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Pöttmes

13.08.2020

Schnellmanskreuther Kirche bekommt neue Kirchenglocken

Der kleinen Schnellmannskreuther Dorfkirche Mariä Himmelfahrt steht Großes bevor: Am Samstagnachmittag wird ein neues Geläut von Weihbischof Florian Wörner geweiht. In den Turm gehoben werden die neuen Glocken aber erst später.
Bild: Vicky Jeanty

Plus In Schnellmannskreuth weiht Weihbischof Florian Wörner drei Kirchenglocken. Allerdings erklingen die Glocken in Mariä Himmelfahrt erst in einigen Monaten.

Der kleine Pöttmeser Ortsteil Schnellmannskreuth ist im Glockenfieber. Am Samstag werden die neuen Glocken für die örtliche Pfarrkirche geweiht. Viele sind an den Vorbereitungen beteiligt.

Am Dienstagnachmittag traf sich eine Helfergruppe in der Halle von Simon Koppold, um Hand anzulegen an den Hänger, auf dem die Glocken zum Sportplatz gezogen werden sollen. In der Halle lagern die drei eisernen Glocken, die am Samstag mit dem Gabelstapler zuerst auf den Hänger gehievt und dann mit einem Oldtimer-Bulldog zum Sportplatz transportiert werden. Fanny Mühlpointner, die Kreuther Mesnerin, sagt: „Wir werden den Anhänger mit Tüchern auslegen und auch die Glockengestelle mit Blumengirlanden schmücken.“ Mühlpointner ist Mitglied der Pfarreiengemeinschaft und hat den Großteil der Organisationsfäden in der Hand.

Nicht zum ersten Mal werden in der Pfarkirche die Glocken ausgetauscht

Auch Kirchenpfleger Herbert Eichner hat viel zu tun. Mit Anton Mayer, Georg Schmid und Rupert Koppold gehört er zur Kirchenverwaltung, deren Vorsitz Pfarrer Thomas Rein innehat. Die neuen Glocken bewegen die Dorfbewohner seit vielen Jahren. Der 2019 verstorbene Johann Heigemeir hatte während seiner langjährigen Amtszeit als Kirchenpfleger die Diskussion ins Rollen gebracht.

Treibende Kraft war gleichzeitig Anton Mayer, der letztlich mit Erfolg den Austausch des alten und den Ankauf eines neuen Geläuts durchsetzte. Sehr bald haben die Kirchenverwaltung und Pfarrer Thomas Rein dem Projekt zugestimmt. Zwei der drei Glocken sind in der Tat defekt. „Die Glocken sind stellenweise korrodiert, eine hat sogar einen Sprung“, weiß Herbert Eichner. Pater Stefan Kling, der von der Diözese beauftragte Gutachter, bestätigte dies nach einer Glockenbesichtigung vor Ort.

Der anstehende Glockentausch ist nicht der erste, der im Turm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt vorgenommen wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurden zwei der gusseisernen Glocken heruntergeholt und für kriegerische Zwecke missbraucht. Im Jahr 1951 veranlasste der damalige Kreuther Bürgermeister Jakob Haas den Ankauf von zwei „neuen“ gusseisernen Glocken aus Heretshausen (Gemeinde Adelzhausen). Martin Haas, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters, erinnert sich: „Reiche Bauern hatten dort eine neue Glocke gekauft und die alten zum Verkauf angeboten.“ Die Glocken waren vermeintlich defekt, der Kaufpreis blieb entsprechend überschaubar. Die Kreuther behoben den Schaden und hoben mit Seilwinde und Muskelkraft die Glocken in den Turm, so Haas.

Noch ruhen die Glocken in der Halle von Simon Koppold. Am Samstag werden sie auf einem Wagen zum Sportplatz gezogen. Mit 650 Kilogramm ist die Glocke mit dem Dreifaltigkeitsrelief (links) die schwerste der drei.
Bild: Vicky Jeanty

Neue Kirchenglocke für Dorfkirche: Projekt kostet 50.000 Euro

Die jetzige Aktion beschert den Kreuthern vier statt – wie bisher –drei Glocken. Im Turm hängen bleibt die kleinste: „Der Heilige Josef“, so der Weihetitel, wird in Zukunft in Begleitung dreier stattlicher eiserner Glocken unterschiedlicher Größe für den richtigen Klang sorgen. „Mit vier Glocken ist das Kirchengeläut schöner und stimmiger im Klang“, sagt Eichner. Im Beisein des Passauer Glockengießers Rudolf Perner, der im November vergangenen Jahres mit der Arbeit beauftragt worden war, habe man sich an seinem Computer das vierglockige Geläut angehört, bestätigt der Kirchenpfleger.

Mit gut 50.000 Euro schlägt das Projekt zu Buche. „Die Finanzierung steht, das Geld ist da“, sagt Eichner. Über Jahre wurde Geld gesammelt, bei kirchlichen Anlässen wurde fleißig gespendet. Eigenleistung der Kreuther steht an, wenn der Turm aufgemacht werden muss, um die Glocken von außen in den Turm zu bringen. Das wird allerdings erst im Oktober passieren. Die Corona-Pandemie hat auch dieses Projekt organisatorisch durcheinander gebracht.

Schwerste der drei neuen Kirchenglocken wiegt 650 Kilogramm

Mühlpointner sagt: „Wir wollten alle im April mit dem Bus in die Glockengießerei nach Passau fahren und bei der Herstellung dabei sein.“ Sie hat die Hoheit des Glockenläutens. „Das erste Geläut wird allerdings erst an Weihnachten sein“, sagt Mühlpointner.Sie freut sich bereits jetzt, „Die Heilige Dreifaltigkeit“ (650 Kilo), „Die Mutter Gottes“ (300 Kilo) und „Die Schutzengel“ (250 Kilo) digital ins Schwingen zu bringen. Dass jede Glocke einen geweihten Namen hat, der sich im Relief widerspiegelt, ist eine alte Tradition.

Was mit den zwei alten gusseisernen Glocken passiert, weiß Herbert Eichner nicht. Fest steht, dass sie erworben werden können. Anton Mayer, der „Antreiber“ des Projekts, wird am Samstagvormittag sogar eigens aus einer Rehaklinik geholt, damit er beim Festakt dabei sein kann.

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