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Aichach-Friedberg

27.10.2020

So läuft der erste Tag mit Maskenpflicht im Freien in Aichach-Friedberg

In Mering wurden am Dienstagmorgen bereits Schilder für die Maskenpflicht am Marktplatz aufgehängt. Bauhofmitarbeiter Willi Gaisbauer brachte die Schilder an.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Auf dem Aichacher Stadtplatz, dem Meringer Marktplatz und in Teilen der Friedberger Innenstadt gilt seit Dienstag Maskenpflicht. So gehen die Menschen damit um.

Zwei Frauen am Aichacher Stadtplatz gehen aneinander vorbei. Eine mit Maske, eine ohne. "Es ist jetzt Maskenpflicht", sagt die Frau mit Maske der anderen Passantin. Schnell holt die sich eine Maske aus der Handtasche, bedankt sich und geht weiter. Die Frau mit Maske, Ursula Riedl, hat am Dienstagvormittag Erledigungen zu machen. Dabei weist sie auf dem Stadtplatz die Menschen, die noch keine Maske tragen, auf die neue Regelung hin. "Ich weiß es auch nur, weil ich es heute morgen zufällig in der Zeitung gelesen habe", so Riedl. Bisher seien zum Glück alle freundlich gewesen. "Keiner hat pampig reagiert." Erstaunlich viele Menschen trügen bereits eine Maske, findet Riedl. Doch das ist nicht überall so.

Auch eine andere Aichacherin auf dem Stadtplatz weiß von der Maskenpflicht aus der Zeitung. "Wenn es hilft, ist es recht", sagt sie zu der neuen Regel. Es sei nicht so tragisch, eine Maske zu tragen. Ein Ehepaar, das die Landesausstellung in Aichach besucht, hat durch einen Hinweis einer Hilfspolizistin von der Maskenpflicht auf dem Stadtplatz erfahren. Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist notwendig. Eigentlich müssten Schilder auf die Maskenpflicht von 8 bis 18 Uhr aufmerksam machen, aber noch sind in Aichach keine zu sehen.

Aichach: Schilder werden im Laufe der Woche aufgestellt

Dem Ordnungsamt der Stadt zufolge sind die Schilder bestellt und sollten im Laufe der Woche geliefert werden. Bis dahin würden Verstöße gegen die Maskenpflicht nicht gebührenpflichtig geahndet, so Polizeisprecher Peter Löffler. Am Dienstag kontrolliert die Polizei zwar bereits die Einhaltung der Maskenpflicht. "Wir belassen es aber bei Hinweisen und freundlichen Gesprächen", sagt Löffler. Anders sei es, wenn Menschen auch nach dem Hinweis sich weigerten, eine Maske aufzusetzen.

Viele Menschen tragen bereits am ersten Tag der neuen Regelung eine Maske am Aichacher Stadtplatz.
Bild: Marlene Weyerer

Auf dem Aichacher Stadtplatz ist am Dienstagvormittag nur wenig los. Christine Schmidberger vom Bekleidungsgeschäft Mode Burkhard sagt, das könne auch einfach ein ruhiger Vormittag sein. "In Aichach kann man das nicht so sagen, ob das schon an der Maskenpflicht liegt", so Schmidberger. Sie befürchtet, dass in nächster Zeit aber generell wieder weniger Leute kommen. "Je mehr Angst die Menschen haben, desto weniger gehen sie aus dem Haus."

Mering: Keine Maskenpflicht am Badanger

In Mering ist am Dienstagvormittag ebenfalls wenig los. Willi Gaisbauer vom Meringer Marktbauamt bringt um 9 Uhr die ersten Schilder zur Maskenpflicht am Marktplatz an. Er selbst trägt auch Maske. "Ganz nach Vorschrift", wie Gaisbauer sagt.

Christine Hieke hält sich an die Maskenpflicht.
Bild: Eva Weizenegger

Kaum einer ist zu sehen, vereinzelt sind die Menschen im Ortszentrum. Eine ältere Frau läuft gebückt mit ihrem Einkaufwägelchen an der Herzog-Wilhelm-Straße entlang. "Also an der frischen Luft finde ich das ein bisschen blöd, wenn doch noch gar niemand unterwegs ist", sagt sie und geht weiter. Auch Christine Hieke trägt eine Maske. Die Mutter von drei Kindern sagt: "Ich habe mich mittlerweile damit arrangiert." Dennoch findet sie die Maskenpflicht in Mering "übertrieben". "Wir sind hier doch kein Ballungszentrum", sagt Christine Hieke.

Bürgermeister Florian Mayer ist dennoch einigermaßen zufrieden mit der Regelung. "Sie gilt bis 18 Uhr, und das ist für alle vertretbar", sagt er. Zudem sei er froh, dass das Freizeitgelände am Badanger doch herausgenommen werden konnte. "Am Marktplatz kann ich es noch verstehen, da haben wir freitags auch unseren Wochenmarkt", sagt Mayer. Doch dort, wo man an der frischen Luft spazieren gehen will, sehe er keine Notwendigkeit für die Maskenpflicht, solange man sich an die Abstandsregeln halte.

Polizei kontrolliert Einhaltung der Maskenpflicht in Friedberg

In Friedberg gilt die Maskenpflicht an der Ludwigstraße, auf dem Volksfestplatz und auf dem Marienplatz. Während sich am Dienstag etwa eine knappe Mehrheit der Menschen an die Regeln hält und einen Mund-Nasen-Schutz trägt, stoßen die pandemiebedingten Schutzmaßnahmen auch auf Gegner. Spricht man die Menschen ohne Maske auf ihre fehlende Maske an, reagieren einige von ihnen mit verhaltener Zustimmung. Manche nicken nur und setzen ihre Maske auf, andere murmeln sogar eine Entschuldigung.

Zur Mittagszeit auf dem Volksfestplatz scheinen sich die Schüler des Gymnasiums, der Realschule und der FOS in Friedberg an die Maskenpflicht zu halten. Nur wenige tragen ihre Maske unter der Nase oder haben erst gar keine griffbereit. „Ach so, wusste ich nicht“, sagt eine Jugendliche.

Doch vor allem an der Ludwigstraße und auf dem Marienplatz scheinen sich manche Bürger ihres Regelverstoßes noch nicht bewusst zu sein. „Ich bin doch draußen, da muss ich das nicht!“ oder „Ja, ja, ich setze die schon auf, wenn es Sinn macht“, lauten häufige Antworten. Auf die Frage, warum er seinen Mund und seine Nase nicht bedecke, entgegnet ein älterer Herr: „Sind Sie die Polizei, oder was?“ Die Beamten sind zu diesem Zeitpunkt nicht weit: Zwei Polizisten in einem Streifenwagen patrouillieren in der Ludwigstraße und machen uneinsichtige Bürger auf ihre Vergehen aufmerksam.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema: Maskenpflicht: Amtlich bestätigte Schlafmützen

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