauenanteil 290 Frauen zählt das Personalamt in der Kreisverwaltung und den anderen Kreiseinrichtungen (ohne die beiden Krankenhäuser). Das entspricht nahezu einer Zwei-Drittel-Quote (63 Prozent). Davon arbeiten 175 Frauen in Teilzeit in über 70 verschiedenen Modellen.

Ausbildung 30 junge Menschen werden ausgebildet. Neu: fünf Verwaltungsfachangestellte, ein Fachinformatiker, sechs Beamtenanwärter.

Staatspersonal Rund 80 Beamte und Beschäftigte (insgesamt rund 65 Vollzeitstellen) für hoheitliche Aufgaben) werden vom Staat bezahlt. Der Trend geht hier gegen die Teilzeit: Die Zahl der Vollzeitstellen beim Staatspersonal ist in zehn Jahren um zehn gewachsen. Die Mitarbeiterzahl ist zuletzt konstant geblieben.

Schwerbehinderte Der Kreis hat 22 Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt. Pflicht: 18 Plätze.

Krankheitstage Die Zahl der Krankheitstage (Jahr 2017) liegt im Schnitt bei 9,1 Tagen. Das ist mehr als 2008 (8 Tage), aber deutlich weniger als 2011 (15,6) und 2016 (10,2). Die AOK Bayern kommt bei ihren Versicherten auf 17 Tage (Jahr 2016).

Alter Das Amt ist „mittelalt“ – im Schnitt sind es 43,8 Jahre.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren