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Aichach-Unterwittelsbach

08.06.2017

Krönung vor 150 Jahren: Was Sisi heute für die Menschen verkörpert

Der Höhepunkt im Leben von Sisi ist ihre Krönung zur ungarischen Königin am 8. Juni 1867. Diese Fotografie von ihr im Krönungskleid ist in der Ausstellung zu sehen.
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Der Höhepunkt im Leben von Sisi ist ihre Krönung zur ungarischen Königin am 8. Juni 1867. Diese Fotografie von ihr im Krönungskleid ist in der Ausstellung zu sehen.
Bild: Gerlinde Drexler

Am 8. Juni 1867 wurde Elisabeth zur Königin von Ungarn gekrönt. Das Kleid ist aktuell im Unterwittelsbacher Schloss ausgestellt. Wie wird Sisi heute gesehen?

Am 8. Juni vor 150 Jahren war für Kaiserin Elisabeth, kurz Sisi genannt, und ihren Mann, der österreichische Kaiser Franz Josef, ein besonderer Tag. Beide wurden in der Matthiaskirche in Budapest als Königin und König von Ungarn gekrönt. In der aktuellen Ausstellung im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach (Stadt Aichach) ist ein original nachgeschneidertes Modell des Krönungskleides zu sehen. Für Sisi war die Krönung der Höhepunkt ihres Lebens. Besucher beeindruckt an ihr, wie fortschrittlich die ungarische Königin für ihre Zeit dachte und handelte.

Eine sehr moderne und unkonventionelle Frau sieht Marion Hotka aus Neubeuern bei Rosenheim in Sisi. Andererseits sei sie auch eine Frau gewesen, „die in den Konventionen der damaligen Zeit eingebunden war und nicht ganz raus kam“, überlegt Hotka. Sie steht vor dem Krönungskleid, das die Schneiderin Mónika Czédly aus Ungarn nach Originalvorlagen nachgeschneidert hat. Hotka ist beeindruckt vom Gewicht des Kleides. Mit seinen 26 Kilogramm wog es halb so viel wie Sisi. Die brachte bei einer Größe von 1,75 Meter knapp 50 Kilogramm auf die Waage und hatte einen Taillenumfang von 48 Zentimetern.

Besucherin über Sisi: Ungewöhnlich sportlich für damalige Frau

Krönung vor 150 Jahren: Was Sisi heute für die Menschen verkörpert

Für Hotka, die in München aufgewachsen ist, stellt die österreichische Kaiserin das Verbindungsglied zwischen Deutschland und Österreich dar. „Sie ist ein Eckpunkt für die Historie.“ Ganz unüblich für die damalige Zeit sei es gewesen, dass eine Frau so viel Sport trieb, sagt Hotka. Direkt widersprüchlich findet sie aber, dass die sportliche Sisi so edle Kleider trug. „Das passt eigentlich gar nicht zu ihr.“ Angesichts der vielen Reisen, die die Kaiserin unternahm, fragt sich Hotka, wie nah sich eigentlich Sisi und ihr Mann Franz Josef standen.

Pracht und Prunk verkörpert die österreichische Kaiserin für das Ehepaar Sitzmann aus Kammeltal (Kreis Günzburg). Sie kennen Sisi vor allem aus den gleichnamigen Filmen und nutzen einen Ausflug in den Landkreis für einen spontanen Abstecher ins Sisi-Schloss. „Ist das Geschirr wirklich echt“, fragt das Ehepaar nach einem Blick auf die herrschaftliche Tafel, die in einem Ausstellungsraum aufgebaut ist. Gudrun Schiffner aus München besucht jedes Jahr die Sonderausstellung im Schloss. Schon seit ihrer Kindheit sei sie Sisi-Fan, erzählt sie. Die Mode von damals und die Zeit gefallen der Münchnerin. „Die Menschen waren damals höflicher als heute.“ Was sie an Sisi beeindruckt: „Sie war eine sehr schöne und selbstbewusste Frau. Sie hat gemacht, was sie wollte.“ Eine Selbstständigkeit, die in der damaligen Zeit nicht selbstverständlich war. Schiffners Überlegung: „Sie hatte Glück, dass ihr Mann sie so sehr liebte, dass sie das machen durfte.“

Für die Kastellanin ist Sisi ein Familienmitglied

Hedwig Winter formuliert es so: „Für die damalige Zeit war sie eine große Frau, die sich auch behaupten hat können.“ Sisi-Fan Winter ist eine der Aufsichtspersonen in der Sonderausstellung. Das brachte mit sich, dass sie sich noch intensiver mit der Kaiserin befasste. Faszinierend findet Winter, dass Sisi in einer Zeit, in der Reisen noch beschwerlich und zeitintensiv war, so viel gereist ist.

Für Kastellanin Brigitte Neumaier und ihren Mann Heinz ist Sisi über die Jahre sogar zu einem Familienmitglied geworden. Und das nicht nur im übertragenen Sinn. Der inzwischen verstorbene Hund war nach ihr benannt und der Name von Schildkröte Luise leitet sich von Sisis Mutter Ludovika ab.

Heinz Neumaier über die Kaiserin: „Sie ist eine faszinierende Persönlichkeit, die modebewusst war und Mode kreiert hat.“ Außerdem sei sie, wie auch alle anderen Mitglieder ihrer Familie, sehr sozial eingestellt gewesen. Vom ungarischen Volk bekam das Königspaar zur Krönung Schloss Gödöllö geschenkt, das etwa 30 Kilometer von Budapest entfernt liegt. Das zweitgrößte Barockschloss Europas wurde in den folgenden Jahren ein beliebter Zufluchtsort der Kaiserin. Gödöllö ist eine weitere Station der „Sisi-Straße“, einer europäischen Kulturroute, die den Lebensweg der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn nachzeichnet. Seit 2006 ist Gödöllö eine der Partnerstädte Aichachs.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Oktober zu sehen: Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag von 10 bis 18 Uhr.

Bei uns im Internet finden Sie eine große Bildergalerie zu der Ausstellung.

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