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Brauchtum

06.11.2017

Pünktlich zum Leonhardiritt in Inchenhofen kommt der Regen

Prächtige Pferde zogen die Festwagen beim Leonhardiritt in Inchenhofen.
Bild: Erich Echter

Teilnehmern und Zuschauern macht das unwirtliche Wetter zu schaffen. Die Darsteller auf den Festwagen halten dennoch eisern drei Runden um den Ort durch.

Wohl dem, der am Sonntag in Inchenhofen einen Schirm dabei hatte. Pünktlich um halb zwei, als der Leonhardiritt begann, setzten Regen und Sturm ein. Hinter den Absperrungen rückten die Zuschauer angesichts der widrigen Temperaturen zusammen. Wie viele Schaulustige es waren, dazu gab es stark voneinander abweichende Schätzungen. Auf 5000 Gäste kam Hans Schweizer vom Leonhardikomitee. Schätzungen mancher Beobachter lagen weit darunter.

19 Festwagen mit rund 50 Darstellern sowie zahlreichen weiteren Mitwirkenden waren zu sehen. Inchenhofens Bürgermeister Karl Metzger dankte den Organisatoren und Gästen für ihr Engagement und den Erhalt eines Brauchtums, das den Ort weit über die Landkreisgrenzen bekannt gemacht habe. Das sei ein beeindruckendes Glaubensbekenntnis, das auf die Gesellschaft ausstrahle. „Unsere Heimat ist mit den christlichen Werten verbunden“, so der Bürgermeister.

Im Gegensatz zu den Darstellern harrten nicht alle Besucher am Straßenrand aus, bis der Umzug die drei Runden um den Wallfahrtsort beendet hatte. Nach der ersten Runde waren viele Zuschauer und Darsteller auf den Festwagen patschnass. Doch während mancher Zuschauer nach der ersten Runde den Heimweg antrat, verzogen nicht mal die jüngsten Darsteller auf den Wagen auch nur eine Miene. Ein Achtjähriger kniete beispielsweise während der ganzen Zeit und hielt unbeweglich eine Brotscheibe in der Hand. Mehr Glück hatte sein Kumpel, der eine Szene am Königshof nachstellte und eine gelockte, schneeweiße Perücke trug. Immerhin musste auch der Edelknabe in der ausgetreckten Hand eine Gabe halten.

Lediglich die kleinen Trachtler sowie die Ministranten bibberten und winkten ab und zu verstohlen ins Publikum. Schirme wurden erst später gereicht. Umso angebrachter war der Applaus, der immer wieder aufkam, wenn besonders aufwendig dekorierte Festwagen samt ihren Darstellern vorbeizogen.

Manche Reiter kamen in kurzen Lederhosen

Am wenigsten schien den weit über 100 Pferden der Regen etwas auszumachen. Dafür den vielen Reitern, die am Kutschbock oder hoch zu Ross – gelegentlich sogar in kurzen Lederhosen – daherkamen.

Ehrengast Johannes Hintersberger, Staatssekretär im bayerischen Arbeits- und Sozialministerium und ebenfalls sichtlich durchnässt, nahm den Regen von der sportlichen Seite: „Bei schönem Wetter kann’s jeder“, bemerkte er vom Podium aus. Bei Regen seien die Verdienste der Teilnehmer umso höher zu bewerten. Der Leahader Leonhardiritt gelte als schönste und älteste Veranstaltung dieser Art in Bayern. Es sei ein einmaliges Ereignis und ein wunderbarer Umzug, in den die Inchenhofener ihr ganzes Herzblut legten. Ministerpräsident Horst Seehofer lasse seine Grüße übermitteln, so Hintersberger.

Bürgermeister fuhr heuer nicht in einer Kutsche mit

Bürgermeister Karl Metzger fuhr heuer nicht in einer Kutsche mit und verfolgte den Leonhardiritt vom Podium aus. Dorthin oder anderweitig ins Trockene eilten auch die anderen Ehrengäste, als sie nach der ersten Runde ihre Kutschen verließen: Zu ihnen zählten Weihbischof Anton Losinger, Dekan Stefan Gast, Dekan Geistlicher Rat Werner Dippel, Prälat Janusz Kielbasa, Pater Markus Szymula, Pater Emmanuel Ezechiedo, Diakon Ludwig Drexel, Stadtprediger Johannes Huber, CSU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange, CSU-Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko und Landrat Klaus Metzger.

Traditionell erläuterten vor Umzugsbeginn Schulleiterin Ursula Kaiser und Hermann Kollmannsperger das Leben des heiligen Leonhard. Während die Wagen vorbeifuhren, ging Kollmannsperger auf die Darstellungen ein und wies auf Details in der Gestaltung hin.

Gegen 15 Uhr waren die drei Runden absolviert. Den Gläubigen bot sich danach die Gelegenheit, den Abschlussgottesdienst in der Wallfahrtskirche zu besuchen, oder dem Wallfahrtsmuseum im Haus St. Leonhard einen Besuch abzustatten. Viele durchgefrorene Zuschauer wärmten sich in den Gasthäusern auf.

Bei uns im Internet finden Sie hier fast 250 Fotos vom Leonhardiritt in Inchenhofen.

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