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Religion/ Serie (10)

06.04.2020

Marienkapelle als Ausdruck des heutigen Glaubens

In der Kapelle befindet sich der kelchförmige Altar.
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In der Kapelle befindet sich der kelchförmige Altar.

In Rettenbach bei Kühbach wird 1992 eine neue Kapelle geweiht. Warum sie gebaut wurde

Die Marienkapelle im Kühbacher Ortsteil Rettenbach hat 2012 ihren 20. Geburtstag gefeiert. Damit dürfte sie zu den jüngsten Kapellen im Wittelsbacher Land gehören. Am 15. August 2012 begingen die Pfarreiengemeinschaft Kühbach und die Mitglieder des Vereins Kapelle Rettenbach das Weihejubiläum mit einem Festgottesdienst.

Als Anfang 1987 bei einer Pfarrgemeinderatssitzung über ein passendes Ziel für die Lichterprozession im Mai gesprochen worden war, kamen Jakob Krucker, Xaver Ott und Martin Zeidler auf die Idee, eine neue Kapelle in Rettenbach zu errichten. Die Familie Jakob Krucker (Schorsch-Bauer) stellte kostenlos ein Grundstück zur Verfügung. Als Bauherr und späterer Eigentümer fungierte der am 16. Februar 1990 gegründete Verein Kapelle Rettenbach. Der Besitzer des Holzwerks, Anton Heggenstaller, der schon Mitte der 1950er-Jahre eine Kapelle stiften wollte, spendete nun einen größeren Betrag.

Josef Hell aus dem Kühbacher Ortsteil Paar zeichnete unentgeltlich einen Bauplan. Am Ostersonntag im März 1991 wurde der Grundstein gelegt. Mit den vom Ziegelwerk Renz aus dem Ortsteil Oberbernbach gestifteten Ziegeln erstellten die Vereinsmitglieder die Außenmauern und den Turm. Die Glockenweihe erfolgte am 30. Juni 1991. Die Firma Hubert Pupeter verlegte den Estrich kostenlos. Der Dachstuhl wurde von der Firma Tyroller aus Peutenhausen angefertigt. Es entstand ein flachgedeckter, halbrund geschlossener Bau mit einem Glockentürmchen über dem Eingang.

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Beim Innenausbau half der Jugendverein Berabeker Stierbeidl mit Malerarbeiten aus. Die Maurer Richard Stegmayer und Josef Grabler verlegten den Steinboden. Ausgestattet wurde die Kapelle mit einem kelchförmigen Steinmetzaltar der Firma Reichard aus Aichach und mit einem Gestühl der Firma Zöttl aus dem Ortsteil Radersdorf. Außerdem wurde eine Nachbildung der Blutenburger Madonna gestiftet und es gibt eine Christusfigur und einen Kerzenleuchter aus der Oberammergauer Schnitzwerkstatt Hans Klucker. Zum Fest Mariä Himmelfahrt im August 1992 weihten Monsignore German Fischer und Pfarrer Adolf Nießner die Kapelle ein. Der Vereinsvorstand hat eine Antwort auf die Frage, warum Menschen in dieser Zeit eine Kapelle bauen: Die neu errichtete Kapelle sei schlicht Ausdruck des Glaubens, der Hoffnung und der Sehnsucht aller Pfarrmitglieder von Rettenbach und Unterbernbach, heißt es.

Am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, feiern die Rettenbacher jedes Jahr ihr Patrozinium. Auch zur Maiandacht, zum Oktoberrosenkranz und zur Adventsandacht kommen viele Gläubige. Die Bewohner von drei Rettenbacher Höfen pflegen die Kapelle abwechselnd mit Blumenschmuck.

Hubert und Gabriele Raab

Über die Kapellen der Region berichten wir in einer Serie in loser Folge.

„Kapellen im Wittelsbacher Land“, Wißner-Verlag, 190 Seiten, viele Fotografien. Das Buch ist im Verlag vergriffen. Es sind jedoch Exemplare im Landratsamt vorrätig (Kontakt: katharina.martin@lra-aic-fdb.de) sowie teilweise auch im örtlichen Buchhandel.

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