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19.12.2019

Todtenweis lehnt Wohnquartier in Sand einstimmig ab

Der Todtenweiser Gemeinderat ist gegen die Wohnquartier-Pläne eines Investors im Ortsteil Sand.
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Der Todtenweiser Gemeinderat ist gegen die Wohnquartier-Pläne eines Investors im Ortsteil Sand.
Bild: Erich Echter (Archv)

Plus Der Gemeinderat Todtenweis ist sich einig: Das Großprojekt eines Investors sprengt den Rahmen. Das letzte Wort dürfte noch nicht gesprochen sein.

Das letzte Wort dürfte in dieser Angelegenheit noch längst nicht gesprochen sein. Doch bei der Sitzung des Gemeinderats von Todtenweis kam am Mittwoch klar zum Ausdruck, dass die Kommune die geplante große Wohnsiedlung in Sand nicht nur mit Skepsis sieht, sondern sogar mit entschiedener Ablehnung. Bei zwei Abstimmungen votierte das Gremium jeweils geschlossen gegen den Antrag auf einen Vorbescheid.

Das Wohnquartier ist an der Langweider Straße geplant

An der Langweider Straße stehen auf einer Fläche von rund 13000 Quadratmetern die Errichtung von sechs Mehrfamilienhäusern, zwei Doppelhäusern, sechs Einfamilienhäusern, einer Kindertagesstätte, einem Wohn- und Geschäftshaus mit Kita, einem betreuten Wohnen und einer Tiefgarage zur Debatte. In den 45 Wohneinheiten könnten in etwa 175 Menschen leben. Dieses Vorhaben eines Investors aus Klosterlechfeld sorgte im Vorfeld nicht nur für Schlagzeilen (wir berichteten), sondern mobilisierte auch die Bürger. Die Plätze im Sitzungssaal wurden am Mittwoch zur Mangelware, weil über 20 Frauen und Männer die Besucherränge füllten.

Im Gemeinderat heißt es: „Das passt nicht rein“

Gemeinderat Michael Hofberger sparte nicht mit deutlichen Worten: „Das Projekt fügt sich nicht ein. Das entspricht nicht einer Dorfentwicklung, sondern einer Stadtentwicklung. In Sand so was zu bauen, ist eigentlich ein Frevel.“ Die weiteren Teilnehmer an der Debatte argumentierten ähnlich. Bürgermeister Konrad Carl betonte: „Das fügt sich in keinster Weise ein. Das sprengt sämtliche Rahm

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en, das passt nicht rein.“ Dann verwies er auf die Haushaltslage. Bis auf weiteres werden nur Leistungen erbracht, sofern sie unumgänglich erscheinen. Außerdem versicherte der Gemeindechef: „Wir haben eine Überlastung der Kläranlage.“ Die Erschließung sei durch die Gemeinde nicht zu schaffen.

Todtenweis rechnet mit 170 neuen Einwohnern

Thomas Eberle sprach von einer kleinstadtähnlichen Planung: „170 neue Einwohner – das ist fast eine Verdoppelung von Sand. Dem kann ich nicht zustimmen.“ Zum Thema Vorkaufsrecht verwies Carl auf eine Mitteilung vonseiten der Verwaltung; demnach wäre ein Vorkaufsrecht juristisch gar nicht tragbar gewesen. Bürger hatten moniert, warum die Kommune die Fläche über dieses Vorkaufsrecht erworben und für Wohnbauland im Einheimischenmodell genutzt hätte Auch Franz Färber legte sein Nein unmissverständlich dar. In Richtung Investor sagte er: „Da muss er sich ein anderes Gebiet suchen für die Planung.“

Investor kritisiert das Verhalten der Gemeinde Todtenweis

Josef Stuhler-Aereboe, Bevollmächtigter des Investors (Bauunternehmer Pils aus Klosterlechfeld im Kreis Augsburg) kritisiert im Nachgang, dass der Investor kein Rederecht in der Sitzung bekommen habe. Ein entsprechender Antrag sei vor der Sitzung gestellt worden. Dazu habe es weder eine Antwort oder eine Absage vor der Sitzung oder eine Information und Entscheidung der Räte in der Sitzung gegeben. Auch die Fragen des Antragstellers zur Bauvoranfrage seien dem Gemeinderat vorenthalten worden. Der habe lediglich über einen vorformulierten Beschlussantrag der Verwaltung einstimmig abgestimmt, kritisiert Josef Stuhler-Aerebro insbesondere Rathauschef Konrad Carl. (mit cli)

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