1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. „Sind nicht nur eine Lernfabrik“

Bildung

11.10.2019

„Sind nicht nur eine Lernfabrik“

Staatssekretärin Anna Stolz (links) überreicht Anna Weinmann für die Realschule die Urkunde.
Bild: Andreas Gebert

Aichacher Realschule hat das Profil Inklusion erhalten. Wie die stellvertretende Schulleiterin das Thema beurteilt

Die Wittelsbacher Realschule in Aichach hat jetzt das Schulprofil Inklusion des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus erhalten. Sie ist eine von 21 bayerischen Schulen aus verschiedenen Regierungsbezirken. Die Aichacher Schule engagiert sich besonders für Schüler mit Inklusionsbedarf, etwa mit einer Projektwoche im Februar. Die Urkunde nahm bei einer Feierstunde in München die stellvertretende Schulleiterin Anna Weinmann entgegen. Sie hat diese Position seit 2014 inne, ist ausgebildete Schulpsychologin und Mathelehrerin.

Frau Weinmann, was halten Sie von Inklusion in der Schule? Wie kann sie gelingen?

Ich finde es gut, dass Bayern Förderschulen aufrechterhält. Manche Länder haben sie abgeschafft und wollen sie zurück. Gleichzeitig muss Inklusion auch an allen anderen Schularten möglich sein und unterstützt werden. Die Inklusionsschüler, die bei uns die Mittlere Reife anstreben, erreichen sie meist auch. Je nach Art der Beeinträchtigung ist unsere Schule nicht immer der geeignete Förderort. Es macht wenig Sinn, wenn die Kinder nur anwesend sind und nicht bedarfsgerecht betreut werden können. Das Fachpersonal des mobilen sonderpädagogischen Dienstes berät Betroffene, welche Schule am besten geeignet ist.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Was tut die Wittelsbacher Realschule für Inklusion?

Wir nehmen Schüler auf, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben. Das sind Kinder und Jugendliche, die etwa hörgeschädigt und im Sehen eingeschränkt sind, motorische Einschränkungen und Autismus-Spektrum-Störungen aufweisen. Von unseren 771 Schülern haben 15 Inklusionsbedarf.

Wie kam es zu der Auszeichnung Ihrer Schule?

Wir haben im April ein Konzept zur Inklusion vorgelegt, das an unserer Schule gewachsen ist und bei dem die Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern, Eltern, Schulbegleitern und verschiedenen Institutionen im Zentrum steht. Wir arbeiten mit externen Sonderpädagogen zusammen, die unsere Schüler betreuen. Im Februar hatten wir auch eine Projektwoche für die sechsten Klassen, die darauf abzielte, bei unseren Schülern ein grundlegendes Verständnis für Behinderungen und Beeinträchtigungen zu legen. Wir wollen uns um Menschen kümmern und nicht nur eine Lernfabrik sein. (phis )

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren