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Aichach-Friedberg

28.01.2020

Medizin: Experten für Schilddrüse und Darm sind hier vor Ort

Die Schilddrüse liegt im Hals. Das Friedberger Krankenhaus ist jetzt zertifiziert für eine schonende Behandlungsmethode mit Hitze.
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Die Schilddrüse liegt im Hals. Das Friedberger Krankenhaus ist jetzt zertifiziert für eine schonende Behandlungsmethode mit Hitze.
Bild: Skizze: lom123/fotolia

Die Kliniken an der Paar sind zertifiziert für neue schonende Behandlungsmethode durch Hitze. Das erspart Patienten eine Operation.

Die Kliniken an der Paar setzen auf besondere medizinische Angebote und möchten durch Spezialisierung zusätzliche Patienten gewinnen. Dass die fachliche Kompetenz dazu vorhanden ist, zeigen zwei Zertifizierungen für das Krankenhaus Friedberg, über die vor Kurzem im Werkausschuss des Kreistags berichtet wurde. Zum einen darf sich das Haus seit Dezember „Kompetenzzentrum für Koloproktologie“ nennen. Dabei geht es um Erkrankungen von Darm und After. Zum anderen ist das Krankenhaus jetzt „Zertifiziertes Zentrum für Thermoablation an der Schilddrüse“. Landrat Klaus Metzger sprach von einem „Alleinstellungsmerkmal“ für die Kliniken in der Region und weit darüber hinaus.

Nur sechs Krankenhäuser in ganz Deutschland bieten diese Schilddrüsenbehandlung an

In ganz Deutschland gibt es nämlich nur sechs Krankenhäuser, die eine solche minimalinvasive und deshalb schonende Behandlung der Schilddrüse durch Hitze anbieten, wie Patrick von Parpart, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, in der Sitzung berichtete. Von Parparts Fachabteilung ist vom Zentrum für Thermoablation zertifiziert worden. Dafür müssten hohe Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Erstklassige Apparate, regelmäßige Fortbildungen des medizinischen Personals und eine Mindestoperationszahl seien notwendig. Externe Ärzte prüfen, ob die Behandlung in Diagnose und Therapie den Vorgaben entspricht.

Die Thermoablation an der Schilddrüse gilt als Alternative zu anderen Behandlungsverfahren und kann Patienten eine Operation oder eine sogenannte Radiojod-Therapie ersparen. Erkrankungen der Schilddrüse sind oft gutartig, Knoten verursachen aber Beschwerden. Die Behandlung durch Hitze habe bei hoher Wirksamkeit zahlreiche Vorteile, so Patrick von Parpart. Denn nur das krankhafte Gewebe wird durch das seit etwa acht Jahren angewandte Verfahren zerstört. Das benachbarte gesunde Schilddrüsengewebe bleibe dagegen erhalten, und zugleich komme es zu einem hervorragenden kosmetischen Ergebnis mit kleinsten Narben, teilen die Kliniken mit. Neben dieser Technik biete das Krankenhaus Friedberg eine ebenso große Expertise in der operativen Schilddrüsenchirurgie, sodass dort verschiedene Therapieverfahren zur Auswahl stünden.

Hohe Anforderungen für Zertifizierungen

Ebenfalls seit Dezember ist die Fachabteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Friedberger Krankenhauses eines von nur 59 spezialisierten Zentren in Deutschland für die sogenannte Koloproktologie. Das ist die Lehre von gut- und bösartigen Erkrankungen des Dickdarms, Mastdarms und des Afters. Auch für diese Zertifizierung seien zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen. Es geht dabei laut Angaben der Kliniken an der Paar um die personelle und apparative Ausstattung, Diagnostik und Behandlung entsprechend den Leitlinien. Mindesteingriffszahlen, Qualifikationen der behandelnden Ärzte, Kooperationen mit anderen Fachbereichen, Fortbildungen und die Orientierung an neuesten medizinischen Erkenntnissen gehören dazu. Mit der Zertifizierung wird bestätigt, dass eine ganzheitliche Patientenbetreuung von Diagnostik über Behandlung bis zur Nachsorge gewährleistet ist.

Von Parpart ist seit Herbst 2017 Chefarzt an den Kliniken und Nachfolger von Fritz Lindemann. Der hatte die Fachabteilung für Viszeralchirurgie seit 2004 aufgebaut. Er war Mitbegründer und Initiator des Darmzentrums Friedberg-Augsburg. Das wurde 2009 zum ersten Mal nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und hat sich auf die onkologische Versorgung von Patienten mit Darmkrebs spezialisiert. Durch das Darmzentrum und die immer besseren Vorsorgeuntersuchungen halbierte sich die Zahl der Darmoperationen am Friedberger Krankenhaus. (Archivfoto: gth)

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