1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Ried sorgt selbst für Supermarkt mitten im Ort

Einkaufen

29.08.2018

Ried sorgt selbst für Supermarkt mitten im Ort

Der von der Gemeinde gebaute Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte von Ried soll auch als Dorfplatz genutzt werden.
Bild: Gönül Frey

In Ried eröffnet jetzt der Lebensmittelmarkt, den die Gemeinde gemeinsam mit ihren Bürgern geplant hat.

Scharen an Menschen drängen sich auf dem neuen Rieder Dorfplatz und harren geduldig während der offiziellen Reden im heißen Sonnenschein aus. Doch endlich ist es so weit: Joachim Herrmann, der bayerische Innenminister, durchschneidet das symbolische rote Band und die Rieder drängen in den Edeka-Markt. Alle Dinge des täglichen Bedarfs können sie künftig in dem Vollsortimenter im eigenen Ort erwerben – für viele auch ohne Auto gut zu erreichen.

Von der Idee bis zur Eröffnung war es ein langer Weg, wie Bürgermeister Erwin Gerstlacher veranschaulichte. Schon vor zwölf Jahren erwarb sein Vorgänger Anton Drexl das damalige Hofgrundstück im Zentrum. Es gab Überlegungen, Wohnbau dort zu schaffen und den Friedhof zu erweitern, doch bald nahm der Gedanke Gestalt an, einen Supermarkt zu errichten. „Vor der Wahl 2014 war das in Ried das zentrale Thema“, erinnert sich Gerstlacher. „Es wurde viel diskutiert, doch leider ging jeder in eine andere Richtung.“ Als frisch gewählter Bürgermeister entschied er sich daher für einen neuen Weg: „Die Lösung war, mit den Bürgern gemeinsam zu entwickeln, was für unsere Gemeinde richtig ist“, sagte er.

Der Innenminister ist zu Besuch

Die Resonanz bei den drei Bürgerwerkstätten mit teils bis zu 150 Teilnehmern zeigte das große Interesse der Rieder. Dass die gemeinsame Arbeit zu wesentlich mehr geführt hat als „nur“ zu einem Supermarkt, war bei der Eröffnung auch zu sehen. Auf dem Vorplatz sprangen die Kinder durch die erfrischenden Fontänen des neuen Brunnens und im Cafébereich vor der Backstube saßen plaudernd die ersten Gäste. Wie sich der große Parkraum auch als Dorfplatz für Feste mit Leben füllen kann, das war bei der äußerst gut besuchten Einweihung gut vorstellbar. Rieds Weg, den Supermarkt nicht an einen Investor zu vergeben, sondern nach den eigenen Bedürfnissen selbst zu bauen und dabei auch die Bürger mit einzubinden – das gilt bayernweit als vorbildlich. Deswegen gab es einiges an Fördergeldern und deswegen schaute der bayerische Innenminister Joachim Herrmann auch bei der Eröffnung vorbei. „Großen Respekt, dass Sie diese Vision so konsequent umgesetzt haben“, sagte er. Ihm gefiel besonders, dass Ried seinen Supermarkt nicht auf die grüne Wiese außerhalb, sondern mitten in den Ort platziert hat. „Es gibt viele Leute, die können das zu Fuß oder mit dem Rad erreichen“, lobte er. So bleibe die Mitte eines Ortes lebendig.

Wie Lothar Odenbach, Geschäftsführer für Edeka Süd, ausführte, sind derzeit 24 Menschen in dem neuen Markt beschäftigt, darunter auch ein Auszubildender. „Zwei Azubi-Stellen haben wir noch zu besetzen“, verriet er. Den Segen erteilte Pfarrer Thomas Wagner aus Geltendorf, der die Einweihung für den vor Kurzem verstorbenen Rieder Pfarrer Michael Würth übernommen hat. Er werde selbst in 23 Jahren von diesem Supermarkt profitieren. Er habe sich nämlich in Ried eine Wohnung als Alterswohnsitz gekauft. „Und dann werde ich mit meinem Rollator hierher zum Einkaufen kommen“, sagte er. Der Lebensmittelmarkt könne für Ried ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft werden.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
DSC03626.jpg
Musik

Der junge Chor Voice Mix probt jetzt in Mühlhausen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen