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Kühbach

24.03.2020

Stichwahl in Kühbach: Kerscher will ans große Ganze denken

Karl-Heinz Kerscher, Kandidat der OGK, hier auf unserem Archivbild am Marktplatz der Gemeinde Kühbach.
Bild: Fotografie Weiss

Plus In Kühbach steht die Stichwahl um das Bürgermeisteramt an. Karl-Heinz Kerscher, der Kandidat der Ortsgemeinschaft Kühbach, denkt aber gerade nicht an Wahlkampf.

Nervosität im Vorfeld der Stichwahl? Überlegungen, was er anders hätte machen können? Das Gespräch mit den Wählern suchen? All das ist für Karl-Heinz Kerscher gerade überhaupt kein Thema. „Wahlkampf wäre fehl am Platz“, sagt er mit Blick auf die Corona-Krise. In Zeiten der Ausgangsbeschränkung werde er sich strikt daran halten, betont der 48-jährige Kühbacher. Nach der Wahl ist für ihn vor allem eines wichtig.

Die Stichwahl am Sonntag, die sein Leben verändern könnte, ist für Kerscher (Ortsgemeinschaft Kühbach) in den Hintergrund gerückt. Den Auftrag für die Flugblätter, die er eigentlich noch verteilen wollte, hat er schon vergangene Woche bei der Druckerei wieder storniert. Kerscher sagt: „Ich wäre falsch beraten, wenn ich Spaziergänge mache und Flyer einwerfen würde.“ Zum jetzigen Zeitpunkt sollte man helfen und nicht Wahlkampf machen.

Kerscher hatte einen leichten Vorsprung bei der Wahl

Obwohl er sich vorstellen könnte, dass er die Bürger mit einer Aktion wie den Flugblättern schon noch mal auf sich aufmerksam machen würde. Kerscher betont: „Ich strebe das Amt an und will es unbedingt haben.“ Er würde sich riesig freuen, wenn er das Vertrauen der Bürger bekäme, sagt er. „Aber ich muss mich nicht verbiegen.“

Beim ersten Durchgang der Kommunalwahl am Sonntag vor einer Woche entfielen 36,4 Prozent der abgegebenen Stimmen auf ihn. Ein Vorsprung von vier Prozentpunkten auf Stefan Schneider. Entscheidend ist, wie sich die Wähler der beiden weiteren Kandidaten, Gerhard Stegmayer (Bürgervereinigung Unterbernbach, 25,5 Prozent), Hermann Erbe (Freie Wählergemeinschaft Haslangkreit, 5,7 Prozent) entscheiden. Stimmen sie überhaupt ab und wenn ja für wen? Bei den Gemeinderatswahlen lag Kerscher, der auch aktuell im Rat ist, bei der Ortsgemeinschaft Kühbach mit 1743 persönlichen Stimmen an dritter Stelle. Schneider führte mit 1395 Stimmen die Liste seiner Gruppierung an.

Kerscher denkt auch an die Zeit nach Corona

Kerscher ist skeptisch, ob die Entscheidung am Sonntag wirklich aussagekräftig ist. Er kann sich vorstellen, dass gerade Senioren nicht an der Stichwahl teilnehmen werden. Seine Überlegung: „Warum sollen sie ans Rathaus fahren und einen Brief einwerfen, wenn sie nicht einkaufen fahren dürfen.“ Für ihn zählt am Montag nach der Wahl, unabhängig vom Ergebnis, momentan nur eines: „Dann ist es wichtig, wie wir zusammenhalten und aufgestellt sind.“

Wird er zum Bürgermeister gewählt, dann „ist zunächst einmal Hilfe angesagt“. Für den ganzen Gemeindebereich, betont er: „Bei mir zählt immer das große Ganze.“ Wie es weitergehen wird, wenn die Pandemie hoffentlich bald eingedämmt ist „wird uns unser Ministerpräsident Söder schon vorgeben“. Kerscher ist sich sicher, dass es dann Leitfäden und Vorschriften gibt, wie Kommunen wirtschaftlich und finanziell weitermachen sollen.

Das ist Karl Heinz Kerscher

  • Alter: 48 Jahre.
  • Aufgewachsen: in Kühbach.
  • Familienstand: verheiratet, zwei erwachsene Töchter.
  • Ausbildung und Beruf: Großhandelskaufmann, Vertriebsleiter, stellvertretender Gebietsverkaufsleiter.
  • Kommunalpolitik: zwölf Jahre Mitglied im Marktgemeinderat Kühbach.
  • Hobbys: Familie, Fußball, Skifahren, Tennis, Garten.

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