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Finanzausschuss Aichach

06.11.2019

Naturgarten: Kindergarten Ecknach speckt ab

Im westlichen Bereich, wo dieses Foto im Oktober entstanden ist, soll die Blumenwiese des Ecknacher Kindergartens entstehen.
Foto: Erich Echter

Plus In Ecknach soll sich die naturnahe Umgestaltung auf eine Blumenwiese und den Garten der Krippe beschränken. Die Kindergartenreferentin wehrt sich gegen Kritik

Zum dritten Mal ging es im Aichacher Finanzausschuss um einen Zuschussantrag aus dem Stadtteil Ecknach. Dort soll der Garten des katholischen Kindergartens St. Peter und Paul naturnah umgestaltet werden. Der zunächst von der Pfarrei beantragte Zuschuss von rund 92000 Euro – etwa 60 Prozent der Gesamtkosten von 156000 Euro – hatte bei den vorangegangenen Sitzungen für einige Diskussionen gesorgt.

Nachdem absehbar war, dass der Zuschuss nicht in der gewünschten Höhe fließen würde, speckte die Pfarrgemeinde ab. Von den ursprünglich drei Bauabschnitten sollen nun nur zwei umgesetzt werden, wie Hans Burgmair von der Kirchenverwaltung der Stadt mitgeteilt hat: eine Blumenwiese und der Spielplatz für die Kinderkrippe, die im Pfarrhaus eingerichtet wird.

Die Kosten reduzieren sich

Die Gesamtkosten hierfür: knapp 60000 Euro. Der gewünschte Zuschuss von der Stadt: rund 18000 Euro. Burgmair verwies im Finanzierungsplan zudem auf die knapp 7400 Euro Eigenleistungen, die aufgebracht werden, und auf 15000 Euro, die aus dem laufenden Umbau des Pfarrhauses kommen.

Mit diesem Antrag konnte sich der Ausschuss besser anfreunden. Auch dieses Mal saßen einige Vertreterinnen des Kindergartens im Zuhörerraum. Zunächst ging Kindergartenreferentin Dorothea Krammer (SPD) allerdings auf die Kritik an ihrer Person ein, die Hans Burgmair beim Herbstfest des Kindergartens geäußert hatte.

Krammer hatte im Finanzausschuss das „tolle Konzept“ gelobt, sich aber für einen deutlich niedrigeren Zuschuss ausgesprochen, weil sich die städtischen Kindergärten auf das Notwendigste beschränken müssten. Burgmair sagte beim Herbstfest, Krammer habe noch nie das Kinderhaus besichtigt und es nicht erforderlich gefunden, sich vor der Sitzung über das Vorhaben zu informieren.

Referentin: "Ich habe das Recht, das kritisch zu sehen"

Krammer sagte nun dazu, viele erwarteten von ihr, dass sie als Referentin zu allem Ja sage. Sie sei aber auch Stadträtin und müsse das Ganze im Blick haben. „Ich habe das Recht, das kritisch zu sehen“, betonte sie. Den Ecknacher Kindergarten habe sie schon einmal besucht. Sie sei aber Referentin für die städtischen Kindergärten und könne sich bei der kirchlichen Einrichtung nicht einmischen.

Zum Vorwurf, sie sei noch nie im Ecknacher Kindergarten gewesen, sagte Krammer: „Wenn ich gerufen werde, komm ich.“ Mittlerweile sei sie zweimal nach Ecknach eingeladen worden, allerdings habe sie die erste, kurzfristige Einladung zu spät gesehen, bei der zweiten sei sie wegen anderer Termine verhindert gewesen.

Zum eigentlichen Thema, dem Zuschussantrag, erklärte Krammer, diesem könne sie zustimmen, auch wenn die Kostenrechnung für sie immer noch undurchsichtig sei. Der Zuschuss der Pfarrei sei mit 8000 Euro immer noch deutlich niedriger als der der Stadt, merkte sie noch an.

Zu einem kurzen verbalen Scharmützel, das Bürgermeister Klaus Habermann aber schnell beendete, kam es mit Erich Echter (CWG), Stadtrat aus Ecknach. Er war der Meinung, als Referentin sei Krammer für alle Kindertagesstätten im Stadtgebiet zuständig.

Der Krippengarten ist derzeit eine Baustelle

Lothar Bahn (FWG), der in einer früheren Ausschusssitzung bezweifelt hatte, ob der Ecknacher Kindergarten in seiner ländlichen Umgebung einen naturnahen Garten braucht, war mit dem neuen Antrag nun einverstanden. Die Gestaltung des Krippengartens – derzeit eine Baustelle – sei eine Notwendigkeit.

In den früheren Diskussionen im Ausschuss war auch die Befürchtung geäußert worden, einen Präzedenzfall zu schaffen. Der Zuschuss könnte Begehrlichkeiten bei anderen Kitas wecken, hieß es. Dorothea Krammer merkte nun an, schon zwei Kitas wünschten sich ebenfalls einen naturnahen Garten.

Marion Zott (Grüne) fand das positiv. Man müsse die Anträge im Einzelfall prüfen. Lothar Bahn merkte dazu an, die Stadt lege jetzt schon mehr als 3600 Euro pro Kind drauf, um die Unterdeckung auszugleichen. Der Zuschuss wurde schließlich einstimmig gewährt und für 2020 eingeplant.


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