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Heimatkunde

14.11.2019

Über Ochsen, Bier und elektrisches Licht

Über Ochsen, Bier und elektrisches Licht
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Für das neue Jahrbuch „Altbayern in Schwaben“ beleuchten 14 Autoren Kultur und Geschichte des Landkreises Aichach-Friedberg. Erstmals gibt es darin auch einen Beitrag zur Umwelt

Kultur und Geschichte im Wittelsbacher Land stehen im Mittelpunkt des Jahrbuchs „Altbayern in Schwaben“. Auch der mittlerweile 18. Band gibt heimatkundlich Interessierten wieder neue Einblicke in historische Forschungsarbeiten und schärft das geschichtliche Bewusstsein. Landrat Klaus Metzger lobte jetzt bei der Vorstellung des neuen Werkes die 14 Autoren für ihr Engagement. „Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass das ,Netzwerk Heimatforschung‘ bei uns im Wittelsbacher Land so gut funktioniert“, so der Landkreischef.

Gedacht wurde bei der Buchpräsentation des kürzlich verstorbenen Kreisarchivpflegers Helmut Rischert, der eine große Stütze der Serie „Altbayern in Schwaben“ war. Besonderer Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit war die Erforschung von Burgen und Schlössern im Landkreis. All seine Werke spiegeln seine große Verbundenheit zur Heimat wider, dankte der Landrat dem Verstorbenen.

Der neue Band kann mit mehreren Superlativen aufwarten. Mit seinen 13 Beiträgen von 14 Autoren ist er das bisher umfangreichste Jahrbuch und in der Thematik sehr breit aufgestellt. Beiträge gibt es zur Archäologie und zur Adelsgeschichte. Im Fokus stehen auch die Orte Schiltberg, Rapperzell, Mering, Inchenhofen, Aichach, Kühbach, Dasing und Zillenberg. Völlig neu ist, dass man einen Beitrag zur Umwelt mit aufgenommen hat.

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Der Beitrag vom Michael Schmidberger berichtet über prähistorische Funde im Raum Schiltberg. Der Titel „Überraschungen der Vorgeschichte in Schiltbergs Norden – Xanderberg und Rapperzeller Bach“. Schmidberger beleuchtet Funde der Vorgeschichte, des hohen und späten Mittelalters und der Neuzeit.

Der letzte, vor seinem Tod verfasste Aufsatz von Helmut Rischert befasst sich mit der Baugeschichte des „Burgstalls, Schlosses und Hofmark Rapperzell und ihren Besitzern“. Er berichtet dabei über völlig neue Informationen zu einer der Besitzerfamilien, die „von Leyden“. Seit 1862 ist Schloss Rapperzell im Besitz der Familie Beck-Peccoz.

Anna-Maria Grillmeier aus Ried beschreibt in ihren Beitrag den Ochsenfernhandel von Ungarn nach Augsburg. Die Ochsen wurden damals durchs Aichacher und Friedberger Land getrieben. Nicht überall waren die ungarischen Ochsentreiber willkommen, wie im Beitrag zu lesen ist.

In ihrem Aufsatz „Neues zur Meringer Luidl-Forschung“ stellt Angela Bonhag neue Erkenntnisse zur südbayerischen Bildhauerdynastie vor. Einige Werke von Lorenz Luidl findet man im Heimatmuseum Mering.

Julian Schmidt gehört zur jungen Generation der Autorenriege. Im Buch beschreibt er den „Katholischen Klerus und barocke Blüte“. Unter anderem erklärt er den Diözesanschematismus der Diözese Augsburg von 1762, der für seine Arbeit Datengrundlage war. Schwerpunkt seiner Arbeit ist Mering, Friedberg, Aichach und Rain.

Einen kleinen Auszug aus seiner Biergeschichte um den Wallfahrtsort Inchenhofen und dessen Bauereien gibt Rainer Roos. Unter den fünf Brauereien gab es erhebliche Konkurrenz. Für Schmunzeln sorgt dabei die Bewertung des Abtes Tezelinus des Biers der Inchenhofener Brauereien.

Einen Auszug aus seinem Beitrag, „Als es Licht wurde – Das Elektrizitätswerk Aichach“ las Georg Johann Felber vor. Das erste Mal, dass die breite Bevölkerung in Aichach in den Genuss des Schauspiels der modernen elektrischen Beleuchtung kam, war anlässlich des 50. Gründungsjubiläums der „Liedertafel Aichach“, das vom 6. bis 8. Juli 1895 gefeiert wurde, erzählte Felber.

Professor Wilhelm Liebhart veröffentlich im Band eine politische Anekdote aus dem freiherrlichen Haus von Beck-Peccoz aus dem Jahr 1936. Der Text ist überschrieben mit „Christus – nicht Hitler“.

Angelika Pilz durchleuchtet mit ihrem Beitrag „Der Kreisparteitag der NSDAP in Aichach“ 1938, wie stark die NSDAP-Propaganda im ländlichen Raum auf die Menschen wirkte. In ihren Recherchen schreibt sie, dass es auch im Kriegsjahr 1940 einen Kreistag in Aichach gab.

Elisabeth Weinberger gibt Einblick in die Forstwirtschaft von Aichach und Friedberg. Überschrieben ist ihr Beitrag „Zur Geschichte des Waldes im Wittelsbacher Land“. Sie erkundet darin Waldungen verschiedener Größe in den vergangenen Jahrhunderten. Der Meringer Wald wird 1596 wie folgt beschrieben: „Er besteht aus Aichen, Buchen, Aspern, Birken, Tannen und Fichten.“

In einem weiteren Kapitel im Buch berichten Gerda Patsch-Fesenmayr und Gabriele Günther über den Heimatkundlichen Kreis Dasing. Beschrieben werden die Vereinsgründung und die Aktivitäten des Vereins und der Aufbau des heimatkundlichen Museums in der Bahnhofstraße. Erzählt wird auch die Geschichte von der Schimmelkapelle in Latzenhausen und vom Jäger ohne Hände.

Über die drei Schwalbenarten im Wittelsbacher Land berichtet Gerhard Mayer – auch über die Wanderschaft der Vögel. Alle drei Schwalbenarten verbringen, je nach Witterung und außerhalb der Brutzeit, die kalten Monate in südlichen Regionen.

Hans Peter Dietrich schreibt in seinem Beitrag über ein umweltgeschichtliches Thema: „Der Höglwald bei Zillenberg – Ein Kleinod der Waldforschung“. Er bezeichnet den Ort als einen bedeutenden bayerischen Waldforschungsstandort.

Musikalisch umrahmt haben den Präsentationsabend die Schwäbischen Wirtshausmusikanten mit Uwe Rachut, Evi Heigl, Horst Ott und Georg Miller.

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14.11.2019

Berichtigung: Der Beitrag "Neues zur Meringer Luidl-Forschung" stammt von Angela Bonhag aus Mering.

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