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Kino

17.01.2019

Papst-Film bewegt die Menschen im Landkreis

Georg Steinmetz, der Diözesan-Präses der KAB, Michael Dudella, deren Referent für Nachhaltigkeit, und Ernst Haile, BN-Kreisvorsitzender, standen als Organisatoren der Film-Matinee für „Franziskus – Ein Mann seiner Worte“, dem Publikum Rede und Antwort. Konstanze von Tucher und die Umweltbeauftragte der Diözese Augsburg, Andrea Kaufmann-Fichtner, lieferten Wortbeiträge dazu.
Bild: Martin Golling

Bund Naturschutz und Katholische Arbeitnehmer-Bewegung zeigen Wenders’ Werk über Franziskus in Aichach

Er blickt direkt in die Kamera, blickt dem Betrachter unmittelbar ins Auge. Immer. „Papst Franziskus – ein Mann seiner Worte“ lief im Cineplex Aichach, und ein fast ausverkaufter Kinosaal entließ nach der Sonntagsmatinee ausschließlich emotional aufgewühlte Menschen. Organisiert hatten die Matinee und die Diskussion der Bund Naturschutz und die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Landkreis.

Dieser Blick, die eindringlichen Worten, diese Auftritte vor Millionen Menschen auf allen Kontinenten, die vielen in Bild und Ton dokumentierten, individuellen Begegnungen ließen selbst bei jenen Tränen rollen, die es mit der Institution Katholische Kirche nicht so haben. Da spricht einer, der formell keine Macht besitzt, vor den Mächtigen mit klaren Worten aus, was die Menschen weltweit bedrückt. „Ein Viertel der jungen Leute hat keine Arbeit. Das raubt uns allen die Würde, und da dürfen wir nicht länger schweigen“, ruft er, der als erster Papst den Namen Franziskus annahm. Bezeichnend, denn dieser Heilige, Franz von Assisi (1181 bis 1226), hatte in einer Vision den göttlichen Auftrag erhalten, „erneuere meine Kirche“.

Auch solchen Szenen gibt Wim Wenders in seinem Film Raum und zieht durchaus gelungene Parallelen zur Situation der Kirche im 13. Jahrhundert. Diese geistige Nähe zum Mann aus Assisi lässt den heutigen Franziskus auch zu drastischen Worten gegenüber seiner eigenen Institution greifen: „Solange die Kirche ihre Hoffnung auf Reichtum setzt, ist Jesus dort nicht zu Hause. Dann ist sie gemeinnützige Organisation, aber nicht die Kirche Jesu.“

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Die Forderungen, die Papst Franziskus stellt, sind nicht gerade spektakulär. Beispiel: Jeder Mensch sollte die „drei Ts“ haben: Arbeit (Trabajo), Land (Tierra) und ein Dach (Tejado) über dem Kopf. Wobei die päpstliche Definition doch die Erfüllung gewisser ethischer Voraussetzungen erfordert. „Mit unserer Arbeit“, so Franziskus, „bauen wir mit unseren eigenen Händen Gottes Schöpfung weiter.“ Wer solche Sätze sagt, verteufelt damit ganze Produktionszweige wie etwa Waffenschmieden, auch wenn er die Folgesätze weglässt.

Der ehemalige Vorsitzende des Aichacher Pfarrgemeinderats, Rupert Jung, hat den Papst persönlich erlebt. Er berichtete in der anschließenden Diskussion über seine erste Begegnung mit ihm kurz nach dessen Amtseinführung: „Er stieg aus dem Papamobil, nahm meine Hände und sagte: „Beten Sie für mich.“ Jung, nach eigenen Worten immer schon bekennender, überzeugter Katholik, sagte: „Dieser Papst hat es sehr schwer. Er will die Welt verbessern und tut sich schon im Vatikan hart.“

Eines kann man als Fazit über den Wenders-Film definitiv sagen: Dieser Papst will den Riss heilen, der sich momentan nicht allein durch manche Staaten auf diesem Planet zieht. Gegen Ende des Streifens sieht man den Pontifex in seiner Rede vor den Vereinten Nationen und in Gesprächen mit Putin, Erdogan und Trump. Kurz darauf zeigt Regisseur Wenders jenes Spektakel, als der Petersdom in Rom als Leinwand für Bilder von Plastik im Meer, von ausgebeuteten Menschen und Landschaften herhalten musste – und für den Slogan: „Planet earth first“ („Der Planet Erde zuerst“).

Der Film „Papst Franziskus – ein Mann seiner Worte“ wird auch am Sonntag, 20. Januar, um 10.30 Uhr im Cineplex Aichach gezeigt.

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