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22.03.2013

Spargel sprießt nur mit Heizung

Beheizte Folientunnel für das weiße Gold. Auf diesem Spargelfeld bei Inchenhofen wird bereits geerntet.
Bild: Erich Echter

Die Ernte beginnt in diesem Jahr wohl ungewöhnlich spät. Dennoch hoffen die Bauern auf eine gute Saison.

Die Spargelsaison hat noch nicht begonnen, aber an der B300 steht schon die erste Verkaufshütte. Beheizte Felder machen es möglich. Die Spargelbauern im Wittelsbacher Land, die auf konventionelle Anbaumethoden setzen, haben allerdings ein Problem. Aufgrund des langen Winters wird die Ernte in diesem Jahr wohl außerordentlich spät starten. Peter Strobl, Spargelfachberater beim Landwirtschaftsamt Pfaffenhofen, sagt: „Zu Ostern wird es noch keinen Spargel geben, wie es danach aussieht, kann ich heute noch nicht sagen.“ Jeden Morgen wandert sein Blick zum Himmel. „Das Problem sind nicht die Temperaturen, sondern dass wir zu wenig Sonne haben.“ Er hofft, dass das Wetter bis Ende des Monats aufklart, damit die Händler pünktlich zum Saisonbeginn am 10. April frischen Spargel verkaufen können.

Georg Lohner aus Inchenhofen hat schon die erste Ernte eingefahren. Seit Mitte der Woche lässt er Spargel im Stand an der B300 auf dem Gallenbacher Berg anbieten. Dazu beheizt er ein etwa zwölf Hektar großes Feld beim Ortsteil Arnhofen mit Hackschnitzeln. Auch gestern stachen dort Arbeiter Spargel. Voraussichtlich bis zur zweiten Aprilwoche will er die Ware anbieten. „Bis der andere wächst“, wie er sagt.

Die Nachfrage nach dem frühen Spargel sei in den vergangenen Jahren gleich geblieben. Sein beheiztes Feld habe er jedenfalls nicht vergrößert. Zudem betont er, dass er keine zusätzliche Bewässerung für die Fläche brauche und ein umweltfreundliches Heizsystem mit regenerativen Brennstoffen einsetze. „Wir warten nun darauf, dass die Sonne kommt“, sagt Lohner. Wenn die Ernte später startet, sei es für die Bauern schwierig, „das nach hinten heraus wieder aufzuholen“. Spätes Stechen raubt den neuen Wurzeln für das nächste Jahr die nötige Energie.

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Spargelexperte Strobl ist dennoch gegen beheizte Felder. „Wir lehnen das ab, weil wir keine zusätzliche Energie ins Produkt stecken wollen“, erklärt er. Viele Verbraucher seien seiner Meinung. „Sie sagen, dass sie nicht wollen, dass Energie verschwendet wird, damit wir zwei oder drei Wochen früher Spargel kaufen können.“

Auch Claudia Westner, Spargelbauerin und Inhaberin des Guts Haslangkreit in Kühbach, hält nichts von beheizten Feldern. „Das ist nicht angemessen in Zeiten, in denen fossile Brennstoffe rar werden.“ Das anhaltend schlechte Wetter mache ihr allerdings zu schaffen. Aufgrund des Regens könne sie auf den Feldern keine Dämme fräsen und die Schwarz-Weiß-Folie verlegen. Normalerweise beginne sie mit diesen Arbeiten bereits Ende Februar. „Irgendwann kommt man dann nicht mehr hinterher“, sagt sie. Einfluss auf die Saison habe der lang anhaltende Winter allerdings nicht. „Die wird ganz normal.“ Die Minustemperaturen zu Beginn des Jahres hätten keinen Schaden verursacht. Ganz im Gegenteil: „Der Spargel braucht Kältereize, dann treibt er im Frühjahr schneller aus.“

Spargelbauer Paul Limmer aus Affing beunruhigt der anhaltende Winter nicht. „Es wird halt später in diesem Jahr“, sagt er. Limmer glaubt, dass die Saison „bestimmt nicht schlecht“ wird. „Der Bestand stand im Herbst gut da.“ Zudem gab es im Winter keine extremen Minustemperaturen unter 20 Grad. Alles Anzeichen dafür, dass in diesem Jahr keine Probleme auftreten. Nun heißt es: Geduld haben. „Heizen wollen wir nicht, darum müssen wir warten, bis die Sonne kommt“, sagt Limmer.

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