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Gemeinderat

24.04.2020

Sielenbacher Energiekonzept in einem Faltblatt

So sieht der neue Energieflyer des „Sonnendorfs“ aus.
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So sieht der neue Energieflyer des „Sonnendorfs“ aus.

Das „Sonnendorf“ gibt einen Überblick über die erneuerbaren Energien in der Kommune. Damit bewirbt es sich um einen Preis. In der letzten Sitzung geht es auch um ein weiteres Herzensprojekt des scheidenden Bürgermeisters

Die letzte Sitzung in aktueller Besetzung eröffnete der scheidende Bürgermeister Martin Echter am Mittwoch nicht wie gewohnt im Sitzungssaal des Sielenbacher Rathauses. Um wegen der Corona-Pandemie die Abstandsregelungen einhalten zu können, wurde im geräumigeren Feuerwehrsaal in Tödtenried getagt. Dort stellte der 24-jährige Christoph Gehl, Energietechnik-Student und Praktikant bei der Energiebauern GmbH, ein Faltblatt vor, an dem er im Auftrag der Gemeinde und der Energiebauern mitgewirkt hat. Auf einen Blick gibt dieser Flyer eine Übersicht über die Errungenschaften des „Sonnendorfes“ Sielenbach bei den erneuerbaren Energien.

Aufgeteilt in die beiden Sektoren Wärme und Strom können künftig Interessierte aus Politik und Wirtschaft sowie anderen Gemeinden im In- und Ausland Sielenbachs Erfolgskonzept studieren. Sobald die zwei geplanten Photovoltaik-Freiflächenanlagen ans Netz gehen, werden 45 Millionen Kilowattstunden an regenerativem Strom erzeugt, das Zehnfache des eigenen Netzbezugs, heißt es im Flyer.

Christoph Gehl bezeichnete die Gemeinde Sielenbach als Flächenkraftwerk, da die drei Säulen Freiflächenphotovoltaik, Biogas und Windkraft jeweils 30 Prozent ausmachen. Daher ist auch bei Dunkelheit oder Windstille reichlich Energie verfügbar. Beim Wärmesektor zeigte Gehl die von fünf Wärmenetzbetreibern übertragenen elf Millionen Kilowattstunden, die 80 Prozent des Energiebedarfs decken. Die Betonung liegt laut Gehl in Sielenbach auf der regionalen Wertschöpfung. Auch Aspekte des Klimaschutzes finden in dem Flyer Erwähnung. Durch die in Sielenbach genutzten erneuerbaren Energien werden jährlich 28000 Tonnen CO2 vermieden.

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Um auf natürlichem Wege dieselbe Menge Kohlenstoffdioxid zu neutralisieren bräuchte es zwei Millionen Bäume, das wäre ein Buchenwald mit der 15,5-fachen Fläche Sielenbachs.

Mit dem neuen Flyer hat sich das Sonnendorf für den Bayerischen Energiepreis beworben. Das Ergebnis wird in den nächsten Tagen erwartet. Bürgermeister Echter freute sich darüber, in seiner letzten Ratssitzung als Bürgermeister der Gemeinde diesen Flyer als Hinterlassenschaft übergeben zu können.

Ein weiteres Herzensprojekt des scheidenden Rathauschefs wurde buchstäblich auf den letzten Drücker fertig. In der Sitzung präsentierte es der Sielenbacher Historiker Michael Ritter: ein Heimatbuch. Die neue Ortschronik wurde von der Gemeinde vor drei Jahren in Auftrag gegeben und aufwendig gestaltet von dem Historiker und Heimatkundler Professor Wilhelm Liebhart aus Altomünster und Michael Ritter. Gemeinsam mit 17 weiteren Autoren entstand ein umfangreiches Werk mit über 600 Seiten von frühzeitlichen Funden über die Landschaftsentstehung, bis hin zur Gegenwart Sielenbachs mitsamt seiner zwölf Ortsteile (Bericht folgt). Ab Mai kann das Heimatbuch zum Preis von 29 Euro in der Gemeinde erworben werden.

für Bürgermeister Zum Ende der öffentlichen Sitzung freute sich Martin Echter, nun eine „gut aufgestellte Gemeinde an meinen Nachfolger übergeben“ zu können. „Nach 42 Jahren Kommunalpolitik, davon 18 als Bürgermeister, darf man mal aufhören“, sagte er. Zweiter Bürgermeister Franz Moser dankte ihm für die vergangenen 18 Jahre. Als passionierter Motorsportler bezeichnet Moser Martin Echter als den „guten Motor“ und den Gemeinderat als das „Fahrwerk“ der Gemeinde. Mit den Worten „Martin, du wird in dieser Runde fehlen“ überreichte er Echter lachend einen Gehstock mit Bierflaschenhalterung und kündigte an, dass Echter um eine ordentliche Verabschiedung nicht herumkommen werde.

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