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Betreuung

23.11.2019

Personalnotstand in der Kita Haunswies

Die Sonne lacht auf diesem Foto über der Kindertagesstätte Krambambuli in Haunswies. In der Einrichtung selbst gibt es gerade wenig Grund zum Lachen – sie muss mit einem akuten Personalnotstand klarkommen.

Vier Mitarbeiterinnen der Kita Krambambuli in Haunswies sind schwanger geworden. Sie dürfen nicht mehr arbeiten. Deshalb gibt es jetzt einen Notfallplan.

Eine Schwangerschaft ist in der Regel ein Grund zur Freude. Trotzdem kann ein so positiver Anlass auch negative Begleiterscheinungen haben. Bei der Kindertagesstätte Krambambuli in Haunswies ist das der Fall. Dort sind gleich vier Mitarbeiterinnen innerhalb kurzer Zeit schwanger geworden. Auf einen Schlag fielen deshalb vier Vollzeitkräfte aus. Die Einrichtung kann die Betreuung deshalb derzeit nicht auf dem gewohnten Niveau aufrechterhalten.

Die vier Schwangerschaften werden innerhalb von drei Monaten bekannt

Innerhalb von nur drei Monaten wurden die vier Schwangerschaften bekannt. Beim Personal von Kindergärten gelte ein sofortiges Beschäftigungsverbot, wie Affings Bürgermeister Markus Winklhofer sagt. Die schwangeren Frauen müssen vor der Gefahr einer möglichen Ansteckung von Krankheiten geschützt werden. Ansonsten sei das „hochproblematisch“.

Die Kita Haunswies hat auf einen Schlag einen Personalnotstand

Schlagartig wurde so im Oktober die Betreuung der rund 125 Kinder in Haunswies ein Riesenproblem. Im Krambambuli sind zwei Krippengruppen, drei Kindergartengruppen und eine Schulkindergruppe untergebracht. „Vier Leute – das kompensiert man nicht einfach so“, so Winklhofer. Temporär konnte Personal aus den übrigen beiden Kindertagesstätten in der Gemeinde aushelfen. Mitarbeiter permanent abzuziehen, sei aber nicht möglich. Denn auch in den anderen Einrichtungen müsse die Betreuung gesichert sein, so Winklhofer. Schweren Herzens habe man sich deshalb entschieden, die Betreuung in Haunswies einzuschränken. Das sieht so aus: Im Prinzip muss jede Gruppe pro Woche einen Schließtag hinnehmen. Der Bürgermeister berichtet, die Eltern seien bei einer Informationsveranstaltung ins Bild gesetzt worden. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betont Winklhofer. Offenbar sehen das auch viele Eltern so. Sie hätten, so der Bürgermeister, weitgehend verständnisvoll reagiert. Manchen sei aber anzusehen gewesen, dass sie grübelten, wie sie das beruflich und privat hinkriegen sollten.

Die Gemeinde Affing betont ihre Fürsorgepflicht fürs Personal

Der Bürgermeister lobt in diesem Zusammenhang das übrig gebliebene Personal als Team, das sehr engagiert arbeite. Ihm gegenüber habe die Gemeinde auch eine Fürsorgepflicht und Verantwortung, rechtfertigt Winklhofer die Schließtage. Positiv hält er fest, dass das Personal und der Elternbeirat das geplante Herbstfest trotzdem durchzogen. „Es war ein sehr schönes Fest“, erinnert sich der Gemeindechef.

Ab 1. Dezember soll es in der Kita Haunswies wieder etwas besser werden

Die Kommune ist derweil bemüht, die Personallücke so bald wie möglich zu schließen. Mitte Oktober und nochmals im November gab sie Inserate auf. Winklhofer ist zuversichtlich, dass sich zum 1. Dezember „die Reihen teilweise wieder auffüllen werden“. Doch wie lange die Personalknappheit andauern werde, sei derzeit nicht absehbar. Denn die Misere in Haunswies treffe auf ein „strukturelles Problem“, wie Winklhofer betont. Der Staat habe die Betreuungspflicht der Kommunen ausgebaut. Diese haben weitere Plätze geschaffen mit der Folge, dass nun Personal landauf, landab zur Mangelware wird.

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