Newsticker
RKI warnt vor Überschätzung von Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Millionen für die Wasserversorgung und es eilt

Sitzung

21.06.2017

Millionen für die Wasserversorgung und es eilt

Dauerbrenner im Petersdorfer Gemeinderat ist die Wasserversorgung – hier der Brunnen in Hohenried.
Bild: Johann Eibl

Ingenieurbüro erklärt den Gemeinderäten das mögliche neue Trinkwasserkonzept der Gemeinde Petersdorf. 2,2 Millionen Euro könnten die Maßnahmen kosten. Die ersten müssen bereits im Jahr in diesem Jahr fertig werden

Das wohl brisanteste Dauerbrennerthema in der Gemeinde Petersdorf – nämlich wie es mit der Wasserversorgung im Ort weitergeht – nahm in der Gemeinderatssitzung am Montagabend Gestalt an. Bernhard Wernthaler vom Ingenieurbüro Kienlein präsentierte wort- und bildreich ein Konzept, das die Trinkwasserversorgung in Petersdorf auf zukunftsträchtige Beine stellen könnte. Der Haken an der Sache sind nur die Kosten, denn am Ende der Präsentation wurden die Gemeindevertreter mit Gesamtkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro konfrontiert.

Zuvor wurde noch einmal kurz der Istzustand skizziert. Aktuell gibt es zwei getrennte Wasserversorgungskreise in der Gemeinde: die Hohenrieder und die Petersdorfer (siehe Infokasten). Das Konzept sieht nun vor, diese zwei Kreisläufe zusammenzuschließen. Dies müsste in mehreren Schritten erfolgen.

Zunächst muss der Brunnen von Alsmoos saniert und seine Leistungsfähigkeit von 5,5 Litern pro Sekunde auf circa 15 Liter pro Sekunde erhöht werden. Dafür stehen – mit Blick auf Vergleichsbauten – Kosten in Höhe 245000 Euro im Raum. Hier drängt die Zeit besonders: Der Umbau muss bereits Ende 2017 abgeschlossen sein, weil der Hohenrieder Brunnen zum 31. Dezember 2017 außer Betrieb genommen werden muss. Drückt das Wasserwirtschaftsamt beide Augen zu, so könnte der Brunnen noch für den Notfall als zweites Standbein betriebsbereit gehalten werden.

Sobald die Ortsnetze so verbunden sind, dass das Wasser vom Alsmooser Brunnen in den Hochbehälter von Hohenried gepumpt werden kann, kann der Hochbehälter Alsmoos als Trinkwasserspeicher vom Netz genommen werden.

Nächstes Jahr stehen Entscheidungen an

Für das Jahr 2018 stehen dann diese Schritte an: Das sogenannte „zweite Standbein“ der Trinkwasserversorgung, das dann aktiv wird, wenn es Probleme am Alsmooser Brunnen gibt oder erhöhter Bedarf an Wasser besteht, muss gebaut oder initiiert werden. Ob es dabei auf einen zweiten Brunnen neben dem Alsmooser Brunnen, einen zweiten Brunnen an einem anderen Ort oder gar auf einen Anschluss an einen Wasserzweckverband hinausläuft, wurde nach der Präsentation ergebnisoffen diskutiert. Hierzu müssen voraussichtlich weitere Berechnungen folgen, die aufzeigen, welcher Weg wirtschaftlicher und zukunftsträchtiger ist.

Für den Neubau eines zweiten Brunnens veranschlagte das Ingenieurbüro Kosten in Höhe von 305000 Euro plus Kosten für die Brunnenbohrung. Kritisch sieht vor allem das Wasserwirtschaftsamt die Nähe des geplanten zweiten Brunnens zum bestehenden Alsmooser Brunnen. Trotz guter Wasserwerte, ist der Nitrat-Gehalt erhöht und auch Desithylatrazin wurde bereits in minimaler Konzentration nachgewiesen. Doch die Gemeinderäte Stephan End und Andreas Lamminger waren sich einig: „Das Wasser im Alsmooser Brunnen ist nicht schlecht.“ Man sollte die Werte zwar im Blick behalten, doch wenn die Nitratwerte in Petersdorf zu hoch würden, dann wäre das wohl in der Hälfte Bayerns ebenfalls der Fall, schlussfolgerte End.

Der größte finanzielle Brocken ist die notwendige Erweiterung des Hochbehälters von Hohenried. Die Kosten hierfür würden sich mit Blick auf Vergleichswerte auf 1,1 Millionen Euro belaufen. Für netzverbessernde Rohrleitungsmaßnahmen wie etwa eine Ringleitung an der Aichacher Straße, die den Wasserdruck in Gebersdorf optimieren soll, wies das Ingenieurbüro eine Kostenschätzung von knapp 290000 Euro aus. Eine Entscheidung fällten die Gemeindevertreter nicht öffentlich. Auf Nachfrage teilte Bürgermeister Dietrich Binder mit, dass das Ingenieurbüro Kienlein den Auftrag erhalten hat, den Alsmooser Brunnen bis Ende des Jahres so aufzustellen, dass dieser vorübergehend – nach der Abschaltung des Brunnens in Hohenried und bis zur Anlage einer redundanten Wasserversorgung – die komplette Wasserversorgung der Gemeinde übernehmen kann. Auch für die weiteren Schritte zur Optimierung der Wasserversorgung, wie vorgestellt, wird das Ingenieurbüro eingesetzt. Die Planung für den Neubau eines zweiten Tiefbrunnens in Alsmoos wurde ebenfalls vergeben. Das Ingenieurbüro Hydro-Consult wird sich um die Erstellung und alle dazu notwendigen Genehmigungen kümmern.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren