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Aichach-Friedberg

11.01.2020

Steigende Kosten: So viel Geld gibt der Landkreis für seine Mitarbeiter aus

Das Personalbudget hat sich innerhalb von zwölf Jahren verdoppelt. 1100 Menschen sind beim Kreis angestellt, die meisten in den Kliniken an der Paar.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Das Personalbudget hat sich innerhalb von zwölf Jahren verdoppelt. 1100 Menschen sind beim Kreis angestellt, die meisten in den Kliniken an der Paar.

Der große Schub für den Stellenplan des Landratsamtes war die Flüchtlingskrise, die 2015 begann. Vor vier Jahren stockte der Landkreis sein Personal nominell gleich um 35 Vollzeitstellen auf – das entsprach damals einer Erhöhung um etwa 15 Prozent – um den Aufgaben gewachsen zu sein. Es wurden nicht alle dieser vom Kreistag genehmigten zusätzlichen Stellen dann auch besetzt, beziehungsweise wieder abgebaut. Denn die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge und damit auch der dem Landkreis zugewiesenen Menschen hat sich ja seither deutlich verringert.

Der Personalstand im Landratsamt liegt jetzt dennoch deutlich über dem Niveau von 2016. Ein Teil der Asylstellen wurde in den vergangenen drei Jahren wieder gestrichen, ein Teil aber auch umgewandelt für andere Aufgaben. 2020 soll der Personalstand gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht werden: Es werden zwar wieder dreieinhalb Stellen, darunter zwei für den Asylbereich, aus dem Plan gekürzt. Im Gegenzug kommen insgesamt aber viereinhalb neue Stellen dazu. Für folgende Aufgaben: Zwangsumtausch und Verlängerung für Führerscheine, Zensus 2021 und Digitalisierung beim staatlichen Bauamt.

Haushalt Aichach-Friedberg: Darum steigen die Personalkosten

Was steigt, sind die Personalkosten. Für 2019 wurde mit rund 20 Millionen Euro kalkuliert, laut Hochrechnung bleibt der Kreis aber mit 19,3 Millionen darunter. Für 2020 sind jetzt 21 Millionen Euro veranschlagt. Wird der Kostenersatz für Personal durch andere Behörden abgezogen, würden die Nettokosten des Landkreises um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr anwachsen. Mit den 21 Millionen bezahlt der Kreis die knapp 385 Mitarbeiter der eigenen Verwaltung. Weitere rund 80 Beamte und Beschäftigte, die am Landratsamt hoheitliche Aufgaben übernehmen, finanziert dagegen der Freistaat Bayern. Die insgesamt 465 Angestellten, Beamte und Arbeiter besetzen in etwa 275 Vollzeitstellen.

Die Personalkosten steigen vor allem durch Tariferhöhungen und Höhergruppierungen von Angestellten. Die sogenannte Personalquote, das Verhältnis zwischen Personalkosten und Gesamthaushalt, liegt 2020 bei 13,8 Prozent. Das bedeutet, in etwa jeder siebte Euro wird für Mitarbeiter ausgegeben. Diese Quote lag für Aichach-Friedberg 1991 noch bei 18,5 Prozent, ging dann nahezu kontinuierlich zurück bis auf 11,2 Prozent im Jahr 2014. Seither geht es wieder nach oben. Trotz steigender Personalkosten und auch im Sachaufwand liegt Aichach-Friedberg im Vergleich (Personalkosten je Einwohner) zu den anderen Landkreisen in Schwaben und Bayern deutlich unter dem Durchschnitt. Der Sachaufwand spielt im Vergleich eine Rolle, weil Kommunen ihre Personalkosten auch durch Auslagerungen und Vergaben (zum Beispiel bei der Reinigung von Gebäuden) senken.

Dass die Personalquote nicht deutlicher klettert, hängt aber auch maßgeblich von den enormen Einnahmensteigerungen des Wittelsbacher Landes seit Ende der Bankenkrise ab. Die Steuerquelle sprudelt wie nie zuvor und das Haushaltsvolumen ist in zehn Jahren um deutlich über 50 Prozent gewachsen. Die Personalkosten lagen 2008 bei 10,5 Millionen Euro. Zwölf Jahre später liegen sie laut Planansatz mit 21 Millionen Euro doppelt so hoch. Vor einem Jahrzehnt beschäftigte der Kreis insgesamt 370 Mitarbeiter, jetzt sind es 465.

Haushalt: Interessante Zahlen zum Personal des Landkreises

Arbeitgeber Der Öffentliche Dienst insgesamt, von der JVA Aichach über Polizei oder Schulen und Kommunen bis zum Vermessungsamt, ist mit Abstand größter Arbeitgeber im Wittelsbacher Land. Der Landkreis selbst beschäftigt rund 1100 Menschen. Neben den rund 620 Mitarbeitern in den Kliniken in Aichach und Friedberg sind es 2020 rund 465 Angestellte, Beamte und Arbeiter (in etwa 275 Vollzeitstellen) beim Landratsamt und dazugehörigen Dienst- und Außenstellen.

Frauenanteil/Teilzeit 290 Frauen zählt das Personalamt in der Kreisverwaltung und den anderen Kreiseinrichtungen (ohne die Kliniken). Das entspricht in etwa einer Drei-Fünftel-Quote (62 Prozent). 172 Frauen und 23 Männer arbeiten in Teilzeit in über 70 verschiedenen Modellen.

Ausbildung 30 junge Menschen werden ausgebildet. Neu: drei Azubis als Verwaltungsfachangestellte, eine Studentin Dualer Studiengang Soziale Arbeit, vier Beamtenanwärter.

Staatspersonal Rund 80 Beamte und Beschäftigte (insgesamt in etwa 64 Vollzeitstellen für hoheitliche Aufgaben) werden vom Staat bezahlt. Der Trend verläuft hier leicht gegen die Teilzeit: Die Zahl der Vollzeitstellen beim Staatspersonal ist in zehn Jahren um fünf gewachsen. Die Mitarbeiterzahl ist zuletzt konstant geblieben.

Schwerbehinderte Der Kreis hat im Jahr 2020 insgesamt 20 Arbeitsplätze (bisher 22) mit Schwerbehinderten besetzt. Pflicht sind 18 Plätze.

Krankheitstage Die Zahl der Krankheitstage (Jahr 2018) liegt im Schnitt bei rund 12 Tagen. Höchste und niedrigste Zahlen der vergangenen zehn Jahre: 2008 (8 Tage), 2011 (15,6). Bei den Beschäftigten allein liegt die Zahl der durchschnittlichen Krankheitstage bei 26,5. Laut Finanzministerium kommen alle Beschäftigten in Bayern auf 10,7 Tage (Jahr 2016).

Alter Das Durchschnittsalter liegt bei 43,9 Jahren. Frauen (42,7) sind „jünger“ als die Männer (46.5).

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