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Konzert

25.11.2019

Lieder, die das Leben schreibt

Zusammen mit Katja Khodos am Klavier und Shoko Matsuyama mit dem Cello wusste Miriam Green das Publikum zu überzeugen.
Foto: Manuela Rieger

Das Trio Miriam Green, Katja Khodos und Shoko Matsuyama gastiert im Pfarrzentrum St. Michael in Aichach

Um ein klassisches Instrument wie die Oboe auf Orchester-Niveau spielen zu können, verlangt es Musikalität und Interesse. Miriam Green erzählte bei ihrem Konzert im Aichacher Pfarrzentrum, sie habe angefangen, Popsongs zu schreiben, als sie mitten in der Nacht in der Münchner Musikhochschule und zu müde gewesen sei, noch weiter Oboe zu üben. Dieses seltsam quakende Instrument, das auch heutzutage in kaum einem anderen Genre als in den klassischen Orchesterwerken vorkommt, studiert die Musikerin. Eingeladen zu dem Konzert hatte Holger Weiß vom gleichnamigen Fotostudio in Aichach zu dessen 18-jährigen Bestehen.

An all dem Übel in der Welt möchte die Sängerin manchmal schier verzweifeln. Sie möchte am liebsten aufgeben. Zum Glück trifft sie – so die Geschichte eines Liedes – Jesus, Gandhi und Mohammed, die ihr einen guten Rat geben: „Gehe deinen Weg in kleinen Schritten, sei gut und sanftmütig, aber denke nie daran aufzugeben!“ Das Lied „Enticing Surrender“ erzählt die Geschichte eines Spaziergangs durch eine wundersame Welt, wo Jesus zum Tee vorbeikommt und Mohammed unter dem Bodhi-Baum zusammen mit Gandhi erklärt, warum diese Welt so ist, wie sie ist. Es ist ein Song für den interreligiösen Dialog und für mehr Toleranz unter den Religionen.

So singt sie mit sanfter Stimme einfühlsam und schnörkellos über die Suche nach gültigen Wahrheiten, Ängste, Glaubenskriege oder über Astronauten, die aus dem Weltall keine Grenzen auf unserer Erde entdecken können. Die Songwriterin will mit ihren Texten zum Nachdenken anregen, verarbeitet dabei persönliche, sozialkritische und spirituelle Themen ohne Fingerzeig.

Miriam Green hat eine weiche Stimme, textet mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Mal klingen die Songs mehr nach Liedermacher mal mehr nach Jazz. Eigentlich hat sie schon immer Songs geschrieben. Nur habe das Üben auf der Oboe immer im Vordergrund gestanden. Von der Oboe wechselt die Sängerin zum English Horn (Große Oboe) und wieder zurück, dazwischen singt sie.

Mit ihren Kommilitoninnen Katja Khodos am Klavier und Shoko Matsuyama am Cello schafft Miriam Green Lieder, die mal klassisch oder jazzig-groovend klingen. Auch herrliche Instrumentalstücke wie die Hommage an ihre Großmutter Luise oder ein Tango waren zu hören. Hoffentlich hört man die Sängerin noch öfter.

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