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Kultur

01.11.2014

Volkstheater Aichach bleibt auch mit 30 aufgeschlossen für Neues

Im vergangenen Jahr führte das Aichacher Volkstheater das Stück „Volpone“ auf.
Bild: Archivfoto: Gerlinde Drexler

Die Schauspielgruppe arbeitet zum Geburtstag wieder mit Regisseur Hans Kriss zusammen 

Als sich 1983 auf Anregung von Traudl Zinnecker eine Interessengemeinschaft für ein erstes Theaterstück zusammengefunden hatte, konnte sich noch keiner vorstellen, dass das Aichacher Volkstheater auch heute noch seinen festen Platz in der Aichacher Kulturszene haben würde. Im Jubiläumsjahr, 30 Jahre nach der Vereinsgründung, zeigt der Theaterverein ab 22. November das Stück „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge“. Hans Kriss, mit dem die Mimen bereits bei mehreren Produktionen zusammengearbeitet haben, führt Regie.

Es war schon immer das Anliegen der Theatergruppe, sich stets weiterzuentwickeln. Nicht auf der Stelle treten, Neues ausprobieren und auch Experimenten aufgeschlossen gegenüberzustehen, war und ist das Credo des Volkstheaters. „Wir sind von Anfang an immer sehr variabel geblieben“, sagt Ingrid Predasch, die langjährige Regieassistentin.

Sie ist eines von zwei Vereinsmitgliedern, die von Anfang an dabei sind. Am Anfang waren es noch lustige bäuerliche Geschichten, die das Volkstheater aufführte. Walter Gärtner übernahm damals die Aufgabe des Spielleiters und prägte das Aichacher Volkstheater entscheidend. „Die Theaterstücke hatten seine Handschrift“, sagt Predasch.

Festgelegt auf eine bestimmte Richtung hat sich das Volkstheater nie. Als Folge dieser Einstellung ergab sich eine große Bandbreite an Theaterstücken, die vom ländlichen Dreiakter über eine erste Boulevardkomödie bis hin zum barocken Mysterienspiel reicht.

Der überraschende Tod Gärtners unterbrach 2000 das harmonische Schaffen des Vereins. Trotz des großen Schocks waren sich aber alle schnell einig, den Verein im Sinne des Verstorbenen weiterzuführen und weiter zu entwickeln. Zunächst übernahmen Ingrid Predasch und Claudia Flassig-Prommersberger die Inszenierungen und in einem weiteren „Test“ engagierte man mit Hans Kriss erstmals einen Profi als externen Regisseur. Unter seiner Führung konnte mit Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ der erfolgreiche Versuch gemacht werden, sich den großen Autoren des Literaturtheaters zuzuwenden. Es folgten Namen wie Aristophanes, Shakespeare, Molière und zum 25-jährigen Bestehen Ödön von Horváth.

Hans Kriss hat das Schauspielhandwerk, wie man so schön sagt, von der Pieke auf gelernt. Nach seiner Schreinerlehre begann er eine Schauspielausbildung. Während seiner Zeit bei der Schauspielgruppe „Bühnenstich“ lernte er das Theaterleben von Grund auf kennen. Angefangen vom Konzipieren der Stücke, der Auswahl der Kleider bis zum Aufbau des Bühnenbildes.

Nach einem Unfall, seit dem er im Rollstuhl sitzt, begann er intensiv mit der Regiearbeit. In der Region inszenierte er unter anderem zwei Musicals am Gymnasium in Schrobenhausen. Mit dem Aichacher Volkstheater führte er mit „Lodengrün“ und „Der Schweinefaust“ zwei Stücke auf, bei denen sein Bruder Richard Gruber der Autor war. Seit 1999 ist Hans Kriss als Erzähler bei der Lesung „Mörderisches Bayern“ mit Udo Wachtveitl dabei.

Der Traum des Regisseurs, der in Hörzhausen bei Schrobenhausen lebt, wäre es, einmal ein eigenes Stück zu schreiben und zu spielen. Ideen wären da, aber dem viel beschäftigten Kriss fehlt die Zeit, um sie umzusetzen.

An den Theaterspielern des Volkstheaters schätzt er, dass sie aufgeschlossen sind und sich weiterentwickeln. Kriss: „Sie trauen sich etwas zu.“ Seine Aufgabe als Regisseur sieht er auch darin, die Amateurschauspieler dort abzuholen, wo sie stehen und sie nicht zu überfordern. „Jeder soll mit dem Gefühl eines erfolgreichen Abends heimgehen.“ Die Theaterspieler schätzen an ihrem Regisseur seine Geduld und sein Einfühlungsvermögen.

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