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Gemeinderat

14.06.2019

Neue Gutachten für ein altes Baugebiet?

Die Energiebauern wollen in Sielenbach einen elf Hektar großen Solarpark bauen. Der Gemeinderat billigte nun sowohl den Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans als auch den Bebauungsplan für den Solarpark.

Sielenbacher Räte aktualisieren 20 Jahre alten Bebauungsplan „Am Postweg“ in Tödtenried. Worüber sie sich wundern

„Schön langsam werde ich sauer“, sagte Bürgermeister Martin Echter am Mittwoch in der Sitzung des Gemeinderates. Der Grund für diese Äußerung war, dass für den aktuell geänderten Bebauungsplan „Am Postweg“ womöglich Immissions- und Geruchsgutachten erstellt werden müssen. Beim Gemeinderat stieß das allerdings aus einem bestimmten Grund auf Unverständnis.

Seit gut 20 Jahren gibt es den Bebauungsplan „Am Postweg“ im Sielenbacher Ortsteil Tödtenried. Zehn Häuser können dort gebaut werden. Bisher steht jedoch kein einziges davon. In der Gemeinderatssitzung im April hatte das Gremium beschlossen, den Bebauungsplan zu ändern und zu aktualisieren. In der überarbeiteten Fassung wurden unter anderem der Bauraum erweitert sowie die Wand- und Firsthöhen geändert. In der Sitzung am Mittwochabend stimmte der Gemeinderat dem Vorentwurf mit den neuen Festsetzungen zu.

„Total unverständlich“ war jedoch für die Gemeinderäte, dass bereits bei einer Änderung des Bebauungsplanes Immissions- und Geruchsgutachten notwendig werden könnten. Vor allem, weil es inzwischen auch gar keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr rund um das Baugebiet gibt. Josef Asam wunderte sich: „Da ist doch kein Geruch mehr.“ Bürgermeister Martin Echter hofft, dass er die teuren Gutachten noch abwenden kann.

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Sielenbach Rund 11,2 Hektar groß wird der „Solarpark Sielenbach“, den die Energiebauern am Burgstall planen (wir berichteten). Er soll eine Leistung von 6,5 Megawatt haben. Bereits vorab habe das Unternehmen die Pläne zur Information den Behörden vorgelegt, teilte Susanne Lotter, Planerin bei den Energiebauern, dem Gemeinderat mit. Die Rückmeldung von den Ämtern war laut Lotter: „Grundsätzlich kam nichts raus, das dem Vorhaben entgegenspricht.“

Der Abstand des Solarparks zur Staatsstraße wird rund 20 Meter betragen. Damit ist genügend Platz für den geplanten Radweg von Sielenbach nach Gansbach. Der sei bei der Planung bereits berücksichtigt worden, sagte Lotter. Franz Moser, Zweiter Bürgermeister, wies darauf hin, dass der Radweg idealerweise auf einer Höhe mit der Staatsstraße liegen solle. Der Gemeinderat billigte sowohl den Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans als auch den Bebauungsplan für den Solarpark.

Die Bauarbeiten für das Wärmenetz, das den südöstlichen Teil von Sielenbach mit Wärme versorgen wird, sind bereits voll im Gange. Bis Herbst werden die Arbeiten abgeschlossen sein, sagte Bürgermeister Echter auf Nachfrage unserer Redaktion.

Nach den Wärmenetzen von Andersbach für Sielenbach-West, Schafhausen für das Gewerbegebiet, dem Weiler Raderstetten und dem Biogas-Nahwärmenetz in Tödtenried geht damit das fünfte Wärmenetz in der Gemeinde Sielenbach in Betrieb. In der Sitzung behandelte der Gemeinderat die eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Biogasanlage Sielenbach Ost“ sowie die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans.

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