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Aichach

17.06.2019

Veitsmarkt in Aichach: Wetter sorgt für verhaltenen Start

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Am Sonntagnachmittag kam Bewegung ins Markttreiben auf dem Aichacher Stadtplatz.
Bild: Erich Echter

Regen sorgt beim Veitsmarkt in Aichach zunächst für Zurückhaltung bei Händlern und Besuchern. Am Nachmittag aber kommt Bewegung auf den Aichacher Stadtplatz.

Ein durchwachsenes Marktwetter erwartete am Sonntag die Besucher des Veitsmarktes in Aichach. Der Start war wegen der dunklen Wolken ein wenig verhalten, aber am Nachmittag kam Bewegung in die Budenstadt. Alle 90 Fieranten, die zum Teil schon seit vielen Jahren nach Aichach kommen, boten zwischen den Aichacher Stadttoren und im Bereich des Tandlmarktes ihre Waren feil – darunter Obst, Gewürze, deftige und süße Spezialitäten oder Kleidung.

160 Kilogramm Kirschen hatte Corinna Völkl mitgebracht. Wer wollte, bekam auch eine Kostprobe.
Bild: Erich Echter

160 Kilogramm Kirschen im Gepäck

Mit 160 Kilogramm Kirschen und jeder Menge Aprikosen war Corinna Völkl aus Wildpoldsried nach Aichach gekommen. „Die Kirschen kommen aus Franken und wir aus dem Allgäu. Wenn das Wetter mitmacht, ist die Menge am Abend verkauft“, sagte sie. Schuhputzer Franz Funk aus Eschenlohe kommt schon seit 25 Jahren nach Aichach. „Ich habe meinen Platz immer auf Höhe der Polizei. Ich verkaufe nicht nur Lederfett für die Schuhe, sondern auch Balsam für die Seele und Lebenserfahrungen“, erzählte er und lachte.

Die Besucher kamen meist aus dem Aichacher Umland. Eine Marktbesucherin aus Tandern erzählt, dass sie immer wieder zu den Märkten nach Aichach komme, auch wenn sie im Landkreis Dachau wohne.

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Marktmeister und Ordnungsamt überprüfen Rettungswege

Um Standgebühren zu kassieren und um die Einhaltung der Rettungswege zu überprüfen, waren Marktmeister Karl-Heinz Müller und Michael Sieber vom Ordnungsamt unterwegs. Müller sagte: „Leider sind wegen des Regens am Morgen nicht alle gekommen.“ Zehn Fieranten blieben fern. Auch das Karussell, das vor dem Verwaltungsgebäude stehen sollte, wurde nicht aufgebaut. Im Vorfeld hatten sich 250 Verkäufer beworben. Am Donnerstag versuchten weitere 50 Anrufer, einen Platz zu bekommen. „Das hatte sicherlich damit zu tun, dass Aichach der einzige Markt in ganz Schwaben war“, sagte Müller.

Die Aichacher Märkte haben eine lange Tradition. Kaiser Ludwig IV., genannt der Bayer, gab dem Flecken Aichach Rechte, die mit der Einrichtung weiterer verschiedener Märkte verbunden waren. Belegt für ein wirtschaftliches Zentrum sind das „Aichacher Maß“ und die städtischen Märkte. Um 1280 ist festgehalten, dass Bauern aus dem nahen Oberschneitbach Naturalien nach Aichach lieferten.

Märkte haben in Aichach eine lange Tradition

Wann Aichach erstmals sein Recht zur Marktabhaltung bekam, ist nicht bekannt. Die drei Jahrmärkte an St. Veit, an St. Bartholomäus (Bartlmarkt) und an Simon und Judä dürften schon seit dem 12. Jahrhundert Brauch sein. Im Spätmittelalter kamen zwölf Viehmärkte und ein Wochenmarkt hinzu. Die Jahrmärkte und der Wochenmarkt gehören heute noch zum Stadtbild. Die Viehmärkte wurden in den 1960er Jahren eingestellt.

Der Veitsmarkt dürfte auf das Patrozinium der Aichacher Stadtpfarrkirche zurückzuführen sein. Denn ursprünglich war die heutige Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt ein dem St. Vitus geweihtes Gotteshaus. Als der Deutsche Orden nach Aichach kann, änderte er das Patronat.

Lederfettverkäufer Franz Funk kommt bereits seit 25 Jahren nach Aichach.
Bild: Erich Echter
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