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Bauausschuss

10.01.2019

Rabl-Wiese wird bebaubar gemacht

Zumindest teilweise bebaubar soll die Rabl-Wiese in Aichach werden. Dafür werden Retentionsflächen am Griesbacherl geschaffen.

Wasserrückhalteflächen auf dem Grundstück sollen das Hochwasser-Problem auf der Fläche mitten in Aichach lösen. Becken bei Untergriesbach bleibt dennoch notwendig

Die sogenannte Rabl-Wiese, östlich und westlich der Wilhelm-Wernseher-Straße in Aichach, soll bebaut werden. Dazu wird der Bebauungsplan geändert. Nach einer schalltechnischen Untersuchung und einer Hochwasserberechnung lag am Dienstagabend im Aichacher Bauausschuss der Vorentwurf vor. Er sprach sich einstimmig für den Entwurf aus. Entscheiden muss der Stadtrat.

Die Änderung des Bebauungsplans hat der Stadtrat, wie berichtet, bereits im März 2018 beschlossen. Sie ermöglicht es zum einen, den Einkaufsmarkt Norma, der an der Einmündung der Wilhelm-Wernseher-Straße in die Martinstraße liegt, auf eine Verkaufsfläche von insgesamt 1100 Quadratmeter zu erweitern. Dafür soll der Parkplatz um zwei weitere Reihen nach Süden hin erweitert werde. Zum anderen kann durch die Änderung im südlichen Teil eine Wohnanlage mit 16 Wohnungen auf drei Etagen und Tiefgarage an der Oskar-von-Miller-Straße entstehen. Voraussetzung für beides ist, dass vorher Retentionsflächen (Wasserrückhalteflächen) auf dem Gelände geschaffen werden.

Pläne, die freie Fläche mitten in der Stadt zu bebauen, gibt es seit den 80er-Jahren. Sie scheiterten aber immer wieder am Hochwasserschutz: Die Wiese liegt im Überschwemmungsgebiet des Griesbacherls mit Einstauhöhen bis zu 1,50 Meter. Das Wasserwirtschaftsamt forderte für den Bach, der quer durchs Grundstück fließt, Retentionsraum für Hochwasser.

Im Bebauungsplan, den der Stadtrat 2009 für das Gelände beschlossen hat, ist deshalb festgelegt, dass eine sehr eingeschränkte Bebauung überhaupt erst möglich ist, wenn östlich der B300 bei Untergriesbach ein 80000 Kubikmeter großes Rückhaltebecken für das Griesbacherl gebaut ist. Zusätzlich sollte der Wasserzulauf ins Stadtgebiet gedrosselt werden. Das sollte im Hochwasserfall die Innenstadt schützen – insbesondere die Grundstücke an der Reithmaierstraße und westlich der Wilhelm-Wernseher-Straße von der Martinstraße bis zur Oskar-von-Miller-Straße. Der Rückhaltebereich ist aber bis heute nicht geschaffen. Derzeit werden dafür zwei Varianten weiterverfolgt, die beide mehr als eine Million Euro kosten würden. Eventuell ist auch ein Planfeststellungsverfahren notwendig.

Mit der beantragten Bebauungsplanänderung machen die Eigentümer, wie berichtet, einen neuen Vorstoß. Dabei soll der durch die geplante Bebauung verloren gehende Retentionsraum auf dem Grundstück selbst durch Abgrabungen nördlich und südlich des Griesbacherls kompensiert werden. Wie Helmut Baumann vom Bauamt bereits im März 2018 berichtet hat, hat das Wasserwirtschaftsamt seine Zustimmung zu dieser Lösung signalisiert, wodurch die Bebauungsplanänderung möglich ist. Das Rückhaltebecken östlich der B300 und die Drosselung des Wasserzuflusses sind dennoch weiter notwendig.

Wie Baumann betonte, müssen auch nach der Änderung des Bebauungsplans auf jeden Fall erst die Retentionsräume geschaffen werden, bevor auf der Rabl-Wiese gebaut werden kann. Die Pflege der Flächen zähle zum Unterhalt und werde in der Genehmigung geregelt.

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