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Aichach

26.03.2015

Mann belästigt Bekannte mit anzüglichen SMS

Weil er eine Bekannte mit anzüglichen SMS belästigt haben soll, stand ein 46-Jähriger nun vor dem Amtsgericht in Aichach.
Bild: Archivfoto: Christian Kirstges

Ein 46-Jähriger soll einer Bekannten pornografische SMS auf das Handy geschickt haben. Vor Gericht leugnet er jedoch, der Absender zu sein.

Aichach Er soll einer Bekannten über sein Handy anzügliche Nachrichten geschickt haben. Deswegen wurde einem Mann aus dem westlichen Landkreis Verbreitung pornografischer Schriften vorgeworfen. Gegen den Strafbefehl erhob der Mann Einspruch. Jetzt kam es zum Prozess vor dem Aichacher Amtsgericht.

„Ich habe mit der Sache nichts zu tun“, beteuerte der 46-Jährige vor Richter Axel Hellriegel und Staatsanwalt Maximilian Klein. Sein Handy sei ihm bereits im November 2011 in einem Augsburger Klub geklaut worden. Ein Zeuge bestätigte dies.

Der Angeklagte, der von Rechtsanwalt Felix Dimpfl verteidigt wurde, habe sein Mobiltelefon danach sperren lassen. Zu Hellriegel sagte der 46-Jährige im Gerichtssaal: „Bis zur Vorladung bei der Polizei habe ich von dieser Rufnummer nichts mehr gehört.“

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Die 35-Jährige aus Königsbrunn (Landkreis Augsburg), die die SMS erhalten hatte, kannte den Angeklagten von einer Schulung. Im Dezember 2013 war sie mit den anzüglichen SMS und einer Bilddatei von einer unbekannten Rufnummer belästigt worden. Sie erstattete Anzeige gegen unbekannt. Die Polizei verfolgte die Handynummer auf den Angeklagten zurück.

Richter Hellriegel fragte die Frau, ob sie überrascht darüber gewesen sei. Diese antwortete: „Jein. Er hat mich zwar ab und zu komisch von der Seite angemacht. Es war jetzt aber trotzdem ein Schlag ins Gesicht.“

Im Gericht erzählte Richter Hellriegel von mehreren anonymen Schreiben, die das Gericht Anfang 2015 erreicht hatten. Darin versicherte ein Unbekannter, dass er von der Unschuld des Angeklagten überzeugt sei. Die 35-Jährige wurde darin als Lügnerin bezeichnet. Der Unbekannte beschrieb detailliert Begegnungen zwischen dem Angeklagten und der Königsbrunnerin und nannte sogar das Aktenzeichen der Verhandlung.

Hellriegel fragte den Angeklagten: „Wer kann so etwas außer Ihnen wissen?“ Der 46-Jährige beteuerte aber, dass er damit nichts zu tun habe. Auch die 35-Jährige hatte eine SMS erhalten, in der stand, dass der Angeklagte unschuldig sei. Wer diese Nachricht verschickt hatte, blieb unklar. Für Staatsanwalt Klein stand fest: „Die Geschichte ist völlig abwegig. Es ist sehr naheliegend, dass die anonymen Nachrichten vom Angeklagten kommen.“

Laut Rechtsanwalt Dimpfl gebe es allerdings aufgrund der vielen Insider in der Schulungsklasse durchaus andere Möglichkeiten. „Es wurde nicht genug ermittelt“, war Dimpfl sicher. Er beantragte Freispruch für seinen Mandanten. Richter Hellriegel war von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Er verurteilte den Arbeitslosen wegen der Verbreitung pornografischer Schriften zu 100 Tagessätzen à 15 Euro. Dieser hat nun die Möglichkeit, Berufung einzulegen.

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