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Aichach-Friedberg

23.08.2017

Schulbustraining für Kinder: Bär Lotte ist ein wichtiger Verbündeter

In der Busschule lernen die Kinder unter anderem, wo der tote Winkel ist. Plüschbär Lotte ist dabei ein wichtiger Verbündeter.
Bild: Gerlinde Drexler

Die DB Regio Bus sensibilisiert Schüler für Gefahren im Verkehr. Nach anfänglichem Ärger im Linienverkehr ist das Unternehmen mittlerweile „beschwerdefrei“.

Der Bus fährt an der Haltestelle vor und streift Lotte, die zu nah am Rand steht. Lotte, ein großer Plüschbär, plumpst auf den Hintern. Eines von mehreren Beispielen, die die Kinder gestern während der Busschule zu sehen bekamen. Dies bietet die DB Regio Bus Bayern an, die seit Anfang 2016 sieben Buslinien im Wittelsbacher Land betreibt. Ziel der Schulung auf ihrem Betriebsgelände in Todtenweis ist es, die Unfallgefahr für Schulkinder zu reduzieren.

Probleme anderer Art hatte es vor rund einem Jahr gegeben. Unter anderem, dass ein Linienbus nach Aindling an einer Haltestelle in Augsburg nicht gestoppt hat, und ein Gymnasiast dort stehen blieb, hatte für Ärger um das Unternehmen gesorgt. Damals bestätigte Irene Goßner, Sprecherin des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV), in dessen Auftrag die DB Regio Bus die Linie betreibt, auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Bus durchgefahren ist. Der Busfahrer habe schlichtweg keine Fahrgäste an der Haltestelle wahrgenommen.

Viele Beschwerden am Lechrain schon Anfang 2016

Bereits Anfang 2016 hatte es am Lechrain viele Beschwerden über die DB Regio Bus gegeben. Wie mehrfach berichtet, betreibt das Unternehmen seit Anfang 2016 sieben Buslinien im Viereck zwischen Augsburg, Aichach, Aindling und Gersthofen. Das Rehlinger Unternehmen Hörmann-Reisen, das die Linien zuvor betreut hatte, war in der AVV-Ausschreibung knapp unterlegen. Die Fahrgäste monierten ausbleibende oder zu volle Busse, Verspätungen und unfreundliche Fahrer. Bei einem Krisengespräch im Landratsamt versprach die DB Regio Bus, Abhilfe zu schaffen.

Gestern sagt DB-Regio-Bus-Geschäftsführer Horst Schauerte auf Nachfrage, am Anfang habe es ein paar Probleme gegeben. Die seien inzwischen jedoch behoben. „Inzwischen sind wir beschwerdefrei“, sagt der Geschäftsführer. Besonders, seit die Fahrgäste über ihr Smartphone Echtzeit-Informationen über Ankunftszeiten der Linienbusse abrufen könnten.

Haben Busse jetzt zum Beispiel wegen eines Verkehrsstaus Verspätung, zeigt das die kostenlose Bayern-Fahrplan-App der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) an. Geschäftsführer Schauerte weiter: „Das war am Anfang das Problem, dass Fahrgäste dachten, der Bus wäre ausgefallen.“ Dabei sei er nur verspätet gewesen. Insgesamt 38 Busse der DB Regio Bus und ihrer Partner fahren inzwischen im AVV-Gebiet, 32 davon im Landkreis. In Todtenweis und Kissing hat die DB Regio Bus im Landkreis Standorte.

In Todtenweis drehte sich gestern für die Kinder in der Busschule alles um einen einzigen Bus. Wie weit weg von der Bordsteinkante sollen sie auf den Bus warten? Was ist der tote Winkel? Zwei von vielen Themen, die im Rahmen der rund zweistündigen Schulung angesprochen werden. Plüschbär Lotte ist dabei ein wichtiger Verbündeter. Sie demonstriert den Kindern nicht nur, was passiert, wenn sie zu nahe an der Bustüre stehen, wenn sich diese öffnet. Die Kinder erleben auch, wie Lotte bei einer Vollbremsung den Halt verliert und durch den Bus kugelt.

Ein Höhepunkt ist, als alle Kinder nacheinander auf den Fahrersitz klettern dürfen. Der Hintergrund ist allerdings ein ernster. Bei einem Blick in den Spiegel erleben sie, dass sie von ihren Freunden, die alle im toten Winkel des Busses stehen, keinen einzigen sehen können. Spielerisch wird den kleinen Schulungsteilnehmern damit ein ernstes Thema nahe gebracht.

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