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Pöttmes

14.05.2020

Stellvertretende Bürgermeister: Die neue Spitze in Pöttmes steht

Seit Anfang Mai führt Mirko Ketz (CSU) im Pöttmeser Rathaus die Geschäfte. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats legte er seinen Amtseid ab. Außerdem wurden seine beiden Stellvertreter gewählt.
Bild: Erich Echter (Archiv)

Plus Manfred Graser vom Bürgerblock wird Zweiter Bürgermeister von Pöttmes – mit Hilfe zweier CSU-Mitglieder. Einer von ihnen wird überraschend Dritter Bürgermeister.

Mirko Ketz ( CSU) ist in der konstituierenden Sitzung des Pöttmeser Marktgemeinderats als Bürgermeister vereidigt worden. Der Ratsälteste, Xaver Tyroller, nahm ihm den Amtseid ab. Ketz sagte, er sei „voller Respekt gegenüber dem Amt und den Erwartungen seitens der Bevölkerung“. Er reiche allen Ratsmitgliedern, gleich welcher Fraktion, die Hand. Anschließend wurden die neuen Räte vereidigt: Jürgen Mayer, Marina Mörmann, Ex-Bürgermeister Franz Schindele (alle Bürgerblock), Hubert Golde, Stefan Mayer, Gerhard Schnell und Christian Vetter (alle CSU). Die Sitzung fand coronabedingt in der Schulturnhalle statt, die aufgrund vieler Zuhörer jedoch gut gefüllt war.

Nach der Vereidigung entschied sich unter anderem, wer Zweiter und Dritter Bürgermeister wird. Aus der ersten von zwei Kampfabstimmungen ging Manfred Graser vom Bürgerblock als Sieger hervor. Er hatte bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen aller Gemeinderäte erhalten. Da der Bürgerblock mit neun Sitzen zudem stärkste Fraktion ist (CSU: sieben, CWG: vier), erhob er Anspruch auf das Amt des Zweiten Bürgermeisters.

CSU und CWG trafen Vereinbarung vor der Kommunalwahl

Doch vor der Kommunalwahl hatten CSU und CWG eine Vereinbarung getroffen und sogar schriftlich festgehalten: Demzufolge sollte die CWG, die keinen Bürgermeisterkandidaten stellte, den Bürgermeisterkandidaten der CSU, Mirko Ketz, unterstützen. Das tat sie auch: Ketz gewann die Wahl knapp gegen Graser. Im Gegenzug für die Wahlkampfhilfe sollte die CSU einen namentlich nicht festgelegten Kandidaten der CWG als Zweiten Bürgermeister unterstützen.

 

Diese schickte Alwin Wagner ins Rennen. Doch er unterlag Graser mit 10:11 Stimmen. CSU plus Bürgermeister und CWG kämen zusammen auf zwölf Stimmen, zwei fehlten Wagner also. Zwei Mitglieder der CSU-Fraktion votierten bei der geheimen Wahl für Graser. Einer der beiden, Hubert Golde, bekannte sich wenig später dazu. Er wurde anschließend mit 11:6 Stimmen – vier weitere Stimmen waren ungültig – zum Dritten Bürgermeister gewählt. Und zwar auf Initiative des Bürgerblocks. Die CSU schlug Christian Vetter für das Amt des Dritten Bürgermeisters vor. Die CWG, tief enttäuscht von der vorherigen Niederlage Wagners, benannte keinen Kandidaten.

Golde (CSU): Wahl Grasers (Bürgerblock) war Gewissensentscheidung

Golde sagte: „Ich weiß gar nicht, wie ich zu der Ehre komme.“ Er hoffe und glaube, dass die Gewählten ein gutes Team würden. Er nannte seine Wahl Grasers zum Zweiten Bürgermeister eine „Gewissensentscheidung“, die er mit Blick auf das Wahlergebnis und den Wählerwillen getroffen habe. Die Zuhörer quittierten das mit großem Applaus. Die zweite CSU-Stimme für Graser kam von Hans Steiger, wie dieser unumwunden einräumte. Auch er berief sich auf das Wahlergebnis: Graser habe mit Blick darauf einen Anspruch auf das Amt.

Graser nahm seine Wahl erfreut auf. Er habe das Ergebnis nicht erwartet, aber erhofft, sagte er am Mittwoch auf Nachfrage. Dass er als Bürgerblock-Mitglied Golde von der CSU als Dritten Bürgermeister vorschlug, sei allerdings „kein Gegengeschäft“ gewesen, wie er betont. Absprachen habe es nicht gegeben. Graser nannte seine persönliche Wertschätzung für Golde als Beweggrund, zudem sei sein Vorschlag ein Dank für dessen Abstimmungsverhalten gewesen.

Christian Vetter: Diskussionsbedarf in der CSU-Fraktion

Vetter nahm die Niederlage gegen den eigenen Fraktionskollegen sportlich. In der Fraktion seien einige sauer, wie der Abend gelaufen sei, berichtete er. Natürlich sei es „schwierig, dass ein CSU-Vorschlag von den eigenen Kollegen nicht gewählt wird“. Dass zwei aus den eigenen Reihen wahrscheinlich für Graser als Zweiten Bürgermeister stimmen würden, sei vorab bekannt gewesen. Es gebe jetzt Diskussionsbedarf. „Streit wäre das Schlechteste, was man machen kann“, so Vetter. Er sei überzeugt, man werde sich wieder zusammenraufen.

 

Bei der CWG hingegen sitzt die Enttäuschung tief. Wagner verwies am Mittwoch auf die schriftliche Vereinbarung mit der CSU. Sie sei nun nichts mehr wert. Goldes Wahl zum Dritten Bürgermeister habe „ein Gschmäckle“. Die CSU müsse aufarbeiten, welche Außenwirkung das Ganze habe. Die CWG werde nun „völlig ungebunden“ agieren. Schriftführer Alexander Schmid kündigte an, sich aus Protest nicht mehr als Ebenrieder Ortssprecher aufstellen lassen zu wollen.

Bürgermeister Mirko Ketz appelliert an Zusammenhalt

Ketz sagte zur Wahl des Zweiten Bürgermeisters, „als guter Demokrat“ müsse er sie akzeptieren. Die Wahl des Dritten nannte er „überraschend“. Man müsse nun angesichts der anstehenden Aufgaben zusammenhalten. „Es wird sich eine Vertrauensbasis aufbauen lassen.“

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