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29.01.2020

Versehrtensportverein löst sich auf

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Weil dem Verein der Nachwuchs fehlt und eine Namensänderung abgelehnt wird, zieht der Vorstand den Schlussstrich. Die Sitzballmannschaft spielte sogar in der Landesliga

In ihren Glanzzeiten spielte die Sitzballmannschaft des Versehrtensportvereins Aichach sogar in der Landesliga. Vor 50 Jahren war der Verein als eine Untergruppe des Versehrtensportvereins Augsburg gegründet worden. Seit Januar 1995 war er ein eigenständiger Verein. 23 Jahre später, Ende Dezember 2018, wurde er aufgelöst und das restliche Vereinsvermögen, wie in der Satzung festgelegt, einem sozialen Verein gespendet.

An die Anfänge kann sich Manfred Kaschner noch gut erinnern. Er war Gründungsmitglied und fast 50 Jahre lang einer der drei Übungsleiter. Über 30 Kriegsversehrte seien es bei der Gründung der Aichacher Gruppe gewesen, erzählt er. Erst später seien Unfallverletzte und noch später Mitglieder mit einer sogenannten „zivilen Behinderung“ dazu gekommen.

„Der Montagabend war unser Sporttag.“ Erst seien sie rund eineinhalb Stunden in der Turnhalle der Schule gewesen und dann ging es ins Schwimmbad. Pause war nur während der Schulferien. Eine Zeit, die „gerade für die Älteren arg war“, erinnert sich Kaschner. Als Beispiel nennt er einen über 90-Jährigen, der jeden Montag seine Bahnen geschwommen war.

Neben dem Schwimmen gab es in dem Verein auch eine Sitzballmannschaft. „Eine Zeit lang spielten wir sogar in der Landesliga“, erzählt Kaschner voller Stolz. Die Mannschaft nahm an Turnieren in Schwaben teil und der Verein richtete früher sogar in der Vierfachturnhalle selbst Turniere aus. Übungsleiter sei damals Günther Müller gewesen, erinnert sich Kaschner. Er selbst war Zweiter Übungsleiter.

Die Zahl der Mitglieder sank im Laufe der Jahre von rund 90 auf schließlich nur noch knapp 30. Der Altersdurchschnitt stieg. Bei 70 plus lag er zum Ende des Vereins. „Der Nachwuchs fehlte“, bedauert Kaschner.

Er selbst ist über 80 Jahre alt und wollte seine Trainerlizenz nicht noch mal verlängern. Um den Verein für neue Mitglieder attraktiver zu machen, habe er überlegt, den Namen in Reha- oder Behindertensportverein zu ändern, sagt Helmut Grimm, der 20 Jahre lang Vorsitzender des Vereins war. Dabei zogen jedoch die Mitglieder nicht mit.

Als sich bei den Neuwahlen im Jahr 2018 keine Ehrenamtlichen mehr für die Arbeit im Vorstand fanden, beschloss Grimm, den Verein aufzulösen. Er erinnert sich rückblickend: „Ich habe wahnsinnig viele schöne Stunden mit dem Versehrtensportverein erlebt.“

Seit Anfang des vergangenen Jahres gibt es den Verein nicht mehr. Er wurde zum 31. Dezember 2018 aufgelöst. Das restliche Vereinsvermögen in Höhe von 4400 Euro ging als Spende an die Lebenshilfe Aichach-Friedberg.

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