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Todtenweis

05.12.2010

Theater: Wären da nicht die listigen Frauen

Hitzige Wortgefechte mit (von links) Peter Brandmayr (Graber), Tobias Leopold (Mesmer), Anna Ettinger (Graberin), Sonja Brandmayr (Pfarrersköchin), Michael Haas (Postbote), Bernhard Brandmayr (Boder), Albert Lindermeir (Wirt) und Sabrina Specht (Wirtin). Foto: Sofia Brandmayr
Bild: Sofia Brandmayr

Vor vollem Haus spielten die Theaterspieler der Todtenweiser Landjugend den Dreiakter "Die bayerische Prohibition" von Peter Landstorfer.

Vor vollem Haus spielten die Theaterspieler der Todtenweiser Landjugend den Dreiakter "Die bayerische Prohibition" von Peter Landstorfer. Mit hervorragender Besetzung der einzelnen Rollen erwartete das Publikum viel Abwechslung.

Zu Beginn stand der Wirt in seiner Brennstube und probierte den neuen selbst gebrannten Schnaps. Dass er dabei etwas zu viel des guten süffigen Obstlers erwischte, war vorprogrammiert. So kam es, dass der Wirt dabei einschlief. Diese Rolle verkörperte Albert Lindermeir mit seiner Gestik und Mimik auf authentische Weise.

Auf der Hauptbühne öffnete sich der Vorhang und der Wirt versuchte ein Fass Bier anzuzapfen, was erst nach mehreren Versuchen gelang, denn er wurde laufend unterbrochen. Die Stube füllte sich langsam mit Leben. So kam der "Bader" (Bernhard Brandmayr), der sich um den kranken Fuß des Wirtes kümmerte. Es folgte der "Mesmer Girgl" (Tobias Leopold), der eigentlich nur die Äpfel aus dem Pfarrgarten vorbeibringen wollte. Dann kam die "Pfarrersköchin Afra" (Sonja Brandmayr), die verzweifelt den Mesmer suchte. Stand doch eine Hochzeitsgesellschaft schon seit einer Stunde vor verschlossener Pfarrkirche.

Theater: Wären da nicht die listigen Frauen

Zwischendurch unterbrach immer wieder die Wirtin (Sabrina Specht) die Männer. Auch der "Graber Schorsch" (Peter Brandmayr) und seine Frau (Anna Ettinger) halfen bei den Vorbereitungen zum Schnapsbrennen mit. Ebenso der Postbote (Michael Haas), der auch die verhängnisvolle Nachricht der Prohibition brachte. Hierin verbot der Kaiser das Brennen, den Verkauf und den Verzehr von Schnaps. Das traf die Männer natürlich hart.

Sie suchten zwar angestrengt nach einem Ausweg, fanden aber keinen und gaben auf. Aber nicht die Frauen, die mit List und Tücke einen ausgereiften Plan hervorbrachten, um doch weiter machen zu können. Sie packten die Männer bei ihrer Ehre und schafften es so, sie schließlich zum Mitmachen zu überreden. Nicht nur das Abfüllen, sondern auch der gut durchdachte Verkauf war durch die Frauen bereits bestens organisiert. Doch dann passierte eine kleine Unachtsamkeit...

In weiteren Rollen waren noch zu sehen der "Defraudator" (Markus Brandmayr), der zusammen mit dem "Polizist" (Cornelius Jakob) die gesamten Schnapsvorräte konfiszierte. Gespielt wird in Todtenweis teilweise zu gleichen Zeiten auf unterschiedlichen Bühnen. Der Schnaps wird in der Brennkammer gebrannt, in der Wirtsstube findet das Hauptgeschehen statt, im Abstellraum wird abgefüllt und auch vor dem Haus wird gespielt. Die Zuschauer können das Geschehen in alle Richtungen verfolgen.

Für viele Lacher sorgte die außerordentliche gute Umsetzung der Textvorlagen. Mit Gesangseinlagen, begleitet von Cornelius Jakob auf dem Akkordeon, war der unterhaltsame Abend perfekt. Auch zum Abschluss des Theaterstückes folgte nochmal "Gstanzelgesang" der Spieler.

Die "alten" wie auch die "neuen" Spieler überzeugten gleichermaßen. Von Lampenfieber oder Nervosität war nichts zu merken. Mit Pointen rund um Todtenweis mit ihren Bewohnern heiterten sie das Stück noch zusätzlich auf. Ebenso wurden die Zuschauer mit eingebunden und um Rat gefragt, wenn es um eine gute Ausrede ging. Nach dem Schlussapplaus gingen die Jugendlichen durch die Zuschauerreihen und verkauften "Schnaps". Der Erlös aus diesem Verkauf wird für krebskranke Kinder gespendet.

Aufführungen Weitere Vorstellungen finden noch am Samstag, 11. Dezember und am Sonntag, 12. Dezember statt. Beginn der Veranstaltung ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten sind im Vorverkauf bei der Raiffeisenbank Todtenweis oder an der Abendkasse erhältlich.

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