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Aichach-Friedberg

23.03.2017

Marktführer trauert dem Spargelberg nach

Der erste Spargel wird bereits geerntet. Im Hintergrund ist das Heizhaus zu sehen. Von dort aus werden die umliegenden Spargelfelder beheizt.
Bild: Erich Echter

Da der vierspurige Ausbau der B300 in vollem Gange ist, sind am Gallenbacher Berg keine Spargelhütten mehr erlaubt. Sehr zum Bedauern der bisherigen Anbieter.

Schnell auf dem Heimweg direkt an der Bundesstraße ein paar frische Stangen Spargel kaufen? Über Jahre hinweg kein Problem. Doch seit diesem Jahr sind die Spargelstände neben der B300 am Gallenbacher Berg endgültig Geschichte. Der vierspurige Ausbau ist in vollem Gange, für die Stände ist kein Platz mehr. Sehr zum Bedauern der drei Anbieter, die hier zuletzt ihr weißes Gold verkauften.

Allen voran der Spargelhof Lohner aus Inchenhofen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer in Bayern und einer der größten Anbieter in Deutschland. Allein in der Region Augsburg betreibt es rund 25 Stände. Doch der Verlust der Hütte am Gallenbacher Berg tut auch dem Großbetrieb weh, wie Peter Gutmann von der Direktvermarktung erzählt. Der Spargelhof hat als Ersatz jetzt zwar einen neuen Standort am Dasinger Kreisverkehr an der Auffahrt zum Bauernmarkt eröffnet, aber dieser sei laut Gutmann deutlich schwerer zu finden. Vor allem Autofahrer, die aus Aichach kämen, könne man kaum erreichen, da an der B300 keine Werbung erlaubt sei. „Die ersten zwei Jahre wird bestimmt nur die Hälfte der Kundschaft kommen“, befürchtet Gutmann.

Centa Lunz: „Das ist ganz, ganz schlimm“

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Noch härter trifft den Verlust des B300-Standes die Firma Lunz aus Obergriesbach. Centa Lunz trauert dem lukrativen Stand sehr nach. „Das ist ganz, ganz schlimm“, sagt sie. Nicht selten hätten Lasterfahrer angehalten und gleich große Mengen Spargel für die ganze Familie mitgenommen. Der Familienbetrieb hat noch keinen Ersatzstandort. Nur zu gerne würde er sich gegenüber des Lohner-Standes am Dasinger Kreisverkehr ansiedeln. Doch während die Hütte des Konkurrenten auf Privatgrund steht, braucht Lunz eine Genehmigung der Gemeinde Dasing. Ob diese den Stand erlaubt, ist laut Centa Lunz noch offen. Die Gespräche laufen.

Wenn die Temperaturen nicht mehr zu tief sinken, hofft Lunz, dass ihr Betrieb in etwa zwei Wochen den ersten Spargel anbieten kann. Auch die Firma Lohner will in diesem Zeitraum die ersten unbeheizten Stangen ernten. Derzeit verkauft der Inchenhofener Betrieb das Gemüse nur aus Feldern mit Warmwasserleitungen, die die Temperatur unter den Folien erhöhen.

Die Firma Kling aus dem Aresinger Ortsteil Rettenbach (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) verkaufte 15 Jahre lang Spargel am Gallenbacher Berg. „Wir haben nochmal bei der Stadt nachgefragt, aber der Platz ist weg. Das ist tragisch“, sagt Martina Kling.Ein Ausweichen nach Dasing kommt für sie nicht in Frage; das wären ihr zu viele Bewerber auf engstem Raum. Sie hofft eher auf eine Rückkehr an den Spargelberg. „Wenn der Ausbau fertig ist, vielleicht ergibt sich dann an der ein oder anderen Ausfahrt etwas“, erklärt Martina Kling. Vermutlich dieses Wochenende wollen die Klings ihren ersten Schrobenhausener Spargel stechen.

Der einzige bisher genehmigte Stand auf Flur der Stadt Aichach will im April öffnen. Vor der Spitalkirche am Stadtplatz bietet die Firma Gamperl aus Ainertshofen (Inchenhofen) das Edelgemüse an.

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