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Adelzhausen/Eurasburg

14.10.2019

Waldkindergarten bei Burgadelzhausen eingeweiht 

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3 Bilder
Bei Stockbrot und Lagerfeuer gemütlich in der Sonne sitzen. Die Besucher der Einweihung liessen es sich gut gehen. Auch Würstl und ein Buffet mit vielen Köstlichkeiten war für die Gäste vorbereitet.
Bild: Alice Lauria

Plus Auf einer Lichtung bei Burgadelzhausen feiert der Waldkindergarten „Waldkönig“ Einweihung. Er ist im September gestartet. So sind die ersten Erfahrungen

Als vor gut zwei Jahren bei Gesprächen über die knappen Betreuungsplätze in Adelzhausen die Gemeinderätin und dreifache Mutter Alexandra Mahl die Idee eines Waldkindergartens in den Raum stellte, schlug ihr anfangs Skepsis entgegen. Nach einem Besuch im Waldkindergarten Kühbach wurde aus der Skepsis schnell Begeisterung. Mit einem „Machen wir“ von Bürgermeister Lorenz Braun war die Entscheidung dann schnell gefasst.

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Nach Überwindung bürokratischer Hürden und der Suche nach dem besten Platz wurde im September der Waldkindergarten Waldkönig auf einer Lichtung im Eurasburger Forst bei Burgadelzhausen eröffnet. Am Samstag feierten Erzieher, Eltern, Kinder und die Bürgermeister von Adelzhausen und Eurasburg sowie Pfarrer Eberhard Weigel Einweihung bei schönster Oktobersonne.

Von 15 Plätzen sind noch sieben frei

Die Gruppe bietet Platz für bis zu 15 Kinder von drei bis sieben Jahren. Derzeit besuchen acht Kinder täglich von 8 bis 13 Uhr den Kindergarten. Es sind also noch Plätze frei. Ein Einstieg ist ganzjährig möglich. Ein dreiköpfiges Team aus zwei Erzieherinnen und einer Kinderpflegerin unter der Leitung von Alexa Wiewiorra betreut die Kinder.

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Morgens werden die Kleinen von den Eltern auf halber Strecke des Waldweges an das Betreuer-Team übergeben. Dann wandern sie zusammen zur Lichtung – bei jedem Wetter, außer bei Sturm, Gewitter und Temperaturen unter minus zehn Grad. Für diese seltenen Fälle steht ein Raum der Feuerwehr in Burgadelzhausen zur Verfügung, in den die Waldkönige ausweichen können.

Mooshügel laden zum Runterkullern ein

Nach Morgenkreis und Brotzeit in der zeltartigen Jurte geht’s dann auch schon hinein in den Wald. Ein riesiges Areal steht den Kindern hier zum Spielen, Entdecken und Toben zur Verfügung. Die Mooshügel laden die Kinder zum Runterkullern ein und bei Regen lockt die Schlammrutsche.

Alexa Wiewiorra hat sich schnell in den Wald rund um die Hügel des frühmittelalterlichen Burgstalls Burgadelzhausen und seine Gräben verliebt. Sie schwärmt geradezu von den „uralten Buchen“ und betont, wie wunderbar unberührt dieser Wald noch ist. „Es scheint, als war da noch kein Mensch. Irgendwie mystisch“, sagt sie. Die Sozialpädagogin mit der Weiterbildung zur Waldpädagogin war schon immer sehr naturverbunden.

Erzieherin Anke Mück hat schon in einem Waldkindergarten gearbeitet und beginnt in Kürze eine Weiterbildung zur Wildnispädagogin. Kinderpflegerin Jessica Huber ist zum ersten Mal in einem Waldkindergarten, aber bereits nach wenigen Wochen begeistert von der Arbeit im Eurasburger Forst.

Bürgermeister schwärmt vom Mitarbeiterteam

Bürgermeister Braun schwärmte in seiner Ansprache von den „drei guten Feen hier im Wald“. Der Bau des Waldkindergartens schlug mit nur knapp 10000 Euro im Vergleich zu einem herkömmlichen Bau eher gering zu Buche. Allerdings sind die Personalkosten später höher, da hier mehr Betreuer für weniger Kinder nötig sind.

Pfarrer Weigel sprach vor der Segnung auch von der christlichen Mystik. „Das heißt, in den Dingen den tieferen Sinn zu entdecken. Die Mystik des Waldes war schon immer irgendwie besonders.“

Für die Kinder gibt es ein paar wichtige Regeln

Sorge, ein Kind in den Weiten des Waldes zu verlieren, hat Wiewiorra nicht, denn „Kinder bleiben automatisch bei der Gruppe“. Außerdem gibt es für die Kinder ein paar wichtige Regeln, wie zum Beispiel in Hör- und Sichtweite der Erzieher zu bleiben. Dies wird auch regelmäßig geübt und wiederholt. Ihre Notdurft verrichten die Kinder entweder im Unterholz oder in der extra dafür bereitgestellten Dixi-Toilette. Strom gibt es im Waldkindergarten nicht, und Wasser wird vom Personal in großen Kanistern zum Händewaschen mitgebracht.

Gemeinderätin und Ideengeberin Alexandra Mahl hat mittlerweile ihre zwei Söhne bei den Waldkönigen angemeldet und schwärmt vom Konzept und dem Betreuerteam. Ihr fünfjähriger Sohn besuchte vorher einen „normalen“ Kindergarten „eher nicht so gerne“, aber seit er in den Wald gehen kann, sei er restlos begeistert, so Mahl. Auch der dreijährige kleine Bruder ging vom ersten Tag gerne hin, ganz ohne lange Eingewöhnung. Kürzlich beobachtete Mahl die Kinder beim Musizieren mit den wenigen Dingen, die der Wald hergibt, und war erstaunt, wie man „mit so wenig so viel machen“ kann.

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