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Stadtrat

30.11.2019

SC Oberbernbach: Existenz ist durch Bebauung in Gefahr

Eine zweizeilige Bebauung an der Staatsstraße beim Ortseingang Oberbernbach wird geprüft.
Foto: Erich Echter

Sportverein im Stadtteil warnt vor Ausweisung eines Baugebiets an Staatsstraße. Mehrheit will dennoch Machbarkeitsstudie

Schon bei der Sitzung des Bauausschusses im Oktober waren die Meinungen über dieses Bauland am westlichen Ortseingang des Stadtteils Oberbernbach sehr gespalten. Das war jetzt im Aichacher Stadtrat nicht anders. In einem Brandbrief, den Bürgermeister Klaus Habermann vortrug, hatte der SC Oberbernbach die Überlegungen für eine Baulandausweisung westlich der Staatsstraße 2047 klar abgelehnt. Der Sportverein sieht sich im Bestand gefährdet. Dennoch hat eine Mehrheit (25:5-Stimmen) beschlossen, eine zweizeilige Bebauung an der viel befahrenen Straße zumindest zu prüfen. Auf der östlichen Straßenseite stehen seit Jahrzehnten Wohnhäuser.

Der Stadtrat steht generell vor einem Spagat, wie viele Kommunen. Die sollen einerseits bezahlbaren Wohnraum schaffen. Andererseits sind sie dazu angehalten, sparsam mit Flächen umzugehen und bei Neuausweisungen von Bauland behutsam vorzugehen. Der Aichacher Stadtrat hat 2005 den Grundsatzbeschluss gefasst, nur dort Bauland auszuweisen, wo es im Flächennutzungsplan schon vorgesehen ist. Von diesem Grundsatz ist der Stadtrat heuer schon einmal im Stadtteil Ecknach abgewichen. Im Bauausschuss lagen für Oberbernbach, dem größten Aichacher Stadtteil (rund 2000 Einwohner), gleich vier Anträge vor – zwei in unmittelbarer Nähe des Sportgeländes.

Beantragt wurde von vier Grundstückseigentümern eigentlich eine Fläche von etwa 105000 Quadratmetern, also über zehn Hektar westlich der Staatsstraße 2047 und nordöstlich des Sportplatzes. Die werden jetzt landwirtschaftlich genutzt. Das lehnte der Stadtrat jetzt genauso einstimmig ab wie zuvor der Bauausschuss. Eine zweizeilige Bebauung an der Straße mit etwa 20000 bis 25 000 Quadratmetern können sich dagegen einige Stadträte vorstellen. Zumindest sind sie dafür, die schallschutztechnisch kritische Lage mit dem Umfeld von Straße, Lehmabbau und Sportbetrieb zu untersuchen. Die Bauverwaltung hatte davor nachdrücklich gewarnt: Das sei schwierig bis unmöglich. Zweiter Bürgermeister Helmut Beck (CSU) ist dennoch für eine „neutrale Untersuchung“. Danach sehe man weiter. Kategorisch dagegen ist sein Parteikollege Raymund Aigner. Der Sportreferent warnte eindringlich davor, den SCO einzukreisen. Mittelfristig werde das Baugebiet nach einer ersten Ausweisung immer weiter wachsen. Das sei eine Gefahr für den SC Oberbernbach. Auch andere Sportvereine mit Wohnbebauung in der Nachbarschaft, wie zum Beispiel der VfL Ecknach, hätten immer wieder Probleme, verwies Aigner. Kristina Kolb-Djoka (SPD) war ganz seiner Meinung: „Das ist nicht der richtige Platz zum Bauen.“ Neben diesen beiden Stadträten stimmten Brigitte Neumaier (SPD), Erol Duman (BZA) und Bürgermeister Klaus Habermann gegen die Prüfung und generell gegen einen Bebauungsplan an dieser Stelle. Einstimmig abgelehnt wurde schon zuvor im Stadtrat die Ausweisung von Bauland unmittelbar südlich der Sportanlage auf einer Fläche von gut 24 000 Quadratmetern. Dort ist die Erschließung nicht möglich.

Bebaut werden soll eine gut 12 000 Quadratmeter große Fläche südlich der Teichstraße in Oberbernbach, die derzeit eine Grünfläche ist („Außenbereich im Innenbereich“). Insgesamt könnten dort 15 Bauplätze entstehen. Der Stadtrat war einstimmig dafür.

Das betreute Wohnen in Aichach-Nord will wachsen: Die Anlage soll nach Süden hin erweitert werden. Diese Fläche liegt im Umgriff des Bebauungsplans „Krautgartengelände Aichach Nord“. Der soll unverändert bleiben. Baurecht für die gut 1500 Quadratmeter große Fläche soll jetzt über den Bebauungsplan „Aichach Nord“ geschaffen werden.

Der 43 Jahre alte Bebauungsplan für das Gebiet am Ortsrand des Stadtteils Obermauerbach wird geändert. Das muss der Bauherr bezahlen, der dort ein Doppelhaus mit größerer Wandhöhe (5,90 Meter) und statt mit einem Satteldach mit einem versetzten Pultdach (20 und 12 Grad) errichten will. Der Bauausschuss hatte das noch abgelehnt (wir berichteten).

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