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Aktion

01.02.2016

Schuhe, Decken und Kleidung für Flüchtlinge

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2 Bilder

Blumenthaler bringen Hilfsgüter auf die griechische Insel Lesbos. Ausstellung im April

Die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa beschäftigt auch die Gemeinschaft auf Schloss Blumenthal. Eine Gruppe Blumenthaler organisierte einen Hilfstransport mit Schuhen, Winterkleidung und Decken für die Menschen, die täglich die griechische Insel Lesbos über das winterliche Meer erreichen.

Die Blumenthaler Gemeinschaft verfolgte dabei mehrere Ziele, wie es in einer Pressemitteilung nach der Rückkehr des Teams heißt: In erster Linie sollte ein Zeichen der Solidarität für Menschen in Not gesetzt werden. Die Helfer aus der Gemeinschaft waren überwältigt von der großen Menge an Sach- und Geldspenden, die aus dem näheren und weiteren Umfeld von Blumenthal kamen. Fünf Helfer machten sich mit einer Gruppe aus München auf den Weg. In einem 7,5-Tonner und zwei Transportern mit Anhängern wurden gut zehn Tonnen Hilfsgüter verladen und nach Griechenland gebracht. Dabei hatten sie vor allem Winterkleidung, Schuhe, Isomatten, Decken, Babytragen und etwa 8000 Rettungsdecken.

Vor Ort wollte sich die Hilfstruppe ein realistisches Bild über die Situation auf der Insel machen. Dafür wurden die unterschiedlichsten Camps und Hilfsorganisationen besucht und Interviews mit Flüchtlingen, Helfern und Inselbewohnern geführt.

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Annika Mayer, eine der Teilnehmerinnen, berichtet: „Vor allem Schuhe und Taschen waren begehrt. Die meisten kommen an und haben keinerlei Gepäck.“ Die Menschen seien sehr schlecht ausgestattet. Mangel herrsche vor allem an Männersachen und Schuhen. Und während am einen Ort Babytragen gelagert werden, fehlten sie andernorts. Die Organisation und Kommunikation zwischen den Camps sei ein Manko, so Mayer.

Damit Spender und Interessierte die Eindrücke und Erfahrungen des Teams nachverfolgen können, wurde täglich im Internet ein Blogeintrag mit den Ereignissen und Bildern des Tages geschrieben. Voraussichtlich im April wird es eine Fotoausstellung im Freiraum für Kunst und Kultur auf Schloss Blumenthal mit Bildern von Gérard Essaka und Texten und Interviews von Rouven Zietz geben.

Ein weiterer Aspekt war die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Flüchtlinge“. Der Hilfskonvoi, bestehend aus drei Fahrzeugen mit Anhängern, startete in Kooperation mit dem Ingenieur Andreas Müller-Hermann und dem Künstler Christian Schnurer. Der Installationskünstler aus der Halle 6 in München möchte die persönlichen Dramen der Flüchtlingswelle in Deutschland sichtbar machen. Dafür sollten die Lastwagen auf der Rückreise mit Schwimmwesten gefüllt werden, um diese dann in Installationen im öffentlichen Raum zu recyceln.

Eine Vielzahl solcher Westen entdeckten die Blumenthaler nebst beschädigten Booten auf einer Müllkippe in den Bergen. „Das war schon ein skurriler Anblick“, erzählt Annika Mayer.

Die Ausfuhr der Rettungswesten entwickelte sich jedoch zum bürokratischen Kraftakt, da sich zahlreiche griechische Behörden einschalteten und sich der Prozess viel komplizierter gestaltete als erwartet. Das Kunstprojekt stand kurz vor dem Abbruch. Mittlerweile hat es jedoch auch das Künstlerteam mit einer Woche Verspätung und mit mehr als insgesamt 70 Kubikmetern gebrauchte Schwimmwesten im Gepäck zurück nach Deutschland geschafft.

Eine Wiederholung der Aktion sei vorläufig nicht geplant, sagt Mayer. Man wolle sich auch für soziale Projekte vor Ort und die Integration der Flüchtlinge hier engagieren. (AN)

Im Internet gibt es zwei Blogs

www.blumenthal- hilft.tumblr.com

www.salvavida.eu

Um die durch die Verzögerung entstandenen Mehrkosten zu decken, freut sich der Kunst- und Kulturverein Blumenthal e.V. weiterhin über Spenden auf folgendes Konto: IBAN: DE90430609677002270700. BIC: GENODEM1GLS, Projekt Lesbos

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