Newsticker

Kultusministerium: Mehr als 8800 Schüler sind in Bayern wegen Corona in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Neue Bauplätze in Mühlhausen: Die Vergabe soll noch 2020 starten

Affing

17.09.2020

Neue Bauplätze in Mühlhausen: Die Vergabe soll noch 2020 starten

Auf diesem Gelände entsteht das neue Baugebiet „Am Weberanger“ in Mühlhausen (im Hintergrund); rechts liegen die Friedberger Ach und die Staatsstraße, die nach Rehling weiterführt.
Bild: Martin Golling (Archivfoto)

Plus Im neuen Mühlhausener Baugebiet "Am Weberanger" finden Archäologen weniger als gedacht. Deshalb gibt es doch keine Verzögerungen.

Für die Archäologen war es eine Enttäuschung, im Affinger Gemeinderat hingegen war ein Aufatmen zu spüren: Die Grabungen auf dem Gelände des neuen Baugebietes „Am Weberanger“ in Mühlhausen haben bislang keine großartigen Funde zutage gebracht. Die Fachleute hatten gehofft, im östlichen Bereich des 45000 Quadratmeter großen Geländes eine Gräbersiedlung zu finden. Doch es gibt keine.

Mühlhausen: Vermessung der Bauplätze so gut wie abgeschlossen

Bauamtsleiter Ralf Scherbauer informierte den Gemeinderat am Dienstag auf Nachfrage von Gerhard Faltermeier über den aktuellen Stand: „Die Archäologen haben nicht das gefunden, was sie ursprünglich erwartet haben.“ Noch sind die Grabungen nicht ganz abgeschlossen. Doch es wird nun nicht mehr mit einer Verzögerung bei der Realisierung des Baugebietes gerechnet. Es gebe keinen zeitlichen Störfaktor, versicherte Scherbauer. Im Herbst oder Winter könne die Erschließung laufen. Auch der Brückenbau, der von der Staatsstraße über die Friedberger Ach ins Baugebiet nötig sei, könne ungehindert weiterlaufen. Die Vermessung der Bauplätze ist laut Scherbauer so gut wie abgeschlossen. Jetzt müssen sie nur noch amtlich werden beim Vermessungsamt.

Die dunklen Flecken im Boden weisen auf Häuser aus vorchristlicher Zeit hin. Auf solche Funde sind Archäologe im neuen Mühlhausener Baugebiet "Am Weberanger" gestoßen.
Bild: Archäologie-Zentrum Günzburg GmbH

Faltermeier erkundigte sich, ob die Gemeinde bald Bauplätze verkaufen könne, um Einnahmen zu generieren. Schließlich, so hatte er in einer früheren Sitzung betont, kalkuliere die Gemeinde im aktuellen Haushalt mit 6,5 Millionen Euro aus diesen Grundstücksverkäufen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Am Weberanger“ werde ein Thema in der Oktobersitzung des Gemeinderates sein, kündigte Bürgermeister Markus Winklhofer an. Auf dem Gelände entstehen knapp 60 Bauplätze. Das Interesse ist enorm. Auf der Liste der Bewerber stehen laut Winklhofer weit über 200 Namen. Gegenüber unserer Redaktion erklärte er am Mittwoch, die Gemeinde werde das Vergabeverfahren noch heuer in Gang setzen, aber „das braucht natürlich noch seine Zeit“. Denn es sei einiges zu klären: zum Beispiel, ob ein paar Grundstücke günstiger angeboten, ob die Realisierung zeitlich und räumlich gestaffelt werden und was die Bauplätze kosten sollen. So stellt sich für Winklhofer die Frage, ob ein Bauplatz direkt hinter der Lärmschutzwand oder unter der Stromleitung genau so viel kosten soll wie andere. Zuletzt hatte Affing im Baugebiet „Am Anger“ in Mühlhausen 260 Euro und „Südlich der Gebenhofener Straße“ 270 Euro pro Quadratmeter, inklusive Erschließung, verlangt. Winklhofer möchte außerdem, dass sich der Gemeinderat mit den noch vom Vorgängergremium beschlossenen Vergaberichtlinien auseinandersetzt. Den Verkauf plant er deshalb erst fürs erste Quartal 2021 ein. Finanzielle Probleme erwartet er aber nicht.

Affinger sind erleichtert, dass es kaum Funde "Am Weberanger" gibt

Der Bürgermeister zeigte sich außerdem „sehr erleichtert“, dass die Ausgrabungen keine großen Überraschungen zutage gefördert haben. Die Archäologen stießen anstelle einer Gräbersiedlung lediglich auf die Reste von drei Häusern aus vorchristlicher Zeit. Zu sehen sind davon nur noch dunkle Verfärbungen im Boden, die von den Holzpfählen herrühren, auf denen sie gegründet waren. Scherbauer berichtete: „Was für eine Art von Häusern das war, weiß niemand.“ Die Fachleute haben bislang den Untergrund der künftigen Verkehrsflächen im neuen Baugebiet untersucht. Sie fanden auch „ein paar wenige schöne Fundstücke“, darunter eine 3200 Jahre alte Pfeilspitze. Die Gemeinde wird die Funde erhalten. Scherbauer schlug vor: „So etwas sollte man einfach ausstellen.“

Eine Fläche im Südosten wollen die Archäologen noch einmal genauer untersuchen. Es handelt sich um eine einstige Kiesbank, auf der die Häuser gegründet waren. So wollen die Fachleute herausfinden, ob es noch mehr Häuser gegeben hat. Zudem sind im westlichen Bereich drei Sondagen geplant. Das bedeutet: Auf vier Meter breiten Streifen wird der Oberboden abgetragen und das Erdreich untersucht.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren